HISTORISCHER TRIUMPH
Nach souveränem Heimerfolg gegen Romanshorn: Der Frauenfussballclub Uzwil ist zum ersten Mal Ostschweizer Cupsieger

Die Uzwiler Frauen (2. Liga) gewinnen den Ostschweizer Cupfinal gegen Romanshorn (2. Liga) souverän mit 2:0. Was die Protagonisten zu diesem historischen Erfolg sagen – und weshalb der Triumph der Uzwilerinnen verdient ist.

Tim Frei
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Grosse Freude: Bei den Uzwilerinnen gibt es nach dem ersten Cup-Triumph der Klubgeschichte kein Halten mehr.

Grosse Freude: Bei den Uzwilerinnen gibt es nach dem ersten Cup-Triumph der Klubgeschichte kein Halten mehr.

Bild: Michel Canonica (Henau, 4. Juli 2021)

Der Sportplatz Rüti in Henau ist diese Saison offensichtlich ein Erfolgspflaster. Mit dem absolut verdienten Cupsieg gegen Romanshorn stellte dies das 2.-Liga-Team des Frauenfussballclubs (FFC) Uzwil eindrücklich unter Beweis – und damit nur eine Woche nach den Aufstiegen des FC Uzwil, des FC Henau und der 2b-Equipe des FFC Uzwil. Womit die Saison der Uzwiler Fussballgemeinde einen krönenden Abschluss erfährt.

Umso grösser war der Jubel bei den Uzwiler Spielerinnen und ihren Trainern. Sie lagen sich in den Armen, hüpften vor Glück und skandierten: «Campione, Campione, olé, olé!» Zu guter Letzt wurde der Pokal gemeinsam in die Höhe gestreckt, und Champagner spritzte durch die Luft.

Uzwil-Captain Fabienne Gämperle (Mitte) wird der Pokal überreicht.
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Und dann kann die Cupfeier so richtig losgehen.
Champagner spritzt durch die Luft, der Pokal wird in die Höhe gestemmt.
Auch bei den beiden Co-Trainern Andy Jurt (links) und Adriano Santos ist die Stimmung ausgelassen.
Das Siegerbild der Uzwilerinnen.
Ein wichtiger Schritt zum Cupsieg: Uzwils Führungstreffer kurz vor der Pause.
Nach dem 2:0 durch Clarissa Jung (Nummer 19) gibt es kaum noch Zweifel über den Ausgang des Ostschweizer Cupfinals 2021.
Die beiden Teams schenken sich nichts in diesem kapitalen Spiel.
Die Uzwilerinnen (in Gelb) zeigen sich äusserst kämpferisch und kaufen den Romanshornerinnen damit den Schneid ab.
Romanshorn-Torhüterin Karin Raymann (hier gegen Uzwils Clarissa Jung) hinterliess nicht immer einen sattelfesten Eindruck.

Uzwil-Captain Fabienne Gämperle (Mitte) wird der Pokal überreicht.

Bilder: Michel Canonica

Die beiden Co-Trainer, Adriano Santos und Andy Jurt, konnten ihre Freude auch wenige Momente nach den ersten Feierlichkeiten nicht verstecken:

«Wir sind enorm stolz darauf, was das Team in dieser Saison geleistet hat. Die Spielerinnen haben sich diesen Cupsieg einfach verdient.»

Uzwilerinnen wollten den Titel unbedingt – und sie lieferten

Captain Fabienne Gämperle rang genauso um Worte – und sagte schliesslich: «Es ist unglaublich, vor so vielen Zuschauern nach so langer Zeit einen Titel zu gewinnen.» Der Pokal sei allerdings auch das klare Ziel gewesen. Dass dies keine leere Worthülse war, machte sich früh bemerkbar.

Die Startphase des Cupfinals war zwar ausgeglichen mit kaum Torraumszenen, weil beide Teams einen frühen Treffer in diesem kapitalen Spiel vermeiden wollten. Dennoch war unübersehbar, mit welchem Willen und welcher Entschlossenheit die Uzwilerinnen in die Zweikämpfe gingen – und so den weitgehend blass gebliebenen Gästen aus dem Thurgau relativ früh den Schneid abkauften.

Spielerin der Partie hebt Teameffort hervor

Das 1:0 des Heimteams war somit nur eine Frage der Zeit. Es dauerte dennoch bis in die 43. Minute, als Fabienne Gämperle Uzwil mit einem sehenswerten Heber erlöste. Mit etwas Glück hätte sie den Gastgeber bereits nach einer halben Stunde in Führung gebracht, tropfte ihr Schuss doch zuerst an die Latte und dann auf die Linie statt ins Tor.

Kurz nach Wiederanpfiff spielte Gämperle als Vorlagengeberin des 2:0 durch Clarissa Jung erneut eine zentrale Rolle. Darauf angesprochen, ein Tor und einen Assist zum erstmaligen Cupsieg des FFC Uzwil beigetragen zu haben, meinte Gämperle: «Das ist sicher toll, doch es war ein Teameffort, der diesen historischen Erfolg überhaupt erst ermöglicht hat.»

Starker Saisonschlussspurt dank Teamleistung und fordernden Trainern

Und genau diese Attitüde war die Basis für diesen starken Schlussspurt der Uzwilerinnen, die nach dem Restart wettbewerbsübergreifend alle fünf Partien gewonnen – und somit nicht nur den Cuptitel geholt haben, sondern auch in der Meisterschaft einen Sprung von Platz 8 auf Rang 3 gemacht haben. Gämperle lobte die beiden Trainer:

«Dass wir nach dieser langen Pause einen solchen Lauf hatten, ist auch ihr Verdienst – sie haben sehr viel von uns gefordert.»

Adriano Santos und Andy Jurt, die das Team in ihrem ersten Jahr (Saison 2019/2020) in die 2. Liga geführt haben, meinten: «Wir sind sehr glücklich, wurde diese zweijährige harte Arbeit belohnt.»

Uzwil – Romanshorn 2:0 (1:0)
Sportplatz Rüti, Henau – 341 Zuschauer – SR. Hugentobler.
Tore: 43. Gämperle 1:0. 54. Jung 2:0.
Uzwil: L. Egli; Vettiger (70. Curaba); Wohlgenannt (80. Weibel), Moser; Baumgartner (21. M. Egli); Baumann, Nägele (53. Kleger), Gämperle, Widmer (53. Wirth); Zehnder, Jung (76. Sieber).
Romanshorn: Raymann; Ottenburg (76. V. Gibasova), Locher, Schindler, Manser; Lang (57. Abächerli), Demircan, Affentranger, A. Gibasova; Pfomann, Majorana.