HENAU: Neuer Elan in altem Kraftwerk

Die Trunz & Wirth AG in Henau, Architektur und Baumanagement, besteht seit dreissig Jahren. Nun hat Inhaber Karlpeter Trunz mit zwei jungen Architekten seine Nachfolge geregelt.

Philipp Stutz
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Firmengründer Karlpeter Trunz (Mitte) und die beiden neuen Mitinhaber Thomas Eberle (links) und Benjamin Saner. (Bilder: Philipp Stutz)

Firmengründer Karlpeter Trunz (Mitte) und die beiden neuen Mitinhaber Thomas Eberle (links) und Benjamin Saner. (Bilder: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Zwar ist das Flusskraftwerk an der Thur schon vor Jahrzehnten stillgelegt worden. Anlagen beim Felsen, von dem das Wasser in den Fluss stürzt, aber sind noch vorhanden. Und im ehemaligen Kraftwerkraum befinden sich die Büros der Trunz & Wirth AG. Dort hat sich einiges verändert. Benjamin Saner und Thomas Eberle, beide diplomierte Architekten BA ZFH, sind Mitinhaber des Unternehmens geworden und werden dessen Zukunft mit- und weitergestalten. Karlpeter Trunz, der das Pensionsalter erreicht hat, unterstützt die beiden während der nächsten drei Jahre mit reduziertem Pensum. Saner und Eberle sind bereits seit einigen Jahren in der Unternehmung tätig und haben entsprechende Erfahrung sammeln können. «Wir gehen mit einer grossen Portion Zuversicht und Schwung in die Zukunft und werden die Arbeiten weiterhin mit Leidenschaft und Kompetenz in Angriff nehmen», betonen die beiden.

Aus bescheidenen Anfängen weiterentwickelt

Vor dreissig Jahren gründeten die beiden Architekten Hansruedi Wirth und Karlpeter Trunz gemeinsam das Architekturbüro. Das Domizil befand sich in einer Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in Niederuzwil. Während die Planung in den Aufgabenbereich von Hansruedi Wirth zusammen mit Bauzeichnern und einem Lehrling fiel, war Karlpeter Trunz auf der Ausführungsseite mit Bauleitern tätig. Seine Frau Rosmarie besorgte schon damals die Administration. Anfangs widmete sich das Büro der traditionellen Architektur mit der Planung von Einfamilienhäusern und Umbauten. «Dann kamen laufend grössere Aufträge hinzu», erinnert sich Karlpeter Trunz. Er erwähnt den Bau der Gärtnerei Weber und des Wohnheims im Bisacht, beide in Oberuzwil, sowie den Umbau der Kantonalbank-Niederlassung in Uzwil.

In der Folge wickelte das Unternehmen grössere Aufträge für Wettbewerbsarchitekten ab. Und so wurde das Baumanagement zu einem wichtigen Standbein der Trunz & Wirth AG. Hier gilt es namentlich, Kosten, Termine und Bauabläufe zu überwachen. Das beginnt bei der Schätzung und setzt sich im Kostenvoranschlag, der Ausschreibung, in den Werkverträgen, der Bauleitung und Abrechnung bis hin zu Garantiearbeiten fort. Inzwischen hat sich die Trunz & Wirth AG einen guten Namen in diesem stets wichtiger werdenden Bereich geschaffen. Zu den vollendeten Aufträgen zählen unter anderen das Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum in Weieren, das Feuerwehrdepot in Gossau und der Neubau der Raiffeisenbank in Niederuzwil. Neben der traditionellen Architektur und dem Baumanagement bilden Industriebauten das dritte Standbein. So realisierten Trunz & Wirth unter anderem das Logistikcenter der Camion Transport AG in Rümlang. «Wir sind glücklich über diese Diversifikation», bilanziert Karlpeter Trunz.

Chance für zwei junge Architekten

2009 trat Hansruedi Wirth in den Ruhestand, und Karlpeter Trunz wurde alleiniger Eigentümer. 2011 stiess dann Benjamin Saner, ein Jahr später Thomas Eberle dazu. Beide haben dasselbe Architekturstudium absolviert. Und beide ergänzen sich beruflich gut. Saner, wohnhaft in Oberuzwil, ist eher im planerischen, Eberle, in Bischofszell ansässig, im ausführenden Bereich tätig. Karlpeter Trunz hat sich schon längere Zeit um seine Nachfolge bemüht. Und so bot sich den beiden jungen Architekten die Möglichkeit, unternehmerisches Risiko einzugehen und Miteigentümer zu werden. Die Trunz & Wirth AG zählt zwischen zehn und elf Mitarbeiter. «Es ist wichtig, dass meine Nachfolger auf einen guten Auftragsbestand zählen können», betont Karl- peter Trunz. Umsatzzahlen will er nicht nennen, zieht aber durchwegs eine positive Bilanz: «Uns geht es gut.»