Hauptsache nachhaltig: Das war die Jugendsolarwoche in Wil

In der Schule Lindenhof fand diese Tage die Jugendsolarwoche statt. Schülerinnen und Schüler aus den ersten Oberstufenklassen lernten, umweltfreundlich zu leben – sie bauten Solarmobile, Solarofen oder recycelten Kleider.

Nicola Ryser
Drucken
Teilen
Schwitzen für Seifenblasen: Der Dynamo war eines der Solartools, welche diese Woche im Lindenhof ausgestellt wurde. (Bild: Bilder: Nicola Ryser)
3 Bilder
Heisse Flitzer: Die Solarmobile haben die Schüler selbst gebastelt.
Kein Kopierer: Auch der Solarofen wurde aus eigener Hand konstruiert.

Schwitzen für Seifenblasen: Der Dynamo war eines der Solartools, welche diese Woche im Lindenhof ausgestellt wurde. (Bild: Bilder: Nicola Ryser)

Gerade haben die Schüler ihre Arbeit abgeschlossen. Auf dem Tisch steht eine einem Kopierer ähnelnde Box. Ihr Zweck ist alles andere als gewöhnlich; die Box ist nämlich ein Solarofen, bestehend aus Aluminiumfolien von Rettungsdecken, Karton und Zeitungspapier. Stellt man diesen mit offenen Deckel in die Sonne, kann er im Innern bis zu 180 Grad Celsius heiss werden. Optimal zum Backen oder Kochen.

Es ist eines von vielen kreativen Solar-Tools – zu erwähnen sind noch die Würstchenkocher, bestehend aus Pringles-Chips-Dosen –, die in den letzten beiden Tagen gebastelt wurden. Denn in der Schule Lindenhof fand die Jugendsolarwoche statt. Die Schülerinnen und Schüler aller ersten Oberstufenklassen – 65 an der Zahl – lernten nach dem Motto «Wie können wir unserem Planeten Sorge halten?», wie sie ihren Alltag nachhaltig und mit so wenig Energie wie möglich gestalten können. Die Schule organisierte in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Energietal Toggenburg mehrere Kurse, die Themen variierten dabei stark; von Solarkocher über Zero Waste bis zu Kleiderrecycling.

«Vielleicht gehe ich jetzt auch mal protestieren»

Sportklassenlehrerin Christine Beer leitete den Kleiderkurs. In diesem lernten die Schüler unter anderem, dass viele Fashionkleider zu unmenschlichen und alles andere als umweltfreundlichen Bedingungen entstehen. «Wir diskutierten darüber, was wir beim Shoppen anders machen können.» Zudem wurden alte Kleiderstücke gesammelt und mit Hilfe von Schere, Nadel sowie Farbe neu gestaltet, damit sie wieder verwendet werden können. Ganz zur Freude der Schüler:

«Die Motivation ist gross, nicht nur in diesem Kurs. Es war wichtig, dass wir das Thema den Schülern nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch näherbringen wollen.»

So sei eine Gruppe in den Wald gegangen, habe dort übernachtet und versucht, den Tag ohne Strom oder Handy zu verbringen. «Andere Schüler haben Solarmobile gebaut oder Solar-Tools getestet», sagt Beer. So seien die Schüler aktiv geblieben – und das habe sich nun ausbezahlt: «Ein Schüler sagte mir, dass es bei uns noch nie lässiger war als in dieser Woche.» Vor dem Schulhaus tummeln sich die Schüler, viele Solar-Tools sind aufgestellt. Bei der Carrera-Bahn muss gekurbelt werden, damit die Autos um die Wette rasen, beim Stehvelo muss in die Pedale getreten werden, damit Seifenblasen entstehen. Den Schülern gefällt’s – einer gibt gar zu, dass ihn nun Nachhaltigkeit und Klima mehr interessieren: «Vielleicht gehe ich jetzt auch mal protestieren.»

Hinweis

Am Freitag um 15 Uhr werden im Lindenhof die Arbeiten der Jugendsolarwoche präsentiert.