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Hardy Hepp rockt noch immer

Hardy Hepp moderierte 1967 die erste Musiksendung der Schweiz. «Hits à Gogo» war gleichzeitig die erste Schweizer Fernsehsendung in Farbe. Heute lebt der vielseitige Künstler in Wallenwil. Zur Ruhe kommt er aber auch hier nicht.
Esther Sieber
Hardy Hepp sitzt am 150jährigen Flügel in seinem Haus in Wallenwil. (Bild: Esther Sieber)

Hardy Hepp sitzt am 150jährigen Flügel in seinem Haus in Wallenwil. (Bild: Esther Sieber)

WALLENWIL. Als Kind wuchs Hardy Hepp praktisch unter dem Flügel seiner Mutter auf. Sie war Pianistin und Chordirigentin. Kein Wunder also, dass Hepp auch als professioneller Klavierspieler überzeugt. Noch heute spielt er mit Leichtigkeit und Perfektion auf dem 150jährigen Flügel in seinem Haus in Wallenwil. Doch die Welt des Hardy Hepp besteht nicht nur aus Musik. Die Übergänge der unterschiedlichen Wirkungsbereiche des Künstlers sind fliessend. Seine geballte Ladung an Energie und Lebensfreude – obschon er nur zwei Stunden am Stück Schlaf finden kann – ist noch heute faszinierend.

Mit 14 Jahren wollte Hepp Sänger werden, mit 16 Jahren Kunstmaler und als 18-Jähriger sah er sich als Schauspieler. Endgültig zog er nach der Kunstgewerbeschule hinaus in die weite Welt. Er bewies sich als Multitalent und der bekannte Filmemacher Rolf Lyssy begleitete ihn ein Jahr lang, und im Jahre 2008 entstand der Dokumentarfilm «Hard(ys) Life».

Ein abbruchreifes Haus

Vor 15 Jahren hat der heute 71-Jährige seine Unruhe in einem dreistöckigen Fabrikgebäude, das er polyvalente Werkstatt nennt, in Wallenwil gefunden. Innerhalb von drei Monaten rettete er – mit Hilfe von Handwerkern – das Haus vor dem Abbruch. Ein wacher Geist mit unglaublich gutem Gedächtnis, gepaart mit jugendlichem Schalk und einnehmendem Charme, dazu eine äussere Erscheinung, die weit unter dem effektiven Alter vermuten lässt, machen ihn sympathisch. Trotz weltweiter Erfolge und zahlreicher Anerkennungen empfangen Hardy Hepp und seine Frau Hanna Gäste liebenswürdig und unkompliziert, und die Gäste fühlen sich wohl bei ihnen.

Millionenvertrag abgelehnt

In den Siebzigerjahren arbeitete er mit hervorragenden und weltbekannten Musikern in Amerika. 1973 kam die erste Langspielplatte mit elf Bluesrock-Titeln, komponiert, getextet und gesungen vom 29jährigen Hardy Hepp. Als Freigeist wollte er seine kreative Unabhängigkeit ausleben und schlug einen Millionenvertrag mit einem amerikanischen Musikkonzern aus. Trotz des Wissens, dass damit das grosse Geld zu verdienen gewesen wäre. Dafür genoss er die Freiheit, sich als Künstler auf den verschiedensten Gebieten der Kunst auszuleben. Die erste LP der legendären «Les Sauterelles» entstand unter seiner Produktion und das musikalische Ausnahmetalent präsentierte die TV-Sendung «Hits à Gogo», arbeitete als DJ in Zürich, sang mit der Pepe Lienhard Big Band und gründete die Gruppe Krokodil, die als erste progressive Rockgruppe in der Schweiz galt. Wobei er betont, dass zu dieser Zeit Kunst in Rock 'n' Roll-Kreisen ein Schimpfwort war. Für den Filmemacher Xavier Koller schrieb er Filmmusik. Seine Wohnung im Haus am Zürcher Hechtplatz machte er zur ersten Wohngemeinschaft in der Schweiz. Sie wurde zu einem beliebten Künstlertreffpunkt. Danach wohnte er in einem ausgedienten Schulhaus im Bündnerland und gründete den bekannten Heppchor, bei dem er sich bewusst zurücknahm. Aus diesem Wirkungskreis sind drei CDs entstanden.

Zeichner, Maler und Gärtner

Zum Haus von Hanna und Hardy Hepp in Wallenwil gehört ein grosszügig angelegter Naturgarten, in dem sie eigene Samen züchten und anpflanzen. Im Parterre befindet sich Hardys Wirkungskreis, exakt aufgeteilt in die verschiedenen Arbeitsweisen. Neben einer gemütlichen Musikecke mit dem Flügel gibt es ein Büro, genügend Raum zum Zeichnen und Malen sowie einen Platz, wo er seine Sucht, das Kaffeetrinken, zelebrieren kann.

Die Wohlfühloase im Stock darüber besticht durch eine Vielzahl an Grünpflanzen, gemütlichen Ecken mit Sofas, die, bunt zusammengewürfelt, ein schönes Gesamtbild abgeben. Die Wände sind mit seinen eigenen Kunstwerken dekoriert. Auch in der Malerei lässt sich unschwer erkennen, dass sich Hepp nicht nur in eine Richtung bewegt. Fotografisch exakte Farbstiftzeichnungen, Aktbilder, Porträts, gemalte Bilder mit Acrylfarben, zeugen von grossem künstlerischem Talent und der Anwendung verschiedener Techniken. Bestimmt wird man auch in Zukunft noch einiges von Hardy Hepp hören und sehen. Trotz seines unbändigen künstlerischen Tatendrangs strahlt er dabei Gelassenheit aus.

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