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Häusermann kritisiert Untätigkeit in Bezug auf die Spitalfrage in Wil

GLP-Stadtparlamentarierin fürchtet um die Zukunft des Spital Wil. In einer Anfrage fordert sie vom Stadtrat ein deutliches Bekenntnis zum Standort. Die Ursache für das Defizit der Spitalregion verortet sie in Wattwil.
Gianni Amstutz
Wird das Spital Wil selbst zum Notfallpatienten? Erika Häusermann befürchtet genau dies. (Bild: Archiv)

Wird das Spital Wil selbst zum Notfallpatienten? Erika Häusermann befürchtet genau dies. (Bild: Archiv)

«Hier in Wil ist bisher praktisch nichts geschehen.»

Erika Häusermann, GLP-Stadtparlamentarierin.

Erika Häusermann, GLP-Stadtparlamentarierin.

GLP-Stadtparlamentarierin Erika Häusermann empört sich ob der Untätigkeit in der Spitalfrage, die derzeit im ganzen Kanton Bevölkerung und Gemeinden beschäftigt. Häusermann befürchtet, dass die Wilerinnen und Wiler die vermeintliche Untätigkeit dereinst teuer bezahlen müssen. Dann nämlich, wenn entgegen erster Pläne der Standort Wil doch noch auf die Abschussliste geraten sollte. Im Grobkonzept des Verwaltungsrats der Spitalverbunde zur künftigen Ausrichtung der Spitalstrategie im Kanton St. Gallen vom Mai 2018 soll der Spital Wil zwar auch in Zukunft stationäre Angebote bieten, doch die GLP-Politikerin traut der Sache noch nicht.

Dies einerseits, weil es sich vorerst lediglich um ein Konzept handelt, das erst noch ausgearbeitet werden und politische Mehrheiten finden muss. Anderseits, weil Bevölkerung und Gemeinden der von einer Schliessung des stationären Angebots betroffenen Spitäler alle Kräfte für den Fortbestand mobilisieren. 6000 Unterschriften für eine Petition zur Erhaltung des Spitals in Wattwil und die Reaktivierung eines Komitees im Rheintal, das schon 2014 für die Spitäler gekämpft hat, sind nur zwei Beispiele dafür.

Eine Ursache ausgemacht

Nun hat Erika Häusermann eine Anfrage an den Stadtrat eingereicht. Die Grundaussage ist– wie man es von der GLP-Parlamentarierin gewohnt ist – äusserst kontrovers. Denn als Ursache des «sprunghaften Anstiegs des Defizits» der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT) auf 6 Millionen Franken vermutet sie die Neubauten am Spital Wattwil. «Hauptsächlich verantwortlich dürften die Neubauten am Spital Wattwil sein», hält sie fest. Eine Frage, die sie deshalb an den Stadtrat richtet, lautet: «Separate Finanzzahlen des Spitals Wil (ohne Wattwil) werden derzeit offenbar nicht kommuniziert. Ist der Stadtrat gewillt, diese einzufordern?»

Weiter verlangt sie vom Stadtrat, deutlich Stellung zu nehmen für die Erhaltung des Spitalstandorts Wil. Dies hat der Stadtrat bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorschläge des Verwaltungsrats der Spitalverbunde im vergangenen Mai getan. Er schrieb damals: «Der Wiler Stadtrat hat schon früher kommuniziert, dass er eine Leistungskonzentration für nötig er-achtet.» Und weiter: «Der Stadtrat ist bereits im Jahr 2015 zum Schluss gekommen, dass ein Neubau des Spitals Wil die besten Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Dieses Ziel wird weiterverfolgt.»

Problem nicht verschlafen

Dieses Bekenntnis genügt Erika Häusermann offensichtlich nicht. In ihrer Anfrage impliziert sie sogar, der Stadtrat verschlafe das Problem:

«Spätestens die jüngsten Vorstösse im Kantonsrat und die Aussagen des Finanzchefs, der von einer dramatischen Situation spricht, müssten den Stadtrat aufgeweckt haben.»

Erika Häusermann befürchtet, dass der vorgesehene Neubau des Spitals Wil akut gefährdet ist. Man sei sich seiner Sache zu sicher, so ihr Eindruck. «Aber bei der jetzigen Finanzlage wird es schwierig, dereinst eine Mehrheit dafür im Kantonsrat zu finden.» Die Frage ist, ob ein Konfrontationskurs mit Wattwil, den sie einschlägt, in dieser Hinsicht die richtige Lösung ist. Denn Ressentiments aus dem Toggenburg wären bei der Finanzierung eines Neubaus am Standort in Wil wohl wenig hilfreich.

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