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Heisse Probleme in den Schwimmbädern: Wie Badis mit der Hitze umgehen

Arbeiten, damit andere geniessen können: In den Badis gibt es bei warmen Temperaturen viel zu tun. Besonders in den Sommerferien.
Marco Enzler
Bei sonnigem Wetter haben die Badmeister und Aufsichtspersonen alle Hände voll zu tun. (Bild: Marco Enzler)

Bei sonnigem Wetter haben die Badmeister und Aufsichtspersonen alle Hände voll zu tun. (Bild: Marco Enzler)

Während einigen die Hitze zusetzt, freuen sich andere über das sommerlich warme Wetter. Eines ist beiden Gruppen gemein: Sie sind oft am und im Wasser anzutreffen – sei es beim Plantschen im Fluss, im See oder im öffentlichen Schwimmbad.

Die Badi-Gäste bewegen sich hauptsächlich vom Schatten ins Wasser und wieder zurück. Dazwischen ein kurzer Abstecher zum Badi-Kiosk, um sich mit einer kühlenden Glace oder einer Portion Pommes frites zu stärken. Aber auch Beachvolleyball, Pingpong und natürlich das «Tschutte» dürfen nicht zu kurz kommen. Während der Gast geniesst, sehen sich Betreiber, Badmeister und Aufsichtspersonen vor gewisse Herausforderungen gestellt.

Grosse Freude über viele begeisterte Badegäste

«Selbstverständlich freuen wir uns, wenn viele Gäste in die Badi kommen. Dafür ist die Badi ja schliesslich da», sagt Marcel Schneller, Geschäftsleiter der IGP Sportpark Bergholz Wil. Dennoch bedeute dies für den Badmeister mehr Aufwand und man benötige mehr Aufsichtspersonal, um die Sicherheit der Besucher jederzeit gewährleisten zu können. Roland Bott, Badmeister in der Badi Flawil, sagt: «Ich freue mich, wenn viele Gäste bei uns in der Badi sind. Die Zeit geht für mich dann viel schneller vorbei.»

Auch in Uzwil tönt es ähnlich. Vor allem vor und nach den Öffnungszeiten der Badi gäbe es mit Aufbau- und Aufräumarbeiten mehr zu tun als sonst, erklärt Badmeister Reto Steiner. Er betont aber: «In meinen 23 Jahren als Badmeister habe ich nie die Freude am Job verloren.» Besonders am Herzen liegen den Badi-Verantwortlichen die Sicherheit und Gesundheit ihrer Gäste. Marcel Schneller appelliert hierfür auch an die Eltern: «Wir stellen zunehmend fest, dass Eltern ihre Kinder nicht oder nur ungenügend beaufsichtigen. Unsere Mitarbeiter können nicht auf die Kinder aufpassen.»

Auch wenn sich ernsthafte Vorfälle eher selten ereignen, sind die Badmeister in Erster Hilfe gut geschult. Häufig kämen kleinere Verletzungen wie Schürfungen, Insektenstiche oder Krämpfe vor. Dies soll jedoch nicht über grössere Gefahren hinwegtäuschen. Laut Schneller würden sich die Gäste manchmal darüber beschweren, wenn man sie zum Duschen auffordere oder sie vom direkten Reinspringen ins Badewasser abhalte. Aber:

«Nebst hygienischen Gründen ist das Duschen auch wichtig, um einen möglichen Kälteschock beim Eintauchen zu vermeiden.»

Der vor allem bei Kindern unbeliebte und oft gehörte Satz «Nicht ins Becken springen!» kann also tatsächlich Leben retten. Generell sollten bei heissen Temperaturen einige grundlegende Regeln eingehalten werden. Reto Steiner erklärt: «Es ist für die Badegäste sehr wichtig, nicht zu überhitzen.» Er empfiehlt deshalb, sich wenn immer möglich im Schatten aufzuhalten, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich regelmässig abzukühlen. Für die Sonnenanbeter ist zudem mehrmaliges Eincremen und das Tragen einer Kappe angezeigt. Auch er selbst müsse seine eigenen Empfehlungen strikt befolgen, so Steiner, damit er im Falle eines Falles denn auch sofort ins Wasser springen könne, ohne seinerseits eine Schockreaktion zu riskieren.

Wasserqualität immer im Auge behalten

Auf die Wasserqualität hat die Hitze nur einen kleinen direkten Einfluss. Roland Bott erklärt, man brauche bei heissen Temperaturen zur Bekämpfung von Bakterien minim mehr Chlor. Zur Bindung von Schmutz würden aber auch vermehrt andere ungiftige Chemikalien wie beispielsweise Aktivkohle zugegeben. Zudem führe man öfter Frischwasser zu und pflege die Filteranlage gründlich. So könne die Wassertemperatur gesenkt und die Wasserqualität erhöht werden.

Weil die Leute mehr schwitzen und viel Sonnencreme ins Wasser bringen, ist das Duschen auch so wichtig. «Die Wasserqualität kann nur dann gut sein, wenn die Badegäste dazu beitragen», sagt Reto Steiner. Dann steht dem erfrischenden Badevergnügen nichts mehr im Weg.

Sechs Regeln für den unfallfreien Badespass

Laut der SLRG, der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft, ertrinken jährlich rund 50 Personen in der Schweiz. Besonders Kinder seien gefährdet: Bei ihnen sei Ertrinken noch immer die zweithäufigste Todesursache. Dass viele dieser Todesfälle durch Entwicklung eines Bewusstseins für die Gefahren vermieden werden könnten, davon ist die SLRG überzeugt. Auf ihrer Website finden sich deshalb unter anderem folgende sechs Baderegeln:

  1. Kinder nur begleitet ans Wasser lassen. Kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.
  2. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser. Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  3. Nie überhitzt ins Wasser springen. Der Körper braucht Anpassungszeit.
  4. Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen. Unbekanntes kann Gefahren bergen.
  5. Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser. Sie bieten keinerlei Sicherheit.
  6. Lange Strecken nie alleine schwimmen. Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.

Hinweis

Weitere Informationen unter
www.slrg.ch/praevention

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