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Gutgemeinte Ideen, die nichts bringen

«Aktuelles aus dem St. Galler Kantonsrat», Ausgabe vom 21. Februar
René Walcher, Wil

Ursula Egli und andere Interpellanten machen sich für ein stärkeres finanzielles Engagement der öffentlichen Hand bei der Förderung unseres Nachwuchses vor dem Kindergarten stark. Diese an sich gut gemeinten Ideen bringen aber kaum etwas. Bester Garant für eine adäquate Förderung der Kinder bis zum Alter von vier Jahren ist meines Erachtens das Elternhaus mit den primären Bezugspersonen, speziell in Gesellschaften mit geringen sozialen Unterschieden wie der Schweiz. Studien, die Gegenteiliges behaupten, stammen fast alle aus den USA und beziehen sich auf Interventionen, in denen in der Regel Kinder aus Ghetto ähnlichen Verhältnissen mit hohen Kriminalitätsraten im Alter von drei bis fünf Jahren gefördert wurden.

Dass diese Studien Vorteile zu Gunsten der geförderten Kinder ergaben, erstaunt daher wenig. Was sich aber in allen Studien nicht einstellte, war Chancengleichheit. In der meist zitierten Studie aus Michigan wurden nur Kinder mit einem IQ von unter 85 Punkten mit einbezogen. Mit 14 Jahren wurden sie ein letztes Mal getestet: Der durchschnittliche IQ der Fördergruppe und der Kontrollgruppe war gleich hoch und lag bei 81 Punkten, also klar im Sonderklassenbereich. Mit der Einführung des zweiten Kindergartenjahres haben wir die Forderungen, die man aus den Studien ableiten könnte, in denen vor allem Drei- bis Vierjährige gefördert wurden, schon zur Hälfte erfüllt: Wir beschulen die Kinder flächendeckend ab vier Jahren. Zudem verhindern in der Schweiz präventive Massnahmen Ghettobildungen wie in den USA und machen nachträgliche Interventionen unnötig.

René Walcher, Wil

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