Von Fleisch bis Öl: Wegen Corona verkauft der Biohof Neuhaus in Flawil seine Produkte im Selbstbedienungsladen

Auf dem Biohof Neuhaus können sich die Kunden in der Coronazeit selbst bedienen. Das Sortiment reicht von Kalbfleisch bis zu St.Galler Ölen.

Florian Osterwalder
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Der Biohof Neuhaus und der Hofladen befinden sich an der Strasse von Niederuzwil nach Flawil.

Der Biohof Neuhaus und der Hofladen befinden sich an der Strasse von Niederuzwil nach Flawil.

Bild: Florian Osterwalder

Der Biohof Neuhaus befindet sich direkt an der Verbindungsstrasse zwischen Niederuzwil und Flawil. Die Einfahrt zum Hof ist gut beschildert. Die meisten Leute verbinden den Namen Neuhaus mit dem gleichnamigen Partyhaus, welches sich auf dem Grundstück des Hofes befindet.

Doch seit Ende Juni hat der Biohof einen eigenen Selbstbedienungsladen. «Seit ich Vollzeit auf dem Hof arbeite, wollte ich unbedingt unsere Produkte in einem eigenen Hofladen verkaufen», sagt Christa Wirth, Biobäuerin auf dem Hof. Das Sortiment ist umfangreich. Die hofeigenen Bioprodukte sind Kalbfleisch und Weidebeef. Unter anderem werden auch Produkte von lokalen Bauern angeboten wie Bioeier vom Biohof Platanenhof der Familie Städler in Oberuzwil.

Milchprodukte und St.Galler Bioöle

Im Sortiment zu finden sind auch diverse St.Galler Öle wie Raps-, Lein- oder Mohnöl. Der Biohof Neuhaus ist Mitproduzent bei der St.Galler Saatzucht, welche seit einigen Jahren das erfolgreiche St.Galler Öl produziert. Für die Öle produziert der Hof mehrheitlich Raps. In den vergangenen Jahren kamen auch noch Lein oder Mohn dazu. «Wir spritzen unsere Äcker nie mit Pestiziden, es wird alles gejätet», sagt Christa Wirth.

Die hofeigene Biomilch verarbeitet die Firma Züger Frischkäse AG in Milchprodukte. Der kleine, aber schmucke Laden ist mit Liebe zum Detail eingerichtet. In der Mitte befindet sich eine grosse Kühltruhe, wo die ganzen Fleischstücke drin sind wie Rinderfilet, Kalbs-Cordon-bleu, Hamburger oder Rindshackfleisch. In einem alten, mit Schnitzereien verzierten Schrank stehen die diversen Öle. Und noch etwas fällt auf: Man kann mit Twint bezahlen. Wirth erklärt:

«Wir wollten unbedingt, dass die Kunden bar oder digital bezahlen können.»

Die Tür zum Hofladen ist jeweils von sieben Uhr morgens bis neun Uhr abends geöffnet.

Mit frischem Heu und Kuhmilch gefüttert

Die Hausspezialitäten des Hofs sind das Biokalbfleisch sowie das Bioweidebeef. «Unsere Kälber werden ausschliesslich mit Heu und frischer Kuhmilch gefüttert», erzählt Christa Wirth, während sie einem der neugierigen Kälber über den Kopf streichelt. Im Stall fehlt es den Kälbern an nichts. Es liegt frisches Stroh am Boden und sie haben genügend Schattenplätze. Sie wachsen in Gruppen auf und haben auf der angrenzenden Weide genügend Auslauf. Die Sommermonate verbringen die Jungtiere auf einer Alp im Glarnerland.

Der Biohof Neuhaus setzt auf das Prinzip «Nose to Tail». «Wir legen grossen Wert darauf, alle Fleischstücke des Tieres zu verwenden», sagt die Bäuerin. So ist es gut möglich, dass man ab und zu eine Rinderzunge oder Milken im Sortiment des Ladens findet. Milken ist Kalbsbries, die Thymusdrüse des Kalbs, welche das Wachstum des Tieres steuert. Der Hofladen laufe gut, auch wenn sie die Produkte erst seit zwei Monaten anbiete. «Am gefragtesten sind die Beef-Hamburger und das Kalbs-Cordon-bleu», erzählt Christa Wirth.