Gümpelimittwoch in Rickenbach: Es grünt so grün

Auch ohne Katerball behauptet sich die Fasnacht nach wie vor.

Christoph Heer
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Der Katerball ist nicht mehr. Nach 60 Jahren ist einer der wohl bekanntesten Bälle seiner Art verschwunden. Doch gestorben ist die hiesige Fasnacht trotzdem noch nicht. Am Gümpelimittwoch wurde einfach auf eine andere, kleinere und grünere Art gefeiert.

In aller Munde sind die vier Mitgliederinnen des Frauenturnvereins Rickenbach. Dank der engagierten Freundinnen gibt es auch heute noch ein kleines bisschen Fasnacht im Dorf. «Grüenzügs» hiess das Motto am Mittwochabend, zu welchem sich die hiesigen Fasnächtler in der Weinstube der Mehrzweckhalle versammelten und im kleinen, dafür umso gemütlicheren Rahmen, feierten.

Und diese Premiere kam gut an, sehr gut sogar. Ein Paar aus Sirnach freute sich, dass in Rickenbach und in einem solchen Rahmen weiterhin Fasnacht gefeiert werden kann.

«Für uns eher älteren Fasnächtler ist es genau das Richtige. Wir sind froh, dass wir an diese Grüenzügs-Premiere gekommen sind.»

Ähnlich tönt es bei zwei Neuzuzügern. «Wir wohnen noch nicht lange in Rickenbach, finden es aber wirklich toll, dass dank engagierter Mitbürgerinnen ein solcher Anlass auf die Beine gestellt wird.»

Grün, soweit das Auge reicht

Die Stimmung in der gemütlich hergerichteten Weinstube ist gut. Gefühlte 90 Prozent der Besucherinnen und Besucher sind maskiert erschienen und der DJ sorgt mit seinen Partykrachern für tolle, musikalische Stimmung.

Es sind die Turnerinnen Luzia Ulrich, Bea Gubser, Anita Braunwalder und Daniela Kläger, die das Ganze organisiert haben. Die Idee dazu entsprang im vergangenen Dezember, «auch darum, weil es den Katerball nicht mehr gibt. Im Fokus soll aber auch der soziale Aspekt stehen. Vom Dorf, fürs Dorf, könnte daher unser Credo lauten. Wobei, auch Besucherinnen und Besucher von auswärts sind natürlich herzlich willkommen», sagen die vier Organisatorinnen.

Wobei sie bereits ein kleines Fenster, betreffend zweite Durchführung im kommenden Jahr, öffnen. Bea Gubser sagt dazu folgendes:

«Zuerst verarbeiten wir jetzt diese Premiere und ziehen ein Fazit. Unser Ziel ist es aber schon, dass unsere kleine, aber feine Fasnacht über einen längeren Zeitrahmen existieren soll»

Der Grundstein ist – dank viel Herzblut der vier Frauen – gelegt. Es liegt nun daran, ob sie zufrieden sind mit dem Besucheraufmarsch und dem Ablauf der Fasnachtsnacht.

«Ohne im Vorfeld grosse Erwartungen gehabt zu haben, liessen wir uns selber überraschen. Aber die Geselligkeit, der Spass und das Gemütliche haben schon einmal gestimmt.» Der Katerball ist noch nicht vergessen, aber passé; es lebe das «Grüenzügs».