Hobbywinzer an der Arbeit

Am vergangenen Samstag war es endlich so weit: Im Rebberg St. Michael machten sich die Weinfreunde Niederbüren an den dritten Wimmet. Ein wahrer Grund zur Freude für die rund 180 Mitglieder, die einen oder mehrere Rebstöcke selber bewirtschaften.

Christine Gregorin
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Prüfende Blicke auf die Lese: Nur die guten Trauben kommen in die Presse. (Bilder: Christine Gregorin)

Prüfende Blicke auf die Lese: Nur die guten Trauben kommen in die Presse. (Bilder: Christine Gregorin)

NIEDERBÜREN. Das Thermometer zeigt gegen elf Uhr morgens kühle sechs Grad Aussentemperatur an. Der Himmel präsentiert sich bedeckt, aber Gott sei Dank ist es an diesem Morgen zumindest trocken. Im Rebberg St. Michael wird emsig gearbeitet und die Ausbeute strahlend zum Sammel- beziehungsweise Verleseplatz gebracht. Die Stimmung unter den Anwesenden gestaltet sich kameradschaftlich. Man kennt sich, denn alle sind im ländlich beschaulichen Niederbüren zu Hause oder haben einen starken Bezug dazu.

Auch zahlreiche Jungwinzer werden in das Geheimnis der Weinlese eingeweiht. Und natürlich lassen es sich sowohl die Jungen als auch Junggebliebenen nicht nehmen, die Qualität der Trauben zu überprüfen, die durch eine überraschende Süsse punkten. Am Ende befinden sich 406 Kilogramm davon im grossen Bottich. Auf dem Refraktometer erscheinen erfreuliche 85 Grad Öchsle.

385 Rebstöcke gepflanzt

2010 wurden am Hang hinter der katholischen Kirche 385 Rebstöcke Cabernet Jura gepflanzt. Eine von Valentin Blattner gezüchtete Rotweinsorte, ursprünglich aus Soyhières im Kanton Jura stammend. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon mit einem unbekannten, resistenten Partner. Sie gehört zur Gruppe der pilzwiderstandsfähigen Reben. An der ersten Ernte im 2013 konnten 220 Flaschen gekeltert werden, im vergangenen Jahr waren es bereits deren 380.

Guter Jahrgang 2015

Und für den Jahrgang 2015 rechnet der Vorstand der Weinfreunde Niederbüren mit einer erneuten Steigerung. Rebmeister Walter Jung erwartet die erste Vollernte im kommenden Jahr. Er zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung. Aufgrund von Erfahrungswerten seien einzelne, kleinere Verbesserungen vorgenommen worden. «Der Rebberg ist in einem guten Zustand, gesund und macht uns Freude», sagt Walter Jung, und in seiner Aussage schwingt das von ihm an den Tag gelegte Herzblut überdeutlich mit.

Sorgfältig werden die reifen Trauben abgeschnitten.

Sorgfältig werden die reifen Trauben abgeschnitten.

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