Hochwasser ist die grösste Gefahr

Die Gefahrenkarte des Kantons zeigt auf: Uzwil muss sich vor allem vor Hochwasser schützen. Das hat Konsequenzen für Hauseigentümer. Auch die Gemeinde muss Massnahmen treffen. Aktuelles Beispiel: Das neue Gemeindehaus.

Urs Bänziger
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Das Uzwiler Gemeindehaus entsteht direkt an der Uze. Spezielle Massnahmen werden im Neubau das Personal vor Hochwasser schützen. (Bild: Urs Bänziger)

Das Uzwiler Gemeindehaus entsteht direkt an der Uze. Spezielle Massnahmen werden im Neubau das Personal vor Hochwasser schützen. (Bild: Urs Bänziger)

UZWIL. Alteingesessene Uzwilerinnen und Uzwiler werden sich noch gut an den 27. Juni 1970 erinnern – an das letzte grosse Hochwasser. An jenem Tag überschwemmte die Uze ganze Strassenzüge. Auf der Fabrikstrasse breitete sich das Hochwasser zu einem kleinen See aus. Die Gemeinde reagierte auf die Naturgefahr und hat den offenen Bachlauf der Uze ausgebaut und den Entlastungsstollen erstellt.

Gefahrenzone Thurebene

Die Gefahr, dass sich irgendwann wieder einmal kleine Seen auf den Uzwiler Strassen bilden werden, ist zwar gebannt, aber nicht gänzlich beseitigt worden. Der Kanton hat für alle Gemeinden eine Gefahrenkarte erstellt. Diese zeigt auf, dass in Uzwil vor allem das Hochwasser eine potenzielle Gefahr darstellt. Die Karte geht dabei von einem 100- oder 300jährigen Hochwasser aus. Die Gefahrenkarte bildete die Basis für ein Konzept von möglichen Hochwasserschutz-Massnahmen, das die Gemeinde Uzwil nun erarbeitet hat. Eine zentrale Erkenntnis dabei ist, dass aufgrund der Gefahrenkarte keine Auszonungen vorgenommen werden müssen. Aufgezeigt wird aber auch, dass vorab in der Thurebene wegen der Hochwassergefahr keine neuen Einzonungen vorgenommen werden dürfen. «Die Thurlandschaft ist uns heilig und nicht das Gebiet, wo sich die Gemeinde ausdehnen soll. Das Entwicklungspotenzial liegt in der inneren Verdichtung», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker.

Nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für private Hausbesitzer hat die Gefahrenkarte Konsequenzen, sofern sich ihre Grundstücke in gefährdeten Gebieten befinden. «Es hat Auswirkungen auf die Baubewilligungsverfahren. Grundeigentümer müssen dort an ihren Gebäuden Schutzmassnahmen treffen», erklärt Stricker.

Auch öffentliche Bauten tangiert

Doch auch die Gemeinde bleibt vor Hochwasserschutz-Massnahmen nicht verschont. Im Zuge der Erweiterung muss sie um die Sportanlage Rüti Dämme erstellen. Zum Tragen kommen die Massnahmen auch am neuen Gemeindehaus, das direkt an die Uze zu stehen kommt. Sollte der Bach wieder einmal über die Ufer treten und Wasser in das Untergeschoss eindringen, so stehen für die Evakuierung eine Treppe und ein Notausgang zur Verfügung.

Die rot markierten Flächen sind die von Hochwasser am meist gefährdeten Gebiete. Doch auch in den blau und gelb markierten Gebieten müssen bei Bauvorhaben Schutzmassnahmen getroffen werden. (Bild: pd)

Die rot markierten Flächen sind die von Hochwasser am meist gefährdeten Gebiete. Doch auch in den blau und gelb markierten Gebieten müssen bei Bauvorhaben Schutzmassnahmen getroffen werden. (Bild: pd)