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Härtere Gangart gegen Elterntaxis

Auf der Schulstrasse in Münchwilen herrscht Fahrverbot. Manche Eltern kümmert das aber nicht. Sie chauffieren ihre Kinder trotzdem bis vors Schulhaus. Jetzt will die Schulgemeinde durchgreifen. Die Fahrzeuge stellen eine Gefahr dar.
Simon Roth

Nein, die Thematik der Elterntaxis sei wahrlich kein neues Phänomen, versichert der Münchwiler Schulpräsident Thomas Wyser. «Bloss dass nun auch diese Strasse davon betroffen ist, hat uns dazu bewegt, eine härtere Gangart einzuschlagen.»

Gemeint ist die schmale Schulstrasse. Eine Schranke trennt den Kiesweg auf halber Höhe, so dass Fahrzeuge umständlich wenden oder rückwärts wegfahren müssen, um herauszukommen. Eine Prozedur, wie sie unter der Woche häufig zu sehen ist. Sei es am Morgen, wenn die Kinder zur Schule müssen, oder am Mittag, wenn diese von den Eltern wieder abgeholt werden.

Mittendrin sind 20 bis 25 Kindergärtler, die laut Wyser durch die Wendemanöver «sehr gefährdet» seien. Deshalb habe man vor zwei Jahren per richterlichen Beschluss eine Fahrverbotstafel gut sichtbar am Eingang der Strasse anbringen lassen.

Diskussion hat keine Früchte getragen

Das amtlich verhängte Verbot vermochte jedoch die erhoffte Wirkung nicht zu entfalten: Sogenannte Elterntaxis gefährden weiterhin ungewollt andere Kinder, indem sie die eigenen zu schützen gedenken.

Nachdem das nackte Verbot nicht griff, entschlossen sich der Schulpräsident und der Schulleiter dazu, auf Dialog mit den uneinsichtigen Eltern zu setzen. «Vor gut einem Jahr waren wir deshalb jeden Mittag vor Ort und haben das Gespräch gesucht.» Darin hätten sie den Eltern vor allem die Vorteile erläutert, von welchen ihre Kinder profitierten, wenn sie zu Fuss oder mit dem Velo den Schulweg bestritten. Diese Gründe sind nun auch in einer Mitteilung der Volksschulgemeinde nachzulesen.

Der triftigste Grund wird gleich zu Beginn genannt: Die Fahrzeuge stellten in erster Linie eine Gefahr für die zu Fuss gehenden Kinder dar. Weiter könnten die Kinder vom Schulweg profitieren, der trüge nämlich zur «körperlichen und geistigen Entwicklung» bei.

Auch für das Knüpfen von sozialen Kontakten spiele der Weg zur Schule eine gewichtige Rolle. Dadurch erhöhten sich der Grad an Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein der Schüler. Und letztlich sei die kurze Zeit an der frischen Luft gesund und steigere die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, zudem beuge es dem Bewegungsmangel vor.

Einige Eltern liessen sich von den Argumenten überzeugen. «Doch nicht alle sind so einsichtig», bemängelt Wyser. Gründe, weshalb gewisse Erziehungsberechtigte ihre Schützlinge weiterhin mit dem Auto zur Schule bringen, versteht der Schulpräsident indes nicht. Zwar identifiziert er die Frauenfeld-Wil-Bahn als potenzielle Gefahr, dennoch hätten die meisten Kinder keinen schwierigen Schulweg.

«Früher war es gar keine Diskussion, dass man zu Fuss zur Schule geht, unabhängig davon, wie weit entfernt man wohnte», erinnert sich Thomas Wyser an seine Jugend. Heute witterten einige Eltern bereits bei einem Schulweg von 200 Metern eine Gefahr. Trotzdem möchte der Schulpräsident nicht verallgemeinern.

Genug ermahnt – künftig wird angezeigt

Bisher wurden Zuwiderhandelnde gegen das Fahrverbot in der Schulstrasse nur ermahnt, nun ist Wyser der Diskussion mit den Fehlbaren überdrüssig, zumal keine Einsicht in Aussicht steht. «Die Verbote müssen nun durchgesetzt werden, sonst hat sich das Erstellen des Fahrverbots nicht gelohnt.» Künftig würden Autolenker, die trotz des Verbots die Schulstrasse befahren, bei der Polizei angezeigt und hätten mit Bussen zu rechnen, erläutert Wyser das weitere Vorgehen.

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