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Hohlenstein: Cool – im Winter und im Sommer

Die Sommerhitze brennt. Kühl ist es im klimatisierten Shoppingcenter, im Freibad, in der Tiefgarage oder im Keller. «Cool» hingegen sind Orte, die kühl, aber auch eindrücklich sind: Wie der Hohlenstein zwischen Lenggenwil und Sonnental.
Zita Meienhofer
Ein Naturspektakel: der Hohlenstein bei eisigen Temperaturen. (Bild: Andrea Hilber-Lehner)

Ein Naturspektakel: der Hohlenstein bei eisigen Temperaturen. (Bild: Andrea Hilber-Lehner)

Der Hohlenstein: ein Naturschauspiel, ein Grillplatz, ein Kletterparadies, ein Ruheplatz – ein Ort, an dem sich ein Aufenthalt lohnt, weil er sich oft von einer neuen Seite präsentiert. Der Hohlen- stein ist ein Wunder der Natur. Eine Arena in einer Talsenke umgeben von mächtigen Felsen, die während unzähliger Jahre vom Wasser des tosenden Falls so umflossen wurden, dass sich eine Höhle bildete. Auf einer der Ruhebänke sitzend, neben der Feuerstelle, kann die Natur betrachtet und das Schauspiel beim Wasserfall verfolgt werden. Wer genau hinschaut, erkennt ihn, den Hohlenstein-Geist, der aus den Wassermassen hervorkommt. Er kann einiges über diesen beeindruckenden Ort erzählen.

Grün oder eisige Skulpturen

Schon von weit ist jeweils der Wasserfall des Hohlensteins zu hören. Doch beim kürzlichen Besuch war es unüblich ruhig. Das typische Rauschen des Wasserfalls war kein Rauschen mehr – es war ein Plätschern. Die Bäche, die sich vor dem Wasserfall zusammenfinden, führen wenig Wasser, ebenso wenig fliesst anschliessend Richtung Sonnental. «Das ist noch nicht so schlimm», erklärt der Hohlenstein-Geist, der sich als Baldwin vorstellt, «im 2003 waren die Bäche beinahe ausgetrocknet, der Wasserfall ein Rinnsal.»

Dann erinnert er sich an den 13. Juni 2000. An diesem Dienstagabend entwickelte sich der Hohlensteinbach innert Kürze zum Sturzbach. Die gewaltigen Wassermassen bahnten sich ihren Weg durch das Kellergeschoss des Wohnhauses an der Abt-Beda-Strasse 50 und verwüsteten ebenfalls die Erdgeschosse der Häuser auf der gegenüberliegenden Seite. Eine Sonnentalerin, die seit 70 Jahren dort wohnte, habe berichtet, dass sie sich nicht an derartige Überschwemmungen erinnern könne. Schuld sei der überfüllte Kiesfang gewesen, so Baldwin. Ein Wurzelstock habe den Eingang der Röhre, durch die der Bach unter der Dorfstrasse hindurch zur Thur fliesst, vollständig blockiert. Als Bijou beschreibt der Geist den Hohlenstein, wenn das üppige Grün die Felsen ziert und die Bevölkerung an heissen Sommertagen die Kühle hier sucht. Oder auch, wenn Schnee und Eis die Landschaft einhüllen und der Wasserfallen zu einem kunstvollen Gemälde erstarrt.

Die Saubermacher aus dem Sonnental

Der Hohlenstein liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Niederhelfenschwil, wenige Meter von der Grenze zur Gemeinde Oberbüren entfernt. Der Zugang von der Lenggenwiler Seite führt über den Weiler Hueb, ist steil und gutes Schuhwerk ist von Vorteil. Vom Plateau führen 46 Treppen auf eine Senke und an jenen Ort, wo die Bäche zusammenfliessen. Am Tobelrand entlang führt der Weg vorerst wieder hinauf und dann hinab zum Hohlenstein. Weniger spektakulär ist der Zugang von der Sonnentalerseite. Zudem ist er dort auch gekennzeichnet. Dem Bach entlang geht es auf einem mehr oder weniger ebenen Weg, dessen Zugang sich in der Nähe des Restaurants Linde, Sonnental, befindet, zum Hohlenstein. Baldwin mag die Sonnentaler: «Jedes Jahr organisiert die Dorfkorporation Sonnental-Brübach eine Hohlensteinputzete, damit das Bijou als solches erhalten bleibt».

Badende Kinder, eine gefundene Vespa und ein angeseilter Bagger

Der Weg vom Weiler Hueb zum Hohlenstein war nicht seit jeher ausgebaut und mit Treppen versehen. Das sei erst in den Siebzigerjahren passiert, erklärt Baldwin. Damals wurde der Weg für Spaziergänger präpariert, wurden über die Bäche Stege erstellt. Im Mai 2011 haben WK-Soldaten den Zugang von der dritten Seite begehbar gemacht, indem sie den Hang mit einer Treppe versahen. «Für die Kinder vom Weiler Oberhueb war der nahe Wald mit Wasserfall und Höhle während Jahrzehnten ein hervorragender Abenteuerplatz», so Baldwin. Er sah sie jeweils «Räuber und Poli» spielen, bei warmen Temperaturen hätten sie auch schon unter dem Wasserfall geduscht, im damaligen Weiher gebadet sowie am Felsen hinaufgeklettert. Baldwin lacht: «Einmal haben sie sogar eine Vespa aus einem der Bäche gefischt, diese nach Hause geschleppt und restauriert». Übrigens, sagt Baldwin, sei der See vor mehr als 40 Jahren ein Weiher gewesen. «Mit einem Menzi Muck, der angeseilt den Hang herunterfuhr, wurde er ausgebaggert», schildert Baldwin das Spektakel.

Die Besuche von Lothar und Burglinde hinterliessen Spuren

Die Ruhe, der Duft des Waldes, das Vogelgezwitscher, das satte Grün und das beeindruckende Felsmassiv lassen die Besucher innehalten, sich an den Wundern der Natur erfreuen. Der Hohlenstein ist eine Oase – zu jeder Jahreszeit. Zurzeit sind jedoch unschöne Spuren zu sehen, die durch natürliche Einflüsse entstanden sind. Spuren, die zeigen, wie ein Winterwind wüten kann. Zu Jahresbeginn kam «Burglind» zu Besuch, sorgte für entwurzelte Bäume, schuf Narben in das Grün, liess die stämmigen Bäume wie Mikado-Stäbchen auf dem Waldboden liegen.

Noch immer ist Burglindes Auftritt sichtbar. «Lothar war ebenso schlimm», sagt Baldwin, «Ende 1999 sorgte das Orkantief ebenfalls für beträchtliche Schäden in der Natur.» Doch Baldwin möchte lieber von der Faszination dieses Fleckens Natur erzählen, davon, dass der Hohlenstein im Sommer und im Winter cool ist.

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