Hitzesommer mit extremen Temperaturen: Der Juli bescherte der Region Wil 21 Sommer- und acht Hitzetage

Im Hintertreffen liegen seit März hingegen die Niederschlagsmengen. Der Trend zu trockeneren Monaten, der seit der Jahrtausendwende klar ersichtlich ist, hält also weiterhin ungebrochen an.

Christoph Frauenfelder
Drucken
Teilen
Keine Wolken am Himmel: Im Juli war der Sommer auf Hitzekurs.

Keine Wolken am Himmel: Im Juli war der Sommer auf Hitzekurs.

Bild: Michael Probst / AP

Der Sommer ist weiterhin auf Hitzekurs. Insbesondere in der zweiten Julihälfte hat er wieder voll aufgedreht und am letzten Tag noch eine Temperaturspitze von 35,1 Grad erreicht. Diese liegt nur 0,6 Grad unter dem bisherigen Absolutwert von 35,7 Grad im Juli 2019. Das Monatsmittel der Temperatur erreichte mit 20,4 Grad erneut einen beachtlichen Überschuss von 2 Grad (Referenzperiode 1981–2010). Der Temperaturumfang bewegte sich zwischen 10 und 35 Grad.

Der Juli lieferte 21 Sommertage (über 25 Grad) und acht Hitzetage (über 30 Grad). Beide Werte liegen massiv über dem langjährigen Mittel. Die Reihe zu warmer Monate wird schon seit Mai 2019 fortgesetzt. Die Heizgradziffer ergab 0 Grad.

Regenmenge zwar defizitär, aber nicht prekär

Seit März liegen die Niederschlagsmengen im Hintertreffen. Der Juli erreichte mit 93 Millimeter nur gerade zwei Drittel einer durchschnittlichen Monatsregenmenge. Zum Glück entwickelte sich aber nie eine längere Trockenperiode. Der Trend zu trockeneren Monaten, der seit der Jahrtausendwende klar ersichtlich ist, hält also weiterhin ungebrochen an. Am 1. Juli wurde auf dem Säntis die letzte Schneedecke verzeichnet. Üblich wäre ein Monat später.

Nachdem der Juni ein kleines Defizit vorzuweisen hatte, ging es im Juli mit üppigem Sonnenschein weiter. 250 sonnigen Stunden wurden gezählt. Das entspricht einem Überschuss von 10 Prozent.

Auch in den mittleren Windgeschwindigkeiten wird eine deutlich zunehmende Tendenz verzeichnet. Ebenso legen seit einiger Zeit die Sturmböen in Gewittern zu. Beinahe 100 km/h wurden am 10. Juli in einem kleinen Giftzwerg von einem aus dem Nichts entstandenen Gewitter verzeichnet.

Hinweis: Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.

Mehr zum Thema