Hingabe und Knochenarbeit

Das Sinfonische Orchester Wil konzertierte in Niederhelfenschwil und Wil. Einen besonderen Genuss bereitete die Solocellistin Julia Pfenninger.

Vroni Krucker
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Die junge Solocellistin Julia Pfenninger spielte das gesamte Konzert auswendig. (Bild: Vroni Krucker)

Die junge Solocellistin Julia Pfenninger spielte das gesamte Konzert auswendig. (Bild: Vroni Krucker)

NIEDERHELFENSCHWIL. Das Sinfonische Orchester Wil unter der Leitung von Kurt Pius Koller spielte am Freitag in der barocken Pfarrkirche Niederhelfenschwil ein Benefizkonzert zugunsten des afrikanischen Spitals Endamarariek. Der Präsident der Stiftung, der ehemalige Dorfarzt Sales Huber, war beim Konzert anwesend. Am Samstag wiederholte das renommierte Orchester das Programm bei ihrem Frühlingskonzert in der Tonhalle in Wil.

Sinding zu Beginn

Das Sinfonische Orchester startete mit «Frühlingsrauschen», einer der populärsten Kompositionen des Norwegers Christian Sinding. Wellenartig, vom leisen Flüstern des Windes bis zum stürmischen Rauschen erklangen die Melodien. Das Cellokonzert Nr. 1 von Camille Saint-Saëns ist höchst anspruchsvoll. Das Solocello steht im Vordergrund, der Begleitpart verlangt vom Orchester ebenfalls totale Konzentration. Mit fast traumwandlerischer Sicherheit spielte die junge Solistin Julia Pfenninger das ganze Konzert auswendig und begeisterte die Zuhörenden – Hingabe gepaart mit harter Knochenarbeit. Edvard Grieg (1843–1907) komponierte die Musik für Henrik Ibsen, der das dramatische Gedicht «Peer Gynt» nach einem norwegischen Märchen von Peter Christen Asbjornsen zu einem Bühnenstück bearbeitete. Das anspruchsvolle Werk in fünf Akten verlangt von allen Mitwirkenden höchste Achtsamkeit, Virtuosität und Einfühlungsvermögen. Von ganz hohen oder tiefen Tönen in verschiedensten Tempi, vom zartesten Pianissimo bis zum fast ekstatischen Forte fortissimo fehlte keine Facette. Auch Harfe und Fagott setzten Akzente.

Strauss und Suppé zum Schluss

Für viele Zuhörende ein Leckerbissen war der «Frühlingsstimmenwalzer» von Johann Strauss jun. Die Motive beschäftigen sich thematisch mit dem Frühling. Dabei wird zum Beispiel die mit dieser Jahreszeit verbundene Fröhlichkeit und Frische durch die sprunghaften Dur-Motive verkörpert oder die Vogelstimmen durch die Querflöten-Parts. Das Publikum zeigte seine Begeisterung durch lang anhaltenden Applaus und stehende Ovationen. Mit der Zugabe der fröhlichen Ouverture aus der Operette «Die schöne Galathée» von Franz von Suppé endeten die beiden Konzertstunden.