Hornschlitten auf Rädern

In Wiesen bei Dreien wird die Strasse am nächsten Samstag nach 2008 zum zweiten Mal in eine schnee- und eislose Hornschlitten-Rennstrecke verwandelt. Es wird eine grosse Besucherzahl erwartet.

Urs Huwyler
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Hornschlitten. Skifahrer carven auf Gras, Boarder versuchen sich auf Sand, Bobfahrer stossen ihre Schlitten auf Trockenanlagen an, die Skispringer fliegen über Mattenschanzen, also wieso sollen die Hornschlittler nicht als tollkühne Männer und Frauen eine 600 Meter lange Strasse mit fünf spektakulären Kurven, 60 Meter Höhendifferenz und bis zu zwölf Prozent Gefälle am Schulhaus und dem Restaurant Schäfli vorbei nach unten donnern?

Erwartungen erfüllt

Die Idee des siebenköpfigen Organisationskomitees mag gewöhnungsbedürftig sein, aber die erste Austragung vor zwei Jahren erfüllte auch die Erwartungen der staunenden «Was es nicht alles gibt»-Zuschauer.

Speziell in den beiden Schikanen gab es einiges zu sehen. Die Strecke wird mit Holzwänden in eine Asphalt-Bobbahn verwandelt, wobei der Pilot oder die Pilotin – es gibt eine Frauen-Kategorie – die beiden möglichst nicht zu oft bremsenden Passagiere ohne Körperkontakt ins Ziel steuern soll.

Dies gelang bei der ersten Austragung fast allen Teams. Wer jedoch zu viele Risiken einging, den bestrafte die Holzwand und die Mannschaft verlor beim spektakulären Crash entscheidende Sekundenbruchteile. Die Besucher hörten dank der eindeutigen Geräusche ohne zu sehen, was passiert sein musste. Dank Schutzhelm mit festem Kinnschutz, Handschuhen und Rückenprotektoren hielt sich die Verletzungsgefahr in Grenzen.

Drei Rennläufe

Weil sich hinter dem Veranstalter die beiden Europa-Cup-Teams des Sportclubs Hulftegg (HST Wiesen/Ice Race Team) verbergen, haben die in- und ausländischen Starter Gewähr, dass die Männer wissen, was sie tun. «Für den Aufbau und die Durchführung stehen rund 40 Helfer und Helferinnen aus befreundeten Vereinen im Einsatz», betont Schweizer Meister Hanspeter Loser, der als rasender Festwirt rund um die Uhr im Einsatz stehen wird.

Nach den Massenlager-Nächten im Schulhaus wird er die fast ausgeschlafenen Athletinnen und Athleten kurz nach Ende der Party im Schopf wieder zum Frühstück begrüssen.

Das Wettkampfprogramm besteht am Samstag, 9. Oktober, ab 13 Uhr aus einer Trainingsfahrt und drei Rennläufen. Die beiden schnellsten Zeiten werden gewertet und das Siegerteam wird mit 150 Franken Preisgeld belohnt. Anschliessend wird der schnellste Anschieber gekürt.

Erfahrungsgemäss gehören die Österreicher und Südtiroler neben den Einheimischen – wegen der fehlenden Trainingsmöglichkeiten gibt es keinen Heimvorteil – zum Favoritenkreis.

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