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«Höhepunkt meiner Laufbahn»

Simon Thalmann soll ab Januar 2012 der neue Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil sein. Der bislang einzige – und offizielle – Kandidat ist mit der Gemeinde vertraut und fühlt sich wohl dort.
Zita Meienhofer
Simon Thalmann geniesst den Ausblick vom Schloss Zuckenriet auf die Gemeinde Niederhelfenschwil. (Bild: zi.)

Simon Thalmann geniesst den Ausblick vom Schloss Zuckenriet auf die Gemeinde Niederhelfenschwil. (Bild: zi.)

NIEDERHELFENSCHWIL. «Die Anhöhe beim Schloss Zuckenriet», antwortet Simon Thalmann auf die Frage nach dem schönsten Ort der Gemeinde Niederhelfenschwil. Schön sei der Ort nicht unbedingt nur wegen des Schlosses, sondern wegen der wunderbaren Aussicht über die Dörfer sowie der Fernsicht bis zum Alpstein. Von der Ruhebank, die in unmittelbarer Nähe zum Schloss steht, ist die Oberstufenschule Sproochbrugg zu sehen. Einer der Orte in der Gemeinde, mit dem Simon Thalmann schon vor einigen Jahren in Berührung kam. Als Schneesport-Instruktor verbrachte er mit Klassen des damaligen Lehrers Hans Brändle einige Skilagerwochen. Doch noch besser kennt er die Gemeinde von seiner Tätigkeit als Revisor des Bildungsdepartements. Von 1997 bis 2004 betreute er die Schulgemeinden von Niederhelfenschwil. Bei dieser Tätigkeit kam er vor allem mit den Ratsmitgliedern in Kontakt und konnte sich einen Überblick über diese Schulgemeinden verschaffen.

Der erste Kontakt

Seit vergangenem Mai, als er erstmals das Stelleninserat für das Gemeindepräsidium von Niederhelfenschwil sah und sich entschloss, sich für diese Stelle zu bewerben – er wurde nicht angefragt –, befasst sich Simon Thalmann intensiver mit den Leuten und dem Leben in dieser Gemeinde. «Ich schätze die Einwohnerinnen und Einwohner der drei Dörfer», erklärt er, «sie verschliessen sich nicht gegen Neues, sind offen, aber auch stolz auf ihre Traditionen.» Mit kleinen Touren auf dem Bike will er auch all die Weiler und Höfe noch kennenlernen.

Das Amt eines Gemeindepräsidenten hat er bisher nicht angestrebt, obwohl er bereits einmal dafür angefragt wurde. Er habe abgelehnt, weil es damals nicht der richtige Zeitpunkt gewesen sei. Sein Ziel war, allenfalls für ein Schulpräsidium zu kandidieren. Nun möchte er Gemeindepräsident werden.

Dass er der einzige Kandidat sein wird, damit hat Thalmann nicht gerechnet. Er hätte sich auch einem Wahlkampf gestellt: «Ich habe mein Leben lang Sport betrieben und weiss, dass man nicht immer gewinnen kann.» Zudem hat sich auch sein Vater für politische Ämter beworben – und wurde nicht immer gewählt. Die Wahrscheinlichkeit ist nun jedoch gross, dass der 52-Jährige am 23. Oktober als Nachfolger von Lucas Keel, der nach sieben Jahren die Gemeinde verlässt und die gleiche Tätigkeit in Uzwil ausüben wird, gewählt wird. Dass der in Wil wohnhafte Thalmann ostwärts ziehen müsste, ist für ihn eine klare Sache, in welchem Dorf er sich niederlassen wird, das hat er noch nicht festgelegt.

Positives und weniger Positives

«Eine gute Gemeinde ist, wenn die Einwohner abends gerne nach Hause fahren, weil sie gerne dort wohnen», definiert Thalmann. Und er spricht von den Pluspunkten der Gemeinde Niederhelfenschwil. Das ist für ihn die gute Mischung zwischen Landwirtschaft, KMU-Betrieben und dem Gewerbe, das sind die Vereine, die ein tragende Rolle spielen, das ist die schöne Landschaft und das sind die drei Dörfer, die ihre Eigenheiten haben – und dies sei weniger schlimm, als oft behauptet werde. Während der vergangenen Monate hat er allerdings auch Einsicht bekommen, in welchen Bereichen der Gemeinderat – und somit auch der Präsident – gefordert sind. Da ist die Zonenplanung, die grossen Einfluss auf die Zukunft der Gemeinde haben wird. «Ein Punkt, vor dem ich grossen Respekt habe», so Thalmann. Da sind mittelfristig auch die Erneuerungen von Energienetzen und vor allem die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden. Ihn beschäftigt die Tendenz, dass der Kanton nur noch die Zentren fördert und die Randregionen zu drücken versucht. «Die Gemeinde soll ein gutes Verhältnis haben mit dem Kanton», erklärt Thalmann, «aber trotzdem selbstbewusst auftreten.» Der Blick vom Schloss auf die Gemeinde verstärkt dann in ihm das Gefühl, dass Niederhelfenschwil mit Recht selbstbewusst auftreten dürfe.

Richtige Balance finden

Falls Simon Thalmann am 1. Januar 2012 das Amt als Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil antritt, hofft er, dass das seine letzte Stelle sein wird. «Ich kann mir nicht vorstellen, an einem anderen Ort Gemeindepräsident zu sein.» Abschliessend erklärt er, dass dieses Amt der Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn sein werde. «Und auf dem Höhepunkt soll man bekanntlich aufhören», ergänzt er schmunzelnd. Doch vorher hat er noch einige Herausforderungen zu meistern. Als die grösste betrachtet er die Tatsache, dass er die richtige Balance finden müsse. Bei seinen bisherigen Tätigkeiten habe er sich auf die Gesetze und Vorschriften abstützen können, als Gemeindepräsident müsse er für viele Bereiche einen Konsens finden und davor habe er eine gesunde Portion Respekt.

Noch bleiben Thalmann knapp drei Wochen bis zum Wahlsonntag. In dieser Zeit ist er öfters in der Gemeinde zu sehen – an Veranstaltungen und mit dem Bike. Und er freut sich auch – allenfalls – auf die Zeit danach. «Auf eine Bevölkerung, die mir Goodwill entgegenbringt.»

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