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HIV-Selbsttests sind nun erlaubt, in Wil aber noch nicht erhältlich

Seit Dienstag ist der Verkauf von HIV-Tests für zu Hause in Apotheken und Drogerien gesetzlich gestattet. Die Hemmschwelle, einen Test nach einer möglichen Ansteckung durchzuführen, soll somit verkleinert werden. Zu haben sind die Tests in Wil aber noch nicht.
Annina Quast

Künftig soll der Zugang zu HIV-Tests vereinfacht werden: Anstatt eines Tests beim Arzt soll es Tests zur Eigenanwendung für zu Hause bald in den Regalen der Schweizer Apotheken und Drogerien zu kaufen geben. Diese sind in Verbindung mit einem Beratungsgespräch erhältlich. Auf Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit und des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat die Heilmittelbehörde Swissmedic die Abgabe solcher HIV-Selbsttests bewilligt. Der Grundgedanke basiert vor allem auf der Vereinfachung der Zugänglichkeit. Durch die Möglichkeit eines Eigenerwerbs des HIV-Selbsttests können Menschen erreicht werden, die sich sonst möglicherweise nicht testen lassen würden.

In anderen Ländern sind die Tests bereits seit längerem in Apotheken und Drogerien erhältlich. Swissmedic bewilligte den Vertrieb der HIV-Tests, sofern die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden: Konform sind HIV-Tests, die eine CE-Kennzeichnung besitzen. Zudem muss vermerkt sein, dass der Test zur Eigenanwendung geeignet ist.

Arztbesuch nach positivem Testergebnis

Joelle Kenel, Apothekerin aus der Löwen Apotheke in Wil, begrüsst den Entscheid: «Wir sind als Grundversorger gefragt und gefordert. Die Hemmschwelle, einen Test durchzuführen, wird somit gesenkt.»

Auch für die Apothekerin und ihr Team werden diese Beratungen neu sein, dazu werden deshalb Schulungen folgen. Bis die Tests in Wil tatsächlich erhältlich sind, wird noch etwas Zeit vergehen, vermutet Joelle Kenel. «Im Moment können wir die Tests noch gar nicht bestellen. Auch das Team muss noch in dieses Thema eingeführt werden. In zirka drei Monaten wird es dann aber soweit sein.»

Die HIV-Tests sind, wie viele andere Selbsttests, sensitiver eingestellt. Trotzdem ist es für Joelle Kenel wichtig, bereits im Gespräch die Wichtigkeit eines Arztbesuches nach einem positiven Testergebnis zu betonen. «In der Beratung müssen wir den Kunden klar zu einem Arztbesuch auffordern, falls das Testergebnis positiv sein sollte. Trotzdem kann man natürlich niemanden zwingen.» Eine HIV-Diagnose sei heutzutage zwar kein Todesurteil mehr, eine Behandlung aber unverzichtbar.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Apotheken und Drogerien wird der zeitliche Rahmen sein, in dem sich der Kunde entscheidet, einen Test durchzuführen. «Falls die Person innerhalb von 48 Stunden nach einer möglichen Ansteckung kommt, müssen wir sie direkt ins Spital weiterleiten. Mit Sicherheit kann eine Ansteckung jedoch erst drei Monate nach der Exposition ausgeschlossen werden», so Joelle Kenel.

Öffentlichkeit ist vor Apotheken informiert

Obwohl der HIV-Selbsttest seit gestern, gesetzlich verkauft werden darf, stehen die Apotheken noch im Ungewissen: Apotheker und Geschäftsführer Rudolf Schittenhelm von der Apotheke und Drogerie Weiss, weiss auch nach einem Telefonat mit dem Grossvertreiber noch nichts Genaueres. Auch dieser hat noch nichts vom baldigen Verkauf der Tests gehört.

In der Apotheke Amavita musste bereits die Nachfrage eines Kunden mit einem Schulterzucken beantwortet werden. Man kenne noch keinen genauen Namen des Tests, somit könne man ihn auch noch nicht bestellen. Auch der genaue Zeitpunkt des Verkaufs ist noch unklar. Während auf der Website des BAG der 1. Juli angesetzt ist, rechnet Rudolf Schittenhelm mit einer Woche bis zur Lieferung, Joelle Kenel dagegen mit zwei bis drei Monaten.

Die Resonanz der Apotheken ist aber durchweg positiv. Oft wird der Vergleich mit der «Pille danach» gezogen, deren Vertrieb und Erwerb ähnlich funktioniert und sich bewährt hat.

Der HIV-Selbsttest soll in Apotheken und Drogerien mit einer Beratung erhältlich sein. (Themenbild: Gaetan Bally/Keystone)

Der HIV-Selbsttest soll in Apotheken und Drogerien mit einer Beratung erhältlich sein. (Themenbild: Gaetan Bally/Keystone)

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