Guter Wein dank Sommerhitze

Wegen des schönen und auch heissen Sommers sind Winzer der Region mit der Weinernte zufrieden – bezüglich Menge und Qualität. Eine Umfrage der Wiler Zeitung zeigt: Die Grad Öchsle variieren zwischen 79 und 90.

Christoph Heer
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Die Wallenwiler Winzer ernteten auch heuer rote und weisse Trauben und sind mit ihrer Qualität zufrieden. (Bild: Christine Gregorin)

Die Wallenwiler Winzer ernteten auch heuer rote und weisse Trauben und sind mit ihrer Qualität zufrieden. (Bild: Christine Gregorin)

REGION. «Mit unseren roten Garanoir-Trauben erreichten wir 83 Öchslegrad, womit wir ganze acht Grad höher liegen als 2014. Der heisse Sommer bescherte uns ein gesundes Traubengut mit hervorragender Qualität», sagen Lilian und Hanspeter Gantenbein vom Waldverein Wuppenau unisono. Ihre interne «Traubensektion» bewirtschaftet am Südhang Rebenstein 400 Quadratmeter und gut 400 Rebstöcke. Mit 280 Kilogramm geernteten Trauben lag man gut 80 Kilo über dem Wert des Vorjahrs. Hanspeter Gantenbein erklärt, dass pro Kilo eine 7,5-Deziliter-Flasche Wein resultiert. Also wird der Waldverein etwa 300 Flaschen an die Aktiven und Gönner abgeben können. Die Wuppenauer Winzer bewirtschaften den höchstgelegenen Rebberg der Ostschweiz (750 Meter über Meer) und ziehen ein positives Fazit des diesjährigen Erntejahrs. Weder Mehltau noch die Kirschessigfliege erforderten zusätzliche Spritzaktionen.

Der Garanoir mit 89 Öchslegrad

Auf 2200 Quadratmetern baut der Rebbauverein Wallenwil mit seinen elf Mitgliedern am Stutz seine Rebstöcke an und gilt somit als grösster Rebberg der Region. Die 522 Kilogramm (380 Liter und 89 Öchslegrad) rote Garanoir-Trauben und die 779 Kilo weisse Müller-Thurgau-Trauben (571 Liter, 79 Öchslegrad) konnten heuer früher geerntet werden. «Dank des heissen Sommers fand unsere Wümmet zwei Wochen früher statt als üblich. Unser Traubengut entwickelte sich gleichmässig und schön, dafür aber mit etwas weniger Gewicht. Das Wichtigste ist, dass wir keine grösseren Probleme hatten. Ganz kurz und nur einmal beobachteten wir etwas Mehltau auf den Blättern», sagt Peter Dietrich, Präsident des Rebbauvereins Wallenwil. Er fügt an, dass im vergangenen Jahr der Weisswein Müller-Thurgau von der Agroscope Wädenswil kontrolliert und für gut empfunden wurde. «Wir erfüllen die Anforderungen und dürfen weiterhin unsere Etiketten mit dem Qualitätslabel AOC Thurgau beschriften», sagt Dietrich.

Trauben hängen hoch

Die Weinfreunde Niederbüren (20 Aktivmitglieder und 180 Vereinsmitglieder) schlossen ihre Wümmet mit dem Ertrag von 403 Kilogramm rote Cabernet-Jura-Trauben. Trotz des heissen Sommers erntete man eine Woche später als im Vorjahr. Josef Stäuble, Präsident der Weinfreunde, sagt, dass man mit den erreichten 83 Öchslegrad zufrieden ist. «Ebenso wichtig ist, dass wir die Weinqualität mit gut bis sehr gut einstufen. Zweimal mussten wir wegen Mehltau spritzen, dafür zeigte sich die Kirschessigfliege in diesem Jahr nicht.» In 2016 setzt man hohe Erwartungen und erhofft einen maximalen Ernteertrag.

Gute Qualität – weniger Ertrag

«Unsere Trauben waren von guter Qualität, jedoch im Ertrag leicht tiefer als im Vorjahr. So wie es aussieht, dürfte es einen sehr guten Jahrgang geben», sagt Christian Bühler. Er ist Präsident vom Verein Rebberg Degenau Jonschwil und freut sich über das Ergebnis. Denn die 380 Kilogramm weisse Doral-Trauben (200 Liter) erreichten Öchslegrad von 90. Auch die roten Dornfelder-Trauben (700 Kilo, 500 Liter) liegen mit 81 Öchslegrad nicht weit dahinter. Vergangenes Jahr waren gut 70 Öchslegrad erreicht worden. «Qualität und Zustand sind um einiges besser als noch 2014. Das Wetter hat uns in die Hände gespielt. Probleme hatten wir keine, trotzdem spritzten wir gegen Mehltau; wie jedes Jahr», sagt Bühler.

Peter Dietrich Rebbauverein Wallenwil (Bild: Christoph Heer)

Peter Dietrich Rebbauverein Wallenwil (Bild: Christoph Heer)