«Herkules-Aufgabe» kostete Kraft

Am 9. Februar verlässt Michael Knechtle als Leiter Volksschule die Gemeinde Oberuzwil. Er hat eine anspruchsvolle Umbauphase im Bildungsbereich hinter sich. Der Gemeinderat hat die Präsidialkommission mit der Neubesetzung der Kaderposition beauftragt.

Philipp Stutz
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Mit der Reorganisation im Bildungsbereich der Einheitsgemeinde Oberuzwil sollen Ober- und Unterstufe näher zusammenrücken. (Bild: Philipp Stutz)

Mit der Reorganisation im Bildungsbereich der Einheitsgemeinde Oberuzwil sollen Ober- und Unterstufe näher zusammenrücken. (Bild: Philipp Stutz)

OBERUZWIL. «Durch den Weggang von Michael Knechtle entsteht eine Vakanz», sagt Gemeindepräsident Cornel Egger auf Anfrage. Knechtle, Leiter Volksschule, habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen umfassenden Veränderungsprozess eingeleitet mit dem Ziel, die Schulen Oberuzwils stärker in die Organisation der Gemeinde einzubinden. Mit der neuen Führungsstruktur mussten viele Abläufe und Zuständigkeiten neu geregelt werden, was in enger Zusammenarbeit mit den Schulleitungen geschah. Unter Michael Knechtles Führung seien zahlreiche Projekte in den Bereichen Schulentwicklung, Musikschule, Kommunikation und Informatik realisiert worden, schreibt die Gemeinde in ihrem Mitteilungsblatt.

«Modell hat sich bewährt»

Michael Knechtle wurde 2012 als Leiter Volksschule der Einheitsgemeinde Oberuzwil gewählt. Diese Funktion war im Rahmen des neuen Schulführungsmodells geschaffen worden. «Nach Ansicht des Gemeinde- und Schulrats hat sich dieses Konzept bewährt», sagt Cornel Egger. Es werde deshalb weitergeführt. Die Stelle soll dem Anforderungsprofil entsprechend ausgeschrieben werden, wobei Anpassungen im Zuge der Stellenbesetzung möglich seien.

Fragen aufgeworfen

«Veränderungen in der Organisation bergen Unsicherheiten und werfen Fragen auf», beantwortet der Gemeindepräsident eine entsprechende Frage. Das liege in der Natur der Sache. Die neue Funktion auszuüben, sei für den Leiter Volksschule nicht immer einfach gewesen. «Das bedeutete eine Herkules-Aufgabe, die viel Kraft gekostet hat und zuweilen zermürbend war», sagt Cornel Egger.

Die operativen Geschäfte des Leiters Volksschule umfassen personelle Angelegenheiten von Lehrpersonen sowie von Schülerinnen und Schülern. Dass sich Kritik breit machte, ist ein offenes Geheimnis. Der Gemeindepräsident gibt sich diesbezüglich bedeckt. Räumt aber ein, dass offene Fragen entstanden seien. In der Mitteilung der Gemeinde ist denn auch von einer «anspruchsvollen Umbauphase» die Rede.

Mangelndes Vertrauen?

Ob's an Vertrauen gemangelt hat? An einem Schulforum mit der gesamten Lehrerschaft hatte Michael Knechtle nach seinem Stellenantritt betont, dass gegenseitiges Vertrauen für Veränderungsprozesse eine wesentliche Voraussetzung sei: «In einer vertrauensvollen Beziehung versucht einer den anderen zu verstehen, auch wenn er sich einmal nicht klar ausdrückt. In einer Beziehung mit wenig Vertrauen hingegen wird man auch dann missverstanden, wenn man sich sehr genau ausdrückt. Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Vertrauen bilden Basis der Zusammenarbeit.»

Richtschnur gelegt

Schulleiter der Oberstufe und Primarschule bildeten unter Leitung von Michael Knechtle die Schulleiterkonferenz. «Das ist gleichbedeutend mit der Geschäftsleitung der Schule», verdeutlicht Cornel Egger. Mit der Neuorganisation sollen Ober- und Unterstufe näher zusammenrücken. Zuständigkeiten neu geregelt, Formulare vereinheitlicht werden, damit für beide Abteilungen die gleichen Massstäbe gelten. «Damit ist eine Richtschnur über die zwei Schulstufen gelegt worden», bilanziert Cornel Egger.

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