HINTERTHURGAU: Senior will Jugend für die Politik begeistern

Junge interessieren sich zu wenig für Politik und sind politisch inaktiv, ist CVP-Urgestein Richard Peter überzeugt. Mit einem neuen Jugendprojekt will er das nun ändern. Dieses ist parteiübergreifend.

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Möglichst viele Jugendliche sollen aus dem eigenen Schatten treten und politisieren. Richard Peter (links) mit einem Teil seiner «Schützlinge» am letzten Treffen vor den Sommerferien. (Bild: Peter Mesmer)

Möglichst viele Jugendliche sollen aus dem eigenen Schatten treten und politisieren. Richard Peter (links) mit einem Teil seiner «Schützlinge» am letzten Treffen vor den Sommerferien. (Bild: Peter Mesmer)

Richard Peter im Hinterthurgau vorzustellen, hiesse Wasser in die Murg zu tragen. Kaum ein Amt, das der 72-jährige Ehrenbürger von Balterswil nicht schon ausgeübt hätte. Unter anderem war er Schulpräsident, Ortsvorsteher, Gemeinderat, Gemeindeammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Gemeinden, Kantonsrat, Grossratspräsident und dazu noch vieles mehr.

Die Hände in den Schoss zu legen, ist bis heute überhaupt nicht das Ding des umtriebigen Ex-Politikers. Er hat sich das Ziel gesetzt, seine Begeisterung für die Politik und seine Erfahrung an die Jugend weiterzugeben. Unterstützt von den Ortsparteileitungen der Hinterthurgauer CVP, lancierte er deshalb das «Politische Jugendprojekt 2020», kurz «PJP 2020».

«Umfragen zeigen, dass bei den Jugendlichen das allgemeine Interesse an der Politik – und erst recht dasjenige, sich selber politisch einzubringen – sehr klein ist», sagt Peter. Seiner Meinung nach liegt das hauptsächlich an mangelhafter, nicht jugendgerechter Information und nicht vorhandenem Wissen. Allerdings habe er bei den Kantonsratswahlen des vergangenen Jahres auch anderes erfahren dürfen, als er die Junge CVP im Wahlkampf begleitete. «Es war einfach toll, was ich mit diesen jungen Leuten erleben durfte. Ihre Wissbegier und ihre hohe Einsatzbereitschaft und schlussendlich auch der Erfolg, den wir mit unserer Liste feiern durften, hat in mir die Lust auf mehr geweckt.» In der Jugend sieht Richard Peter «brach liegende Ressourcen für die Politik», die es in Zukunft besser zu nutzen gilt.

Diesen Frühling hat er ausgesuchte Jugendliche im Alter zwischen 17 und 25 Jahren, die ihm von den Ortsparteien der CVP gemeldet wurden, angeschrieben. 18 junge Frauen und Männer, das entspricht fast zehn Prozent der Angeschriebenen, gaben eine positive Rückmeldung. 14 davon nahmen dann an einem ersten Informationsgespräch teil, und alle 14 und vermutlich die anderen vier dazu werden an weiteren Treffen ebenfalls dabei sein.

Sein Projekt will Richard Peter indes parteiübergreifend verstanden wissen. «Egal mit welchen Parteien sie sympathisieren oder in welcher Partei sie eventuell schon Mitglied sind: In unserer Gruppe sind alle Polit-Newcomer oder solche, die es werden wollen, herzlich willkommen», rührt er die Werbetrommel parteiübergreifend. (red)