Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Hochwasserschutz ist zwingend

Auf Einladung der Grünen Wil-Land nahm die Gemeinde Flawil Stellung zur geplanten Verlegung des Tüfibächlis und die Offenlegung des Dorfbachs beim Marktplatz. Viele Fragen bleiben aber offen.
Angelina Donati
Gleichzeitig mit der Neugestaltung des Flawiler Marktplatzes sollen der Dorfbach und das Tüfibächli renaturiert werden. (Bild: Angelina Donati)

Gleichzeitig mit der Neugestaltung des Flawiler Marktplatzes sollen der Dorfbach und das Tüfibächli renaturiert werden. (Bild: Angelina Donati)

Interessierte Blicke schweifen über das Geländer hinunter zum Dorfbach. «Von wo fliesst das Tüfibächli überhaupt?», will jemand wissen. Die Antwort kommt prompt: «Aus dem Gebiet der Tüfi das im Wald unter Magdenau liegt und an das Botsbergerriet grenzt.» Mit ihrem Augenschein vor Ort vom Mittwochabend widmeten sich die Grünen Wil-Land einem Thema, über das schon lange diskutiert wird und nun konkreten Formen annimmt. So soll mit der Neugestaltung des Flawiler Marktplatzes gleichzeitig das Tüfibächli verlegt sowie der Dorfbach offengelegt werden. Vertreter der Gemeinde und des zuständigen Ingenieurbüros informierten aus erster Hand im alten Feuerwehrdepot. Im Anschluss führte die Partei ihre Hauptversammlung durch.

Im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes werden auch die Bäche renaturiert. So soll das Tüfibächli, das rund um die Migros herum fliesst, via Markplatz geführt und, wie auch der Dorfbach, zu grossen Teilen geöffnet werden. «Die Neugestaltung des Markplatzes ist aber nicht der Grund dafür», betont Adrian Baumgartner, Ingenieur und Mitglied der Geschäftsleitung von Gruner Wepf AG. «Vielmehr wird versucht die beiden Projekte, also den Gewässerausbau und die Platzgestaltung, aufeinander abzustimmen.»

Günstigste aller acht geprüften Varianten

Das Projekt, das den Ausbau und die Sanierung des Baches vorsieht, ist an den Hochwasserschutz geknüpft. Generell sieht das Gewässerschutzgesetz des Bundes vor, heute die Bäche, soweit als möglich wieder offen zu legen. Im Juli 1994 konnte in der Gemeinde das Regenwasser nicht mehr ungehindert abfliessen und es kam zu etlichen Schadenfällen. Aktuell werde die Gefahrenstufe auf mittleres Risiko eingeschätzt, wie René Bruderer, Geschäftsleiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Flawil, erläuterte. Nach der Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen werden die Bäche nicht mehr über die Ufer treten.

Geprüft wurden acht Varianten, die den Abfluss für das Tüfibächi und den Dorfbach langfristig lösen. Die Wahl fiel schliesslich auf die Variante 4c, die laut den Verantwortlichen nicht nur die günstigste ist, sondern auch aus ökologischer Sicht einen Mehrwert schafft. Für die Gemeinde Flawil werden Kosten von netto 3,6 Millionen Franken anfallen. Die Vorstellung eines idyllischen Bächleins, das durch die Gemeinde fliesst, muss der Ingenieur relativieren. Das Projekt sieht vor, dass beide Bäche im Bereich des Marktplatzes mit einer Mauer abgegrenzt werden müssen. «Die Platzverhältnisse in Folge der geplanten Nutzung lassen es nicht anders zu.» Ein Bachufer würde zu viel Raum einnehmen und liesse sich an dieser Stelle nicht verwirklichen. Über die genauen Gestaltungsmöglichkeiten werde derzeit diskutiert, sagt Elmar Metzger, Gemeindepräsident von Flawil. Die Linienführung des Baches hingegen sei bereits definiert. Schliesslich sei der Hochwasserschutz unausweichlich.

Details sind noch längst nicht alle geklärt

Auch die Gemeinde selbst hätte auf das Thema Bäche an einer öffentlichen Infoveranstaltung eingehen wollen, wie Metzger am Anlass der Grünen Wil-Land sagte. «Allerdings noch nicht zu diesem Zeitpunkt.» Schliesslich befinde sich das Projekt noch immer in der Planungsphase, wodurch noch längst nicht alle Details geklärt sind. Dies zeigte sich unweigerlich auch an den detaillierten Fragen der Parteimitglieder, die zum Teil noch ungeklärt bleiben. Dem pflichtet auch Adrian Baumgartner im Nachgang an die Versammlung bei. Es sei sehr zu begrüssen, dass der Wunsch bestand, das Thema aufzunehmen. «Beim heutigen Projektstand fehlen aber die Verbindlichkeiten.» Das Interesse bleibt so oder so, denn: «Gewässer bewegen emotional.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.