«Holzböcke» auf der Lauer

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Teile der Region Wil sowie der gesamte Kanton Thurgau sind dabei besonders betroffen.

Natalie Brägger
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Bild: Natalie Brägger

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Region. Auch wenn Zecken winzig klein sind, können sie grossen Schaden anrichten, denn sie sind Überträger zweier heimtückischer Krankheiten. Eine davon ist Lyme-Borreliose. Erreger dieser Krankheit ist ein Bakterium, das infizierte Zecken beim Saugen von Blut auf den Menschen übertragen. Erstes Symptom der Erkrankung kann eine örtliche Rötung an der Stichstelle sein, die sich ausdehnt und ringförmig wird. Innerhalb von Tagen bis Wochen verschwindet sie wieder.

Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach Wochen, Monaten oder gar Jahren zu einem zweiten Stadium, während dem die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten das Herz befallen werden können. Der Befall kann sich in sehr unterschiedlichen Symptomen niederschlagen, oft kommen aber Gesichtslähmungen vor. Borreliose-infizierte Zecken gibt es laut Hanspeter Zimmermann vom eidgenössischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) überall, wo es Zecken gibt.

Im Endemiegebiet

Anders verhält es sich mit den Zecken, welche den FSME–Virus in sich tragen und so bei Menschen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorrufen können. Dieser Virus kann Hirnhautentzündungen verursachen. Bei einem Teil der Patienten können Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Gesundheit führt die Krankheit in einem Prozent der Fälle zum Tod. Zecken, die mit diesem Virus infiziert sind, kommen allerdings nur in bestimmten Gebieten vor.

Diese Gebiete werden als Endemiegebiete bezeichnet und werden dadurch definiert, dass mindestens drei Personen bekannt sind, die im entsprechenden Gebiet von Zecken gestochen wurden und danach Krankheitssymptome aufgewiesen haben. Auf einer Karte des Eidgenössischen Departements für Gesundheit (BAG) wird ersichtlich, dass der ganze Thurgau als Gebiet mit FSME-infizierten Zecken gekennzeichnet ist.

Das Endemiegebiet erstreckt sich allerdings südlich bis hinunter an die Thur, es sind also auch die Gemeinden Wil, Zuzwil und Niederhelfenschwil betroffen.

Langsame Ausbreitung

Laut Hanspeter Zimmermann muss man davon ausgehen, dass laufend neue Endemiegebiete entdeckt werden. Dass sich die infizierten Zecken schnell verbreiten, stimme allerdings nicht.

«Zecken sind ortsgebunden und können sich nur durch ihre Wirtstiere verbreiten», erklärt der Wissenschaftliche Mitarbeiter der Sektion Impfprogramme des BAG. Die Verbreitung der gefährlichen, vom FSME–infizierten Zecken sei ein langsamer Prozess.

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