Hohes turnerisches Niveau

Der Fürstenland Cup vom vergangenen Wochenende in Zuzwil begeisterte auch in seiner 21. Auflage. Dem zahlreich anwesenden Publikum wurde grossartiges Kunstturnspektakel geboten.

Esther Andermatt
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Bild: Esther andermatt

Bild: Esther andermatt

Kunstturnen. Verletzungspech dominierte die beiden Qualifikationswettkämpfe des Nationalkaders. Zu den bereits im Vorfeld verletzten vier Turnern gesellten sich während der zwei Wettkampftage weitere verletzungsbedingte Ausfälle. Die Zeit bis zur EM im April drängt, und die Verletzungshexe lässt das Feld an möglichen Anwärtern massiv schrumpfen.

Dominiert wurden die beiden Qualifikationswettkämpfe von Roman Gisi. Weltklasse war die Reckübung von Manuel Rickli. Er zeigte einen Kovatchsalto (Flugelement) mit anschliessender halber Schraube. Beim Einturnen am Samstag kam jedoch sein Aus. Er erlitt einen Achillessehnenriss am linken Fuss. Fehlende Sicherheit schwang bei Niki Böschenstein mit. Er, der sonst gerne mit dem Publikum kokettiert, blieb nachdenklich ruhig. Am Boden und dem Barren liess er sein Temperament und Können nur kurz aufblitzen.

Starkes Juniorenkader

Stark präsentierten sich die Juniorenkader-Turner. Sie hinterliessen im stark reduzierten Feld des Nationalkaders einen hervorragenden Eindruck. Allen voran der souveräne Marco Rizzo, der Oliver Hegi und Michael Meier auf die Plätze verwies. Jene beiden Turner, die zusammen mit Pablo Brägger als erfolgreichste Juniorenmannschaft im Kunstturnen an der Jugendolympiade 2009 Geschichte schrieben.

Der einheimische Pablo Brägger vom TV Oberbüren wurde Achter. Der andere Ostschweizer, Manuel Sutter/TV Rebstein, beeindruckte das Heimpublikum mit sehr guten Fortschritten, was ihm den elften Rang einbrachte. Martin Strub/TV Lichtensteig gelang im Feld der Spitzenathleten ein achtbares Resultat. Einzig am Pferdpauschen konnte er seine Übung, wie fast alle vor und nach ihm, nicht voll durchziehen.

Christian Kopp RLZO/TV Schwarzenbach siegte im P5 überlegen mit einem Vorsprung von 6.500 Punkten. An keinem Gerät liess er seinen Trainingskollegen auch nur den Hauch einer Chance. Seit dem Einzug ins RLZ Ostschweiz hat er turnerisch aussergewöhnlich hohe Fortschritte erzielt. Die weiteren Podestplätze sicherten sich Nicola Graber RLZO/Kriessern (2. Rang) und Fabian Büchel RLZO/St. Margrethen (3. Rang).

Kein optimaler Saisonstart gelang hingegen dem RLZ-Turner Christoph Scherrer/STV Wil. Die Ringübung gelang ihm überhaupt nicht nach Wunsch. Dafür gab es hohe Notenabzüge, die ihn einige Ränge zurückwarfen.

Starke Brüder

Lars und Mauro Kölbener setzte dem ohnehin sehr gelungenen Anlass die Krone auf. Beide Turner zeigten am Sonntag einen ausgeglichenen Wettkampf und siegten mit einem sicheren Punktevorsprung. Mauro, der Jüngere, im Programm 1 (P1) und der um gut ein Jahr ältere Lars im P2.

Beide haben damit auf dem Weg an die CH-Meisterschaft der Junioren den ersten wichtigen Markstein gesetzt.

Von den insgesamt 14 TZF-Turnern im P1 waren acht in der ersten Ranglistenhälfte rangiert. Die erreichten Punktzahlen zeugen von erfreulichen Fortschritten. Besonders aufgefallen ist Linus Rohner/TV Niederwil, der sich mitten unter die zwei bis vier Jahre älteren Konkurrenten geturnt hat.

Mit derselben Punktzahl

Der interne Wettkampf im P4 wurde vom Jüngsten der Kategorie, von Fabian Bischofberger TZF/STV Münchwilen für sich entschieden. Mit der exakt gleichen Punktzahl hatte der um ein Jahr ältere Sandro Brändle/TZF das Nachsehen. Den 3. Rang sicherte sich Jonas Guler/STV Kirchberg. Im Programm 3 waren keine TZ Fürstenländer am Start.

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