«Hofacker» noch immer umstritten

An der Vorgemeinde wurde nochmals heftig über die Zukunft des Primarschulhauses Hofacker diskutiert. Der Gemeinderat brüskierte den Schulrat mit der Aussage, sowohl Sanierungsvarianten wie auch Neubauprojekt abzulehnen.

Kathrin Meier-Gross
Merken
Drucken
Teilen

jonschwil. Schulrat Mario Da Ros, verantwortlich für den Fachbereich Bau, fasste im Kurzverfahren die Ereignisse zusammen, die zu den zwei Sanierungsvarianten und dem Neubauprojekt geführt hatten. Daniel Schürer, Verfasser der Neubau-Machbarkeitsstudie, ging konkret auf die Frage zu den Kubikmeterkosten ein, die am Informationsanlass von Ende Februar gestellt worden war. Beim Neubau würde den Vorschriften gemäss etwas grösser gebaut, zudem seien unter anderem die Minergieanforderungen, die Brand- und Schallschutzvorschriften strenger als damals noch beim Bau des Oberstufenzentrums. Im Gegensatz zu den Sanierungsvarianten sei auch kein Rohbau vorhanden.

Kosten ausgewiesen

In den Baunebenkosten seien Gebühren – beispielsweise für die Kanalisation – enthalten, aber keine Bauzinsen, wurde auf eine entsprechende Frage geantwortet. Der grosse Sanierungsbedarf für das kleine Schulhaus ergebe sich, weil die Haustechnik veraltet sei und der Dachstock energetisch umgerüstet werden müsse. Das Haus weise eine Wohnungsstruktur auf mit nicht konformen Fluchtwegen. Warum dieses Haus nicht für den Mittagstisch genutzt werde, wurde gefragt. Auch in diesem Fall wären Sanierungen nötig, antwortete Schulratspräsident Markus Häne. Die doppelt so hohen Ausstattungskosten beim Neubau erklärte Schürer damit, dass erfahrungsgemäss neues Mobiliar angeschafft werde. Ob der Schulrat glaube, mit den gleich hohen Beträgen, die er schon vor dem Referendum präsentiert habe, die Sanierung durchzubringen? Häne betonte, dass die Kosten ausgewiesen seien und eine nachhaltige Lösung ausgearbeitet worden sei.

Zeitgemässe Strukturen

Ein Bürger wies darauf hin, dass es «das Dümmste» wäre, wenn an der Grundsatzabstimmung vom 28. März eine Variante gewählt, später aber der Baukredit nicht genehmigt würde. «Es besteht Handlungsbedarf. Ich favorisiere wie der Schulrat die Sanierungsvariante 1 mit Kosten von gut 12,2 Mio. Franken.»

Häne bestätigte, dass die Situation bei einer Ablehnung für lange Zeit blockiert sei. Eine Schule mit zeitgemässen Strukturen sei aber ein wichtiger Marketingpunkt für eine Gemeinde. Mehrfach wurde verlautet, dass Äpfel nicht mit Birnen – Sanierung nicht mit Neubau – verglichen werden könne. Es müsse aufgezeigt werden, dass der Neubau Details enthalte, die bei den Sanierungsvarianten später noch dazukommen könnten. Aktuell die Erdbebensicherheit oder der Mittagstisch. Häne stimmte zu, dass der Komfort beim Neubau, der mit knapp 22 Mio. Franken veranschlagt ist, grösser sei. Der Schulrat aber überzeugt sei, dass die Bedürfnisse mit Variante 1 abgedeckt würden. Peter Haag wünschte sich eine Stellungnahme des Gemeinderates zu Sanierung oder Neubau. Gemeindepräsident Stefan Frei antwortete, dass die Abklärungen zu wenig fundiert seien, die Sanierung wahrscheinlich teurer und der Neubau eventuell tiefer zu stehen komme. Der Gemeinderat habe sich darum entschieden, alle Vorlagen abzulehnen. Sie fühle sich «verarscht», wenn Gemeinderat und Schulrat nicht zusammenarbeiten würden, empörte sich eine Frau. Ein weiterer Votant äusserte, es könne nicht sein, dass der Gemeinderat dem Schulrat in den Rücken falle. Als Schildbürgerstreich bezeichnete Peter Lenz die Option Nullvariante: «Gemeinderat und Schulrat müssen zusammenarbeiten. Variante 1 scheint eine gute Lösung.»

«Noch nicht reif genug»

Zum Thema Einheitsgemeinde beharrte Häne darauf, dass Meinungsbildung und Öffentlichkeitsarbeit noch nicht genügend gereift seien. Dem wurde widersprochen: «Der Bürger ist jetzt befähigt, darüber zu befinden.» Darauf Häne: «Im Moment ist eine Ehe mit dem Gemeinderat wegen Zerrüttung nicht möglich.» Es sei ein Fehler gewesen, das Projekt Einheitsgemeinde ohne aussenstehende Beratung angegangen zu haben. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wurde auf die Besprechung des Amtsberichts der politischen Gemeinde verzichtet.