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Historischen Charakter trotz Renovationsarbeiten bewahrt: Ehemaliges Gemeindehaus wird Büro für soziale Dienste

Die Renovationsarbeiten am denkmalgeschützten ehemaligen Gemeindehaus an der Flawilerstrasse in Niederuzwil hat den Handwerkern einiges abverlangt. Nun sind die sozialen Dienste in das Gebäude eingezogen.
Philipp Stutz
«Gemeindehaus» prangt noch immer in grossen Lettern an der Fassade der Fabrikantenvilla. Diese Beschriftung wird bleiben.(Bilder: Philipp Stutz)

«Gemeindehaus» prangt noch immer in grossen Lettern an der Fassade der Fabrikantenvilla. Diese Beschriftung wird bleiben.
(Bilder: Philipp Stutz)

Im ehemaligen Einwohneramt des alten Gemeindehauses ist ein Bijou zu Tage getreten, das vorher unter einem Doppelboden verborgen geblieben ist. «Es handelt sich um einen Kassetten-Parkettboden aus Eiche, Nussbaum und Ahorn», sagt Klemens Dudli, der für den Umbau verantwortliche Architekt. Die kantonale Denkmalpflege klärte ab, ob die ehemalige Villa als kommunales oder kantonales Schutzobjekt klassifiziert sein soll.

Mit dem Ergebnis, dass es sich um ein Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung handelt. «Daher mussten wir beim Umbau mehr Rahmenbedingungen einhalten und auf historische Details und Gestaltung achten», sagt Dudli und fügt hinzu: «Die Handwerker waren gefordert.» Die intensive Mitwirkung der Denkmalpflege hat zur Folge, dass im Haus an verschiedenen Orten wieder auflebt, was über Jahrzehnte an historischer Substanz zerstört und den funktionalen Anforderungen an die Gegebenheiten der Gemeindeverwaltung geopfert wurde.

Architekt Klemens Dudli zeigt den klassischen Kassetten-Parkettboden.

Architekt Klemens Dudli zeigt den klassischen Kassetten-Parkettboden.

Gespräche erfordern eine gewisse Diskretion

In den Räumen der sozialen Dienste werden Gespräche geführt, die eine gewisse Diskretion erfordern. Daher musste dem Schallschutz besondere Beachtung geschenkt werden. Auch Aspekte des Feuerschutzes mussten berücksichtigt werden. Der Publikumsverkehr konzentriert sich aufs Erdgeschoss. Dort befinden sich Empfang und Sekretariat. Im Entrée wurde ein neuer Klinkerboden verlegt. Die sechs Besprechungszimmer sind mit Namen von Bäumen gekennzeichnet, die den Park zieren, der das historische Gebäude umgibt: Tulpenbaum, Esche, Eiche, Ahorn und Föhre. Auch unterscheiden sie sich in ihrer optischen Gestaltung und Farbgebung. Die Malerarbeiten sind mit Ölfarbe ausgeführt worden.

Sicherheitsaspekte mussten berücksichtigt werden

Der erste Stock wurde aus Sicherheitsgründen mit einer Glaswand vom Erdgeschoss abgetrennt. Auch wurden Überwachungskameras installiert. Die obere Etage ist nur dem Personal zugänglich. Dort befinden sich die Büros der Beraterinnen und Berater. Die Räume präsentieren sich gegenüber früher mehr als zweckmässig. Sie sind eher als feudal zu bezeichnen. Grundsätzlich drängt sich die Frage nach der gerechten Nutzung dieses Gebäudes auf. So hätten sich Teile der Villa beispielsweise auch für die Galerie zur alten Bank geeignet.

Das Dachgeschoss bleibt vorderhand ungenutzt und dient als Raumreserve im Hinblick auf regionale oder verwandte Lösungen. Die sozialen Dienste – Jugend- und Sozialberatung sowie Schulsozialarbeit – befanden sich bis anhin in einem Gebäude an der Henauerstrasse 20. Dieses hat die Gemeinde inzwischen an ein Immobilienunternehmen verkauft (die «Wiler Zeitung» hat berichtet).

Empfang und Sekretariat befinden sich im Eingangsbereich.

Empfang und Sekretariat befinden sich im Eingangsbereich.

Gebäude weiterhin öffentlich nutzen

Mit dem Umzug der sozialen Dienste ins ehemalige Gemeindehaus bleibt gewährleistet, dass die ehemalige Villa mit Park weiterhin öffentlich genutzt wird. Mit Sekretariat und Praktikantin werden acht Mitarbeiter in das Gebäude einziehen.

Die Bauabrechnung liegt noch nicht vor. Mit dem Budget 2018 hatte die Bürgerschaft einen Kredit von 680 000 Franken für die Umnutzung des ehrwürdigen Gebäudes an der Flawilerstrasse 2 genehmigt. An den denkmalpflegerischen Mehrkosten gegenüber dem Kostenvoranschlag wird sich die Denkmalpflege mit einem massgeblichen Beitrag beteiligen.

Wichtiger Zeitzeuge

Das Gebäude ist ein kantonales Schutzobjekt. Das manifestiert die Bedeutung des Hauses als wichtiger Zeitzeuge der St. Galler Industriegeschichte. Die Villa wurde 1885 von Gottlieb Naef-Kraut erbaut. Er war Leiter der kaufmännischen Abteilung und der Spinnerei des Textilunternehmers Mathias Naef. Die Gemeinde erwarb das Gebäude 1912 und nutzte es als Gemeindehaus, ehe die Verwaltung in den Neubau an der Lindenstrasse umzog. (pd)

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