Hochstehendes Konzert mit Orchester und Trompete

NIEDERBÜREN. Das Kammerorchester Amriswil und der Solotrompeter Christoph Luchsinger haben am vergangenen Samstag in der St. Michaelskirche in Niederbüren konzertiert.

Vroni Krucker
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NIEDERBÜREN. Das Kammerorchester Amriswil und der Solotrompeter Christoph Luchsinger haben am vergangenen Samstag in der St. Michaelskirche in Niederbüren konzertiert.

Das 1902 als «Sextett-Verein» gegründete Kammerorchester Amriswil ist ein Klangkörper, der mit Schwung und Präzision vorwiegend Werke des Barocks und der Klassik spielt. Das Ensemble wird nach Bedarf mit Bläsern ergänzt, die mit ihrem Einsatz eine spezielle Klangkomponente erzeugen.

Trompeten als Höhepunkt

Das grosse Engagement, die Freude am Musizieren und die Leidenschaft der Mitwirkenden war sicht- und spürbar. Sie liessen alle Facetten eines Kammerorchesters erklingen. Die Finger tanzten auf den Saiten, der Bogen wurde zart, langsam oder kraftvoll-rasant geführt. Seit 1999 steht der St. Galler Hanspeter Gmür am Dirigentenpult.

In der Ouverture zur Oper «Iphigenie in Aulis» vom Geiger und Cellisten Christoph Willibald Gluck wechseln sich weiche, wiegende Klänge mit kraftvollen, schmissigen Melodien ab, was das Wehklagen Agamemnons und das Wüten des Windes widerspiegelt. Einen Höhepunkt bildete das Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn, das letzte seiner Solokonzerte. Die Vielseitigkeit und Strahlkraft der Trompeten kommt im pastoralen A-Dur-Andante besonders zum Tragen. Mit Innigkeit und Ausdrucksstärke überzeugte der bekannte Solist Christoph Luchsinger. Neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer spielt er als freischaffender Trompeter in diversen Orchestern und Ensembles und als Solist.

Puccini und Weber

«I crisantemi» spielten die Streicher allein. Sie präsentierten diese teilweise melancholisch wirkende Komposition von Giacomo Puccini gefühlvoll. Den Abschluss bildete die Sinfonie Nummer zwei C-Dur vom Pianisten Carl Maria von Weber, der die Sinfonie als Zwanzigjähriger schrieb. Dieses höchst anspruchsvolle Werk hat von allen Akteuren Leistung und Konzentration gefordert. Die Frauen und Männer bewiesen ihre Virtuosität und die totale Hingabe an die Musik.

Wer beim Namen «Kammerorchester» bislang eine gewisse Hemmschwelle oder Angst vor allzu schwerer Musik spürte, der ist in Niederbüren eines Besseren belehrt worden.

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