Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Gut gemeinte Vorsätze

Seitenblick
Angelina Donati

Nach dem gefühlten tausendsten Mal ausgesprochenen Wunsch «e guets Neus!», folgt unweigerlich die Frage nach den Neujahrsvorsätzen. Während im alten Jahr an Weihnachten noch geschlemmt werden durfte, schachtelweise Pralinen verschlungen wurden und die Silvesternacht mit einer rauschenden Party gefeiert wurde, soll sich im neuen Jahr alles bessern. Zu den wohl gängigsten Vorsätzen gehören, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren, endlich mit dem Rauchen aufzuhören und weniger Zeit am Smartphone und auf sozialen Netzwerken zu verbringen.

Soweit so gut. Wären die Ziele nicht derart schwammig formuliert. Was bedeutet schon mehr Sport treiben, wenn draussen ein eisiger Wind weht? Morgen ist schliesslich auch ein Tag. Und was hat es mit gesunder Ernährung auf sich, wenn die Arbeitskollegin einen selbst gebackenen Schokoladenkuchen herumreicht? Ein Stück liegt doch drin. Ab morgen ist aber definitiv Schluss.

Oder doch nicht? Weil das Wetter auch am nächsten Tag nicht mitspielen will, die hübsch verpackten Pralinen aus der Weihnachtszeit im Supermarkt um die Hälfte reduziert sind und der Arbeitskollege in der Pause zum Mitrauchen animiert, rücken die gutgemeinten Vorsätze nach und nach in den Hintergrund. Ganz verdrängen lassen sie sich allerdings nicht –im Gegenteil: Sie plagen das schlechte Gewissen. Das Gewissen, ab dem 1. Januar auf Biegen und Brechen alles besser machen zu wollen.

Gegen persönlich gesteckte Ziele und gute Vorsätze spricht nichts. Ausser womöglich das gewählte Startdatum. Nach den üppigen Mahlzeiten im Dezember ist die Umstellung von Raclette auf grüne Smoothies radikal. Zudem ist es im Januar sowieso meist nass, grau und kalt, und das Sofa somit viel verlockender als der Gang nach draussen oder mit anderen im Fitnessstudio um die Wette zu schwitzen. Neujahrsvorsätze, die von vornherein schwer über die Lippen kommen und jeden Tag aufs Neue verschoben werden, sind zum Scheitern verurteilt. Dann doch lieber alles beim Alten belassen und sich den Vorsatz nehmen, keine Vorsätze zu nehmen. Ein Vorsatz, der sich garantiert einhalten lässt.

Angelina Donati

angelina.donati@wilerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.