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Hauptsache namenlos

Seitenblick
Angelina Donati

In den Sommermonaten sind es die Cola-Flaschen, in der Vorweihnachtszeit die Toblerone-Tafeln und aktuell die Schokoladen-Osterhasen. Sie alle haben gemein, dass der Griff ins Gestell im Supermarkt überlegt sein muss. Obwohl einen das Sortiment der Naschereien fürs Osterfest beinahe erschlägt, sind die Hasen ohne Namen bald schon in der Unterzahl. Es fällt auf, dass der Vornamen-Trend immer mehr auch hier Einzug hält. Tendenz steigend. Ein Hase mit Name soll einem wohl näherstehen und für einen doppelten Jöö-Effekt sorgen.

Ob der gekaufte Hase nun selber verschlungen oder als Geschenk gedacht ist, ist dabei nicht einmal entscheidend. Damit diese süsse Verführung im Einkaufskorb landet, muss der Name für den Kunden schliesslich vom ersten Moment an stimmig sein. Mit der bevorstehenden Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle ist es mit seinem schokoladigen Namensvetter «Harry» dahin. Ganz zu schweigen von den zwei eng umschlungenen Hasen «Amore», die einem auf die früheren Schwärmereien mit dem Prinzen einen zusätzlichen Stich versetzen. Dann fällt die Wahl doch eher auf «Luca». Wäre da nicht die schmerzliche Erinnerung an die gross geglaubte Liebe mit dem ersten Schulfreund. Deshalb ist auch das Vernaschen von «Fritz» ein Ding der Unmöglichkeit. Bei «Tommy» hingegen ist schlicht die Assoziation mit belämmert blickenden und mageren Models der Modemarke Tommy Hilfiger zu gross. Der Verzehr des Schokoladenhasen soll ja ein Genuss sein und nicht appetithemmend. Die Rettung naht mit «Lara». Ob aber der Schokoladenhase unbedingt so heissen muss wie die neugierige Nachbarin? Wenig überzeugend sind auch «Bunny», «Caramello» und «Himby».

In Goldfolie eingewickelt, mit Glöckchen um den Hals, selbstbewusst und mit gelassenem Blick präsentiert sich ein Gestell weiter der Oster- hase schlechthin. Mit seinem imposanten Äusseren und seinem Gewicht von einem Kilo stellt er seine Kontrahenten regelrecht in den Schatten. Plötzlich wirken alle anderen mickrig und die Namen peinlich. Allerdings hat der Auserwählte einen stolzen Preis. Hauptsache aber, der Süsse bleibt namenlos.

Angelina Donati

angelina.donati@wilerzeitung.ch

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