Heisse Stimmung und kühle Drinks

Das Konzept des Sömmerifestes in Wil geht auch nach über zehn Jahren noch auf.

Christof Lampart
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Dichtes Gedränge und gute Laune: Der Sölectronica-Day-Dance erfüllte die Erwartungen der Partygäste voll und ganz. Bilder: Christof Lampart
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Ausgelassen lachen und feiern: das ist «Sömmeri».
Freunde treffen und feiern: Trotz grossem Besucheraufmarsch herrschte am ganzen Fest eine friedliche und entspannte Atmosphäre.

Dichtes Gedränge und gute Laune: Der Sölectronica-Day-Dance erfüllte die Erwartungen der Partygäste voll und ganz. Bilder: Christof Lampart

Dass seit über zehn Jahren bestehende Sommerfest wechselte in diesem Jahr zwar den Standort – vom Hofberg in den urbanen, an der Stadtgrenze gelegenen Wiler Stadtteil Bild auf das Firmengelände der Holzbau S. Müller AG –, doch am eigentlichen Konzept wurde nach wie vor festgehalten: Nebst einem abwechslungsreichen Sound wurde an Streetfood und Grilliertem und – selbstverständlich – an einem reichhaltigen Barsortiment festgehalten.

«Wer feiern und trinken kann, sollte später laufen»

Was auch Toni aus Münchwilen schätzte: «Am Sömmeri ist es halt immer locker, nett und die Bar weiss zu überzeugen. Da kommt es mir schon entgegen, dass ich nun eigentlich vom neuen Standort leichter nach Hause laufen kann. Da habe ich zwar auch eine halbe Stunde, aber wie heisst es doch: Wer feiern und trinken kann, sollte später laufen», erklärt der gut gelaunte Mittvierziger, der sich hier «keineswegs alt» unter den vielen Jungspunden vorkommt. «Man ist doch nur so alt, wie man sich fühlt», springt ihm eine jüngere Frau bei, die sich gerade mit einigen Biers im dichten Gewusel vorbei drängt.

Ein Platz zum Posieren

Tatsächlich ist zur späten Stunde ein ungestörtes Plätzchen auf dem Festgelände ein rares Gut. Eine Stelle wird ganz besonders gesucht. Denn ganz vorne bei der Bühne, wo die Bässe noch ein bisschen intensiver Wummern als anderswo, wogt die Menge dicht an dicht. Wer hier etwas trinken möchte, ist schlichtweg selber schuld und sein Bier schneller wieder los, als er es konsumieren kann. Hier gilt nur eines: Man zeigt sich von seiner besten Seite. «Das ist hier einfach mega», erklärt denn auch eine unbekannte, wohlgebräunte Schönheit ebenso viel- wie nichts sagend, als sie die Kamera am Hals des Schreibenden baumelnd erblickt – und sich schon fast reflexartig automatisch in Pose wirft. Ungefragt natürlich. Sie wird an diesem Abend mitnichten die einzige sein, die sich so verhält.

Wie der Sohn, so der Vater

Drei «Klicks» später und 20 Meter weiter kann man an der Bar etwas durchatmen. Was allerdings nicht fürs Personal gilt, das im Akkord Bier zapft und andere Getränke heranschleppt. Hier ist die Theke – und somit ein Platz, an dem man traditionell ins Gespräch kommen kann. Bruno aus Wil schätzt am «Sömmeri», dass «es zwar Themenabende gibt, man sich aber trotzdem nicht fehl am Platz fühlt, wenn man für einmal nicht den Abend erwischt, der genau dem eigenen Musikgeschmack entspricht». Sagt’s und nippt am Drink, den ihm sein junger Begleiter mitgebracht hat. «Mein Sohn meinte halt, dass ich mal mitkommen sollte – und ich bereue es nicht», schiebt der gesetzte Herr gut gelaunt erläuternd nach. Nur um sich wenig später zu verabschieden – in Richtung der wummernden Bässe.