Heimvorteil im Dunkeln?

Seitenblick

Gianni Amstutz
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Seit nunmehr elf Spielen wartet der FC Wil in der Challenge League auf einen Sieg. Es scheint fast so, als könnte die Mannschaft nicht gewinnen. Dabei setzen die Klubverantwortlichen seit Jahren alles daran, um dem FC Wil wenigstens auf heimischem Terrain das Siegen zu erleichtern.

2012 erfolgte der Stadionausbau. 6000 Fans fänden seither im Stadion Platz, um ihre Mannschaft anzufeuern. Ob es einen Heimvorteil gibt, mag umstritten sein. Dass ein solcher bei weniger als 1000 Zuschauern, die sich im Durchschnitt zu den Heimspielen des FC Wil ins Bergholz verirren, nicht zu Stande kommt, ist aber sicher.

Glücklicherweise waren die Planer des neuen Stadions klug genug, nicht darauf zu vertrauen, dass die Spieler Woche für Woche vor einem ausverkauften Stadion zu Höchstleistungen angetrieben werden. Vorausschauend entschieden sie sich dafür, einen Kunstrasen in der IGP-Arena zu verlegen. So sollte zumindest sichergestellt werden, dass ein Grossteil der Liga mit der Wiler Granulatunterlage zu kämpfen hat. Doch auch dieser Umstand, der eigentlich zu mehr Heimsiegen führen sollte, brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Welche Optionen blieben also noch übrig, um dem ehemaligen Champions-League-Aspiranten doch noch das Gewinnen zu lehren? Vielleicht ist auch die als ungenügend befundene Stadionbeleuchtung, nur Teil des Planes, dem FC Wil zu mehr Punkten zu verhelfen. Unter dem Motto: «Wenn beide Mannschaften weder Ball noch Tor sehen können, springt für die Wiler am Ende immerhin ein 0:0 heraus». So entfernte man beim Umbau des Stadions geschickt die alte, Super League taugliche Stadionbeleuchtung und liess es im Bergholz dunkel werden. Doch trotz all dieser Massnahmen verliert der Wil weiter. Düster sieht es also nicht nur im Stadion aus, sondern vor allem beim Blick auf die Tabelle. Dort belegt Wil derzeit den letzten Platz. Was die Fans des notleidenden Fussballvereins trösten dürfte, ist der Fakt, dass in den vergangenen Jahren der Abstieg nur am grünen Tisch möglich war, wenn Lizenzvorgaben der Swiss Football League nicht erfüllt werden konnten. Findet sich nicht bald eine Lösung für die Lichtanlage des Stadions, könnte es im Hinblick auf die nächste Saison auch den FC Wil treffen. Dann ist definitiv Lichterlöschen angesagt.

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch