HILFE: Der Ausbau lohnt sich

Das Spital von Endamarariek (Tansania) wird aus der Gemeinde Niederhelfenschwil unterstützt. Nach einem geforderten Ausbau wird das Centre ein offizielles Privatspital und erhält mehr Hilfe vom Staat.

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Das Spital in Endamarariek. (Bild: PD)

Das Spital in Endamarariek. (Bild: PD)

Seltsame Zufälle drängten den ehemaligen Niederhelfenschwiler Arzt Sales Huber vor bald dreissig Jahren zur Finanzierung des kleinen Krankenhauses der Baldegger Schwester Clementina Bütler. Er durfte zunächst auf grosse Unterstützung eines erfolgreichen Pfarreiprojektes in Niederhelfenschwil-Zuckenriet zählen. Zwölf Jahre später musste das Mutterkloster wegen Personal- und Geldmangel jegliche Hilfe stoppen. Die alleingelas­sene einheimische Belegschaft kämpfte ums Überleben. Aus Niederhelfenschwil und Wittenbach wurde Nothilfe geboten.

Endamarariek liegt in einer verlassenen Stohhüttenregion im Hochland von Mbulu im Norden Tansanias. Die Zufahrtswege sind ohne Belag und in der Regenzeit nur schwierig zu befahren. Die Wasserversorgung ist in den Trockenmonaten prekär. Im Gemeindegebiet leben etwa 25000 Einwohner, nahe den grossen Naturparks. Das Projekt mit Spital, Schulen, Pfarrei und Wasserversorgung läuft inzwischen schon 25 Jahre. Neben dem Spital und dem aus der Schweiz finanzierten Sekundar- und Mittelschulzentrum mit 800 Studenten ist ein grosses Dorf mit Gewerbe entstanden.

Grösserer Operationssaal im Bau

Im Vordergrund steht der Ausbau in eine fachärztlich geführte Allgemeinchirurgie und für bild­gebende Diagnostik. Der jetzige Chirurg ist nur für geburtshilf­liche Chirurgie und einfache Bauchoperationen ausgebildet. Die Stiftung konnte einen sehr guten Allgemeinchirurgen mit Masterdiplom und Ausbildung in Röntgen- und Ultraschalldiagnostik auf Ende 2017 vertraglich binden. Zwei der heutigen Ärzte besuchen bereits Fortbildungskurse. Zurzeit wird ein grösserer Operationssaal gebaut. Die Stiftung wird dabei von privaten Spendern, vom Rotary-Club Wil-Hinterthurgau sowie den 3.-Welt-Freunden Wittenbach unterstützt. Endlich wird Röntgen verfügbar. Die neu entwickelten digitalen Röntgengeräte liefern Bilder, die früher bei konventionellen Geräten für Patienten nicht bezahlbar gewesen wären.

Streng kontrollierter Armenfonds

Die Stiftung übernimmt so weit wie möglich die Kosten für ein wirtschaftliches und zweckorientiertes Überleben des Spitals, welches bestrebt sein soll, möglichst eigenwirtschaftlich zu arbeiten (heute 50%). Für mittellose Patienten finanziert die Stiftung einen streng kontrollierten Armenfonds. Zusammen mit den üblichen Defizitbeiträgen sowie dem Armenfonds und dem Umbau erwartet die Stiftung für das Jahr 2017 ein Finanzaufwand von 170000 bis 180000 US-Dollar.

Absprache zwischen Stiftung und Regierung

Das Health Centre Endamarariek wird nach dem Ausbau ein offizielles Privatspital und staatlich stärker unterstützt. Dies nach Absprache zwischen der Stiftung, dem Spital und einem Staatsvertreter im September. Die Stiftung hofft, dass dank der Spenden ­dieser wichtige Schritt vollzogen werden kann. (vk)

Weitere Informationen zur Stiftung und zum Spital: <%LINK auto="true" href="http://www.endamarariek.ch" text="www.endamarariek.ch" class="more"%>