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Hochschule überprüft Sozialhilfestrategie der Stadt Wil

Um die hohe Sozialhilfequote der Stadt zu senken, beantragt der Stadtrat in der kommenden Parlamentssitzung eine Reduktion der Falllast bei den Sozialen Diensten. Zudem soll eine externe Analyse aufklären.

Die Sozialhilfe ist seit längerem ein schwieriges Thema in der Stadt Wil. Der Grund: Seit 2013 sind die Fallzahlen um rund einen Drittel gestiegen, die Sozialhilfequote liegt aktuell bei 4,5 Prozent und ist somit deutlich über dem kantonalen Durchschnitt (2,2 Prozent).

Derzeit verfügen die fallführenden Sozialarbeitenden über 490 Stellenprozente für die Bearbeitung von aktuell 499 Fällen. Auf 100 Stellenprozente entfallen damit über 100 Dossiers. Einer Sozialarbeiterin respektive einem Sozialarbeiter stehen damit pro Fall durchschnittlich nur rund eineinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat zur Verfügung. Eine enge Fallführung kann so nicht gewährleistet werden. Die Sozialbehörde und das Departement Soziales, Jugend und Alter (SJA) haben die Hochschule Luzern mit der Überprüfung und Weiterentwicklung der Sozialhilfestrategie beauftragt. Ziel ist es, die Sozialhilfequote zu senken.

Senkung der Falllast auf 80 pro 100 Stellenprozente

Dario Sulzer Leiter Departement SJA (Bild: PD)

Dario Sulzer Leiter Departement SJA (Bild: PD)

Die Strategie sieht vor, die Falllast bei den Sozialen Diensten zu reduzieren, das Projekt «Sozialhilfepraxis und Rückerstattung Sozialhilfeschulden» weiterzuführen und mittelfristig die Arbeitsintegration auszubauen. «Wir sind überzeugt, dass wir die Leute näher begleiten und diese sich dadurch von der Soziahilfe lösen können», sagt Dario Sulzer, Stadtratmitglied und Leiter des Departements SJA. Vergleichsgemeinden arbeiten mit deutlich tieferen Fallzahlen. Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW hat unlängst für die Stadt Winterthur die positiven Folgen einer reduzierten Falllast bestätigt. «Die Studie bestärkt unser Vorhaben.»

Das Departement SJA möchte darum die Falllast auf 80 pro 100 Stellenprozente reduzieren. Der Stadtrat beantragt im Rahmen des Budgets 2019 zusätzliche Personalressourcen für die Sozialen Dienste. «Es ist ein Pfad, der aufzeigt, wie die Stadt die Quote beeinflussen kann. Ein anderer ist die Analyse der Hochschule», erklärt Sulzer. Zusammen mit der Hochschule Luzern sollen Fragen betreffend der Beeinflussbarkeit von Fallzahlen und Kosten durch die Organisation, der arbeitsmarktlichen Integration von Sozialhilfebeziehenden und der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren überprüft werden.

«Es geht darum, dass alle Einflussfaktoren und auch Dinge, die wir nicht in der Hand haben, extern geprüft und offengelegt werden», sagt Sulzer. Dafür hat der Stadtrat eine neue einmalige Ausgabe in der Höhe von 26000 Franken gesprochen. Die Ergebnisse werden für das zweite Semester 2019 erwartet.

Im Rahmen eines Pilotprojektes haben die Sozialen Dienste seit 2016 die Sozialhilfepraxis überprüft und die Rückerstattung in der Sozialhilfe forciert. Das Projekt habe sich auch in finanzieller Hinsicht gelohnt. Seit Projektstart konnten deutlich mehr Einnahmen generiert werden, als die notwendigen Ausgaben für die geschaffene Stelle betragen. Der Stadtrat hat die Umwandlung der bisher befristeten Stelle in eine unbefristete Stelle im Budget 2019 beantragt.

Vorgesehen ist auch, dass mittelfristig ein Ausbau der Arbeitsintegrationsmassnahmen erfolgt, damit Empfänger der Sozialhilfe möglichst rasch in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Für Sulzer ein wichtiges Anliegen: «Schliesslich sind die Menschen wichtiger als die Sozialhilfequote.» (red/pd)

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