HICKHACK: Kiesgruben-Streit geht weiter

Nachdem sich die Wuppenauer knapp gegen eine neue Kiesgrube ausgesprochen haben, stellt sich nun die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Zudem nimmt die Firma Cellere Stellung zur Gemeindeversammlung und bemängelt das «tiefe Gesprächsniveau».

Simon Dudle
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Wie es mit der Swisscom-Antenne bei der Wuppenauer Kiesgrube Groosswis weitergeht, ist noch nicht geklärt. (Bild: Mario Testa)

Wie es mit der Swisscom-Antenne bei der Wuppenauer Kiesgrube Groosswis weitergeht, ist noch nicht geklärt. (Bild: Mario Testa)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Dem Nein zur Erweiterung der Wuppenauer Kiesgrube Groosswis war eine lange und emotionale Gemeindeversammlung vorausgegangen. Beim entsprechenden Traktandum äusserten sich hauptsächlich die Gegner, einige Befürworter, nicht aber die zuständige Firma Cellere Bau AG. Zwar waren auf Wunsch der Gemeindebehörde zwei Fachplaner im Saal, sie brachten sich jedoch nicht in die Diskussion ein.

Bei Cellere gibt es aber dennoch Kommunikationsbedarf: Das Unternehmen verschickte nun eine Stellungnahme. Die Gegner der IG «PRO Leitbild/DepoNIE» hätten mit «Unwahrheiten» und «rufschädigenden Aussagen» gegenüber der Firma operiert. Es sei eine gute Chance verpasst worden, die Tiefbauunternehmen und Gartenbaufirmen der Region mit heimischem Kies zu bedienen. Zulieferungen aus dem Ausland würden zunehmen, was ökologisch und wirtschaftlich keinen Sinn ergebe.

Nach happigen Vorwürfen ein Konter

Und dann folgt der Frontalangriff. Cellere zeigt sich über das Gesprächsniveau der IG-Vertreter enttäuscht. «Statt Fakten dienten falsche Behauptungen, Lügen und ungerechtfertigte Anschuldigungen als Argumentarium», schreibt das Unternehmen. Was konkret gemeint ist, will Christoph Stucki, Technischer Leiter bei Cellere, nicht sagen, «um nicht noch mehr anzuheizen». Der Vorwurf, die Informationspolitik sei «desaströs» gewesen, lässt man bei Cellere nicht gelten. Es hätten diverse Gespräche mit der Gemeinde, den Anwohnern, den Organisationen WWF und Pro Natura und interessierten Einwohnern stattgefunden. Dabei seien auch Zugeständnisse gemacht worden. Zudem habe es im November des Vorjahrs auch eine öffentliche Infoveranstaltung gegeben.

Bei den Gegnern sieht man die Sache anders. Deren Sprecher, Maurus Duelli, entgegnet: «Jetzt sind sie auch noch schlechte Verlierer. Es wurden vier Jahre lang keine Zahlen genannt. Bei Cellere wusste man genau, dass es eine deutliche Niederlage zur Folge gehabt hätte, wenn die Zahlen publik geworden wären.» Dass die IG gelogen habe, lässt Duelli nicht gelten. «Wir haben noch an der Gemeindeversammlung eine achtseitige Broschüre verteilt. Das Unternehmen soll uns mal zeigen, welche Zahlen dabei nicht gestimmt haben.»

Die Grube bleibt vorerst bestehen

Obwohl die Anfeindungen kein Ende nehmen, ist der Blick vorwärtszurichten. Noch bis November 2019 darf im Gebiet Groosswis Baumaterial recycelt werden. Was danach geschieht und wann das Gebiet rekultiviert sein wird, lässt Stucki offen. Man wolle das in den nächsten Wochen zuerst intern besprechen.

Interessant ist auch, wie es mit der Handyantenne weitergeht, welche in der Kiesgrube betrieben wird. Gerüchte, wonach der Vertrag mit Swisscom gekündigt sei, weist Stucki zurück. Der Kontrakt sei unlängst gar verlängert worden. Für IG-Sprecher Duelli ist vorstellbar, dass die Antenne auch nach der Rekultivierung an gleicher Stelle weiter betrieben wird, selbst wenn das nicht zonenkonform sei.