«Herbstmarkt ist ein Phänomen»

Heute und morgen wird Uzwils Zentrum zur Fussgängerzone. Es ist Herbstmarkt, schönes Wetter wird prophezeit. Gute Voraussetzungen für ein Volksfest, an dem sich «tout Uzwil» trifft. Erwartet werden gegen 15 000 Besucher.

Philipp Stutz
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Marktchef Rolf Raschle mit dem Plan des Herbstmarkts: Wiederum werden neunzig Aussteller zugegen sein. (Bilder: stu.)

Marktchef Rolf Raschle mit dem Plan des Herbstmarkts: Wiederum werden neunzig Aussteller zugegen sein. (Bilder: stu.)

UZWIL. Jedes Jahr, immer zwei Wochen nach dem Bettag, kann das Dorfzentrum nur zu Fuss erreicht werden. Bahnhof- und Neudorfstrasse überquellen, und in den Beizen ist abends kaum mehr ein Sitzplatz zu ergattern. Der Anlass trägt weniger Markt- als vielmehr Volksfestcharakter.

Neunzig Aussteller

Wiederum werden an die neunzig Aussteller entlang der Strassen mit ihren Ständen aufgereiht sein. «Und dies, obwohl die Regionale Industrie- und Gewerbeausstellung dieses Jahr die Werbebudgets der Gewerbler stark in Anspruch genommen hat», sagt Marktchef Rolf Raschle.

Neu hinzu gekommen ist die Bühne der Wiler Zeitung, wo viel Abwechslung geboten wird: Rock, Jodel, Elektro, Guggenmusik und eine Fitness-Show. Der Platz der St. Galler Kantonalbank soll zur Begegnungszone werden. Organisator ist dort die Evangelisch-Methodistische Kirchgemeinde. Der Innenhof der Zentrumsüberbauung wandelt sich zu einem Kinderparadies, verbunden mit einem Wettbewerb.

Tunnel wird zur Beiz

Für einmal bildet der Bahndamm, der Uzwil und Oberuzwil trennt – von einer Fusion soll hier nicht die Rede sein –, keine Grenze. In der «Tunnelbeiz», vom FC Uzwil geführt, können sich Bewohner der beiden Dörfer näher kommen. Dörfligeist und örtliche Rivalitäten sind wenig gefragt.

Selbstverständlich findet sich entlang des Markts eine Vielzahl weiterer Beizen mit unterschiedlichem kulinarischem Angebot. Sie reichen von Raclette über Grillspezialitäten bis hin zu Spanferkeln und Pferdefilets.

Heute abend, bei hereinbrechender Dunkelheit und zunehmender Kälte, ist dann Zusammenrücken gefragt. Der endgültige Rückzug in die feuchtfröhliche Gemütlichkeit wird nicht aufzuhalten sein.

Die Aufgaben des Marktchefs sind vielfältig. Die Vorbereitungen beginnen jeweils bereits Anfang Jahr. Dazu zählen die Standreservationen, das Organisieren der Infrastruktur und das Versenden der Anmeldeformulare. «Später muss die Einteilung vollzogen und eine Unzahl von Fragen beantwortet werden», ergänzt Raschle, der einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit in die Vorbereitungen des Grossanlasses steckt.

Nicht nur Markt

«Der Anlass ist kein reiner Markt», sagt Rolf Raschle, «er wird ergänzt durch die Präsentation der im Geschäftszentrum Uzwil zusammengeschlossenen Detaillisten und Gewerbler.» Aus diesem Grund bleibt die Zahl der Marktfahrer beschränkt. «Die Kundenpflege steht im Vordergrund», betont der Marktchef. Damit die Sicherheit gewährleistet bleibt, steht ein privates Unternehmen im Einsatz, welches das Gelände überwacht. «Ausser einigen wenigen Scharmützeln hatten wir in den vergangenen Jahren keine Probleme, die Stimmung war nicht aufgeheizt», betont Raschle.

Erfolg ist schwer erklärbar

Der Gewinn, der aus dem Herbstmarkt verbleibt, verwendet das GZU für die Weihnachtsbeleuchtung. Kostet doch alleine deren Montage schon einige tausend Franken. «Wir planen auch, den Sonntagsverkauf mitzufinanzieren und attraktiver zu gestalten», ergänzt der Marktchef. Der Herbstmarkt ist Garant für einen Publikumserfolg. «Er hat Kultcharakter», sagt Rolf Raschle. Auf welche Faktoren die Beliebtheit dieses Anlasses zurückzuführen ist, kann er nicht genau definieren. «Aber ohne den Herbstmarkt würde in Uzwil etwas fehlen.»