Hochwasserschutz: Rickenbach steigt aus

RICKENBACH. Für rund 27 Millionen Franken soll die Region Wil vor einer allfälligen Hochwasserkatastrophe geschützt werden. Bereits seit Jahren laufen die Vorbereitungen. Der Rickenbacher Gemeinderat hat entschieden, sich nicht an den Kosten des Gesamtprojekts zu beteiligen.

Simon Dudle
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Der Alpbach (links) und der Krebsbach führen Wasser aus anderen Gemeinden durch das Dorf Rickenbach der Thur entgegen. (Archivbild: Simon Dudle)

Der Alpbach (links) und der Krebsbach führen Wasser aus anderen Gemeinden durch das Dorf Rickenbach der Thur entgegen. (Archivbild: Simon Dudle)

Auch die Region Wil kann von einem Hochwasser betroffen sein. Dies geht aus einer Gefahrenkarte hervor, die es sowohl für den Kanton Thurgau als auch St. Gallen gibt. Die Gemeinden Wil, Wilen und Rickenbach haben zusammen dem Bundesamt für Strassen (Astra) und den Kantonen St. Gallen sowie Thurgau ein Schutzkonzept ausgearbeitet. Es geht vorab um den Krebs-, den Alp- und den Huebbach. Dabei wird betrachtet, wie man ein 100jährliches Hochwasser möglichst schadenfrei übersteht. Noch ist man auf der Stufe eines Vorprojekts.

Ein Knackpunkt stellen dabei die Kosten dar. Gesamthaft rund 27 Millionen Franken sollen in diese Schutzmassnahmen investiert werden. Ein Kostenteiler wurde bereits erarbeitet: Etwas vereinfacht formuliert würde je ein Drittel auf Bund und Kantone/Dritte entfallen, das letzte Drittel wäre von den drei Gemeinden zu stemmen. Auf Rickenbach entfiele ein Betrag von knapp drei Millionen Franken.

Studie als Entscheidungsbasis

An der Rickenbacher Gemeindeversammlung (mehr dazu auf Seite 30) informierte Gemeindeammann Ivan Knobel am Montagabend, dass Rickenbach aus dem Projekt aussteigt. «Wir tolerieren den Hochwasserschutz, werden uns finanziell aber nicht daran beteiligen», so der Gemeindeammann vor versammelter Runde. Hintergrund: Der Kanton Thurgau hat die Projektierung für das Vorprojekt übernommen, welches mit den Gemeinden, dem Astra und den beiden Kantonen erarbeitet wurde. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht optimal ist.

Was bedeutete der Entscheid für das Hochwasserschutzprojekt? Für Wilens Gemeindeammann Kurt Enderli ist klar, dass es deswegen nicht stirbt. Er sagt: «Wilens Gemeinderat muss für das Dorf Massnahmen in die Wege leiten. Sonst nehmen wir die Verantwortung nicht wahr.»

Machtwort der Regierung

Für Klemens Müller vom Thurgauer Amt für Umwelt steht fest, dass es in allen drei Gemeinden Defizite gibt beim Hochwasserschutz. Das Vorprojekt werde – wohl im Mai – wie geplant abgeschlossen und der Thurgauer Regierung übergeben. Diese wird dann zusammen mit der St. Galler Regierung entscheiden müssen, wie der Hochwasserschutz im Raum Wil auszuführen ist.