Veranstalter wollen keine Sauf- und Fressmeile

Der Herbstmarkt zählt zu den wichtigsten Aktivitäten des Geschäftszentrums Uzwil (GZU). Er ist ein Publikumsmagnet, was sich auch im finanziellen Erlös der Veranstaltung widerspiegelt.

Philipp Stutz
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Jrène Chiavi, Präsidentin des Geschäftszentrums Uzwil, und Rolf Raschle, der während 18 Jahren im Vorstand und OK des Herbstmarkts mitgewirkt und nun seine Demission eingereicht hat. (Bild: Philipp Stutz)

Jrène Chiavi, Präsidentin des Geschäftszentrums Uzwil, und Rolf Raschle, der während 18 Jahren im Vorstand und OK des Herbstmarkts mitgewirkt und nun seine Demission eingereicht hat. (Bild: Philipp Stutz)

«Der Herbstmarkt des vergangenen Jahres war wiederum ein voller Erfolg», sagte OK-Präsident Rolf Raschle an der Hauptversammlung des Geschäftszentrums Uzwil vom vergangenen Dienstag. Er gehört dem Vorstand des GZU seit 18 Jahren an, zuletzt als Präsident des Herbstmarkts. Nun hat er seine Demission bekannt gegeben. Der Anlass habe sich positiv entwickelt, nachdem Werbung und Sponsoring angepasst wurden.

In den vergangenen Jahren hat die Abrechnung immer schwarze Zahlen ergeben. 2018 konnte nun ein Gewinn von rund 21000 Franken erzielt werden. Dieser soll in den Herbstmarkt reinvestiert werden. Auch die Weihnachtsbeleuchtung harre einer Erneuerung, wurde an der Versammlung betont. Raschle lobte die gute Zusammenarbeit im OK, schränkte aber ein: «Wenn man einen solchen Grossanlass organisiert, trägt man auch Verantwortung.»

Sachbeschädigungen bleiben Ausnahme

Am Herbstmarkt Uzwil werden alle Beizen durch lokale Vereine betrieben. Das hat Tradition seit den 80er-Jahren. Je grösser der Verein, desto grösser die Beiz. Ein Verein führt maximal drei Jahre das gleiche Restaurant. Danach wird rotiert, und das gibt auch neuen Vereinen die Chance, sich als Beizer am grössten Kulturanlass in der Region Uzwil zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht jeweils der Freitagabend. Dann verwandelt sich das Zentrum zur Partymeile.

Bei derart vielen Besuchern an der für einmal autofreien Bahnhofstrasse bestehe immer eine gewisse Gefahr, dass etwas Unvorhergesehenes passieren könne, sagte Raschle. Als negative Punkte erwähnte er Sachbeschädigungen und Scharmützel. Doch das blieben Ausnahmen. Lobenswert sei die Unterstützung von Vereinen und Geschäften im Zentrum, die sich mit Engagement an diesem Anlass engagieren. «Der Herbstmarkt hat es geschafft, seinen Charakter als Treffpunkt der Bevölkerung zu behalten und nicht zur Fress- und Saufmeile zu verkommen», sagte Raschle.

Nächstes Jahr feiert das Geschäftszentrum Uzwil sein 50-jähriges Bestehen. «Wir kümmern uns um die Geschäfte im Zentrum und fördern den Verkaufsstandort», lautet das Credo der Vereinigung, der aktuell 40 Mitglieder angehören. Sie tritt mit einem neuen Logo an die Öffentlichkeit.

«Uzwil wird ein attraktiver Ort bleiben»

Dass das Zentrum zuweilen einen eher ausgestorbenen Eindruck hinterlasse, werde oft in der Bevölkerung kritisiert, sagte GZU-Präsidentin Jrène Chiavi. «Doch wir definieren uns über das Wohl der Uzwiler.» Man bleibe aktiv im Zentrum und sei zukunftsorientiert unterwegs. «Ich bin überzeugt, dass Uzwil ein attraktiver Ort bleiben wird.»

Die Aktivitäten und Aktionen der Vereinigung sind inzwischen institutionalisiert und werden auch im laufenden Vereinsjahr wieder durchgeführt. Chiavi erwähnte die Muttertagsrose und den Weihnachtsmarkt, der im Dezember im Innenhof der Zentrumsüberbauung stattfindet. Hinzu kommt der Adventsanlass mit dem feierlichen Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung sowie natürlich der Herbstmarkt mit seiner überregionalen Ausstrahlung.

Neue Mitglieder im Vorstand

Viele «Uzebatze» sind im Umlauf. Sie können bei der St. Galler Kantonalbank in Uzwil gekauft und bei sämtlichen Mitgliedern des Geschäftszentrums Uzwil eingelöst werden. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert. Die Anpassung der Statuten erfolgte ohne Wortmeldung. Das Eigenkapital der Vereinigung beträgt rund 50000 Franken. Neben Rolf Raschle trat auch Andreas Frick aus dem Vorstand zurück. Mit Sven Eberhard und Claude Moser wirken zwei neue Mitglieder im Vorstand mit.

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