Historisch
Es geht um über 19 Millionen Franken: Diese zwei Hürden gilt es für die Sanierung des Hof zu Wil noch zu nehmen

Nachdem der Kantonsrat einen Kredit über 5,4 Millionen Franken gesprochen hat, ist es nun am Stadtparlament und an der Bevölkerung über den Anteil der Stadt zu befinden. Widerstand ist dabei kaum zu erwarten. Das Parlament will jedoch Auflagen stellen, um das touristische Angebot Wils besser zu fördern.

Gianni Amstutz
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Der Hof zu Wil steht vor der dritten und letzten Sanierungsetappe.

Der Hof zu Wil steht vor der dritten und letzten Sanierungsetappe.

Bild: Dinah Hauser

Der Kantonsrat hat schon Ja gesagt, nun fehlt noch die Zustimmung des Stadtparlaments und der Wiler Bevölkerung. Diese zwei Hürden müssen noch genommen werden, bevor die dritte Sanierungsetappe des Hof zu Wil in Angriff genommen werden kann. Mit Gesamtkosten von mehr als 25 Millionen Franken handelt es sich dabei um ein kostspieliges Projekt. Neben der baulichen Ertüchtigung stehen bei der dritten Etappe besonders die Schaffung einer Hofbezirk-Erlebniswelt im Zentrum.

Der Kanton hat bereits 5,4 Millionen Franken gesprochen. Weitere 800'000 Franken werden von der kantonalen Denkmalpflege in Aussicht gestellt. Die Stiftung Hof zu Wil sowie die Stadt sollen sich mit je 9,625 Millionen Franken beteiligen. Der Anteil der Stiftung soll dabei durch die Stadt in Form eines zinslosen Darlehens übernommen werden.

Keine Gegenstimme in der Kommission

Das Parlament wird voraussichtlich im Juli über den Kredit und das Darlehen befinden. Bereits jetzt zeichnet sich eine deutliche Zustimmung ab. Die vorberatende Kommission stimmte den Anträgen des Stadtrats ohne Gegenstimme zu.

Gleichzeitig will das Parlament jedoch ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Details des Projekts geht. Das Kernanliegen sei, mit einer weiteren Öffnung der Hofanlage für die Bevölkerung die touristische Attraktivität der Stadt Wil zu erhöhen. Dazu hat die Kommission eine Liste mit Auflagen an die Stiftung Hof zu Wil verfasst.

So sollen beispielsweise die geplanten Wohnungen im Haus Rotter Gatter nicht fix vermietet, sondern unter dem Motto «Ferien im Baudenkmal» angeboten werden. Zudem verlangt die Kommission, dass für die Besuchenden und das Personal ein Mobilitätskonzept erstellt wird. Dabei sei die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu fördern.

Das «Gruyère der Ostschweiz»

Die Hoffnungen der Stadt in Bezug auf das Projekt sind riesig. Gemäss dem Bericht des Stadtrats soll Wil mit der Sanierung des Hofs aus touristischer Sicht zum «Gruyère der Ostschweiz» werden. Dieser Vergleich beziehe sich auf die Lage mit Altstadt und Schloss – und nicht etwa auf die Besucherzahlen. Denn während Gruyère jährlich rund 150'000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet, rechnet Wil nach der Sanierung des Hofs gerade einmal mit einem Zehntel davon.

Stimmt das Parlament im Juli dem Kredit zu, soll bereits im September eine Volksabstimmung folgen. Baustart wäre im April 2022, der Abschluss der Arbeiten ist im Herbst 2024 vorgesehen.