HEILIGE: Der Berufungsgeschichte gedacht

Die Katholische Pfarr- und Kirchgemeinde Wil beging gestern in der Kirche St. Peter feierlich das Patrozinium. Dieses wurde würdevoll durch den Cäcilienchor St. Peter mitgestaltet. Doch was ist das eigentlich?

Christof Lampart
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Der Cäcilienchor St. Peter gestern Vormittag bei seinem Auftritt am Patrozinium von St. Peter. (Bild: Christof Lampart)

Der Cäcilienchor St. Peter gestern Vormittag bei seinem Auftritt am Patrozinium von St. Peter. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

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Der Cäcilienchor St. Peter und das Ad-hoc-Orchester standen unter der musikalischen Leitung von Markus Leimgruber. Beide musizierten von der Empore her. Der Gottesdienst im gut zur Hälfte gefüllten Gotteshaus wurde von Stadtpfarrer Roman Giger gehalten.

Giger erinnerte an die zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden Heiligen, Petrus und Paulus, denen man mit diesem Patrozinium gedenke. Der eine ein einfacher Fischer, der andere ein intellektueller Pharisäer – und doch hätten beide auf ihre eigene Art ihre ganz eigene «Berufungsgeschichte» erlebt. In diesem Zusammenhang lohne es sich, sich selbst einmal zu fragen, welches die ganz eigene Berufungsgeschichte eines jeden Gläubigen sei, gab Giger zu bedenken.

Todestag des Märtyrers wird jedes Jahr gefeiert

Leicht und auch fröhlich erklang beispielsweise das Gloria, das trotz des sich steigernden Jubels sehr besinnlich wirkte. Leimgruber verstand es, den verschiedensten Stimmen ihren Raum zu geben und zugleich ein passendes transparentes Klangbild zu schaffen, so dass die Messe trotz ihrer stellenweisen Wuchtigkeit nie ins Bombastische zu kippen drohte. Die Balance war jederzeit gewahrt – und der Vortrag somit sowohl künstlerisch als auch passend zum Patrozinium ein Genuss.

Der Patron, abgeleitet vom Lateinischen patronus, ist ein Schutzherr. Er vertritt jene, die von ihm abhängig sind oder ihn darum bitten, vor Gericht. Christliche Gemeinden haben seit dem vierten Jahrhundert Märtyrer, die auf ihrem Gebiet begraben waren, als ihre Patrone verehrt und angerufen. So wie dies beispielsweise die römischen Christen bei den Aposteln Petrus und Paulus taten. Frühe christliche Gemeinden, die selbst kein Märtyrergrab hatten, bemühten sich, Reliquien zu bekommen, die sie dann in ihrer Kirche würdig niederlegten. Der Todestag des Märtyrers oder der Tag, an dem Reliquien bestattet worden waren, wird alljährlich als «Patrozinium» gefeiert.