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Hinter der Fassade gehts tierisch ab

Mit der Herisauer Puppenspielerin Kathrin Bosshard hat die Donnerstagsgesellschaft in Oberuzwil eine köstlich verspielte, aber auch hintergründige Geschichte um verschiedenste Charaktere auf die Bühne gebracht.
Kathrin Meier-Gross
Kathrin Bosshard schlüpft in die verschiedenen Persönlichkeiten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kathrin Bosshard schlüpft in die verschiedenen Persönlichkeiten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Vorsichtig wird die Kiste abgesetzt, die weissen Handschuhe werden angezogen. Dann mustert die schwarz gekleidete Kathrin Bosshard das weitere Mobiliar auf der Bühne im evangelischen Kirchgemeindehaus. Es sind verschiedenste Sitzgelegenheiten. Sachte wird der Holzstuhl dem Publikum zugewandt und schon ist man mitten drin in der Geschichte des Theaters «Fleisch und Pappe».

Gans Milenka liest ihrer Pflegemutter, der Kröte Frau Berger, aus dem «Struwelpeter» vor. Derweil springt der Hausbesitzer, Gigolo und Zocker Hase, vom Bürostuhl auf und erklärt das Hausreglement. Glücklicherweise zieht mit Frau Inflagranti, einer Hyäne, eine neue Bewohnerin in die Beletage. Ihr fröhliches Lachen und ihre Gastfreundschaft passen nicht so ganz in dieses ehrenwerte Haus.

Mieze Lätitzia räkelt sich derweil mit Migräne in ihrem Fauteuil. Und Altpunker Lutz, der Hund, träumt von vergangenen Zeiten, als er mit seiner Band die Bühnen rockte.

Tiere werden zu Charakteren

Gespielt werden all diese Figuren von Kathrin Bosshard. Sie schlüpft geschmeidig von Puppe zu Puppe und lässt mit ihrer wandelfähigen Stimme die selbst gefertigten Tierpersönlichkeiten zu Charakteren werden, die mal mit wienerischem Schmäh (Kröte), mit frecher Züri-Schnurre (Hase) oder unverständlichem Kauderwelsch (Hyäne) überzeugen.

Fein abgestimmt in Ton und Licht wird das Schauspiel durch den Oberuzwiler Theaterschaffenden Boris Knorpp. Kathrin Bosshard, die nur kurz in ihrem angestammten Beruf als Lehrerin tätig war, studierte von 1996 bis 2000 Puppenspielkunst in Berlin. Anschliessend gründete sie das Theater «Fleisch und Pappe», arbeitete als Dozentin und hat für ihre Projekte schon verschiedenste Preise erhalten. Sie übernimmt jeweils auch Gastauftritte bei den satirischen Jahresrückblicken «Bundesordner» im Casinotheater Winterthur.

Tierische Figuren mit menschlichen Zügen

Hase, der unverbesserliche Spieler, erhält von Hyäne einen Koffer voller Geld. Aber er setzt im Casino auf die falsche Farbe. Das Resultat: Geld und Wohnung sind unwiderbringlich weg. Gut gibt es Mieze. Die weigert sich aber, den ehemaligen Liebhaber wieder bei sich aufzunehmen. Die Kröte, enttäuscht darüber, dass ihr Nachwuchs sich nicht mehr blicken lässt, stänkert nach einer Einladung von Hyäne über die Gastgeberin. Hund Lutz beteuert, dass nicht er ins Treppenhaus gekotzt hat und rockt, bis er das Zeitliche segnet. Mieze Lätitzia, welche für das Treppenhausdesaster ursächlich verantwortlich ist, verbündet sich mit Kröte.

Endgültiger Abschied von der Beletage

Hase lässt sich überzeugen, dass Hyäne aus dem Haus muss und wechselt kurzerhand die Schlösser aus. Hyäne nimmt es mit Humor auf und verabschiedet sich. Jetzt beanspruchen die übrigen Bewohner die Beletage für sich. Ausser der unterdrückten Milenka. Sie hat den Gashahn geöffnet und ein Zündholz hineingeworfen. Jetzt kann sie endlich heimfliegen.

Am Samstag, 22. September, um 20.15 Uhr tritt Kathrin Bosshard im Rössli-Saal in Mogelsberg mit dem gleichen Programm, «Unter Artgenossen», auf.

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