Grund zur Freude für die Tennisclubs: Es mangelt nicht an Nachwuchs

Nachwuchsprobleme sind für viele Vereine Realität. Nicht jedoch für die Tennisclubs. Diese erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit.

Marco Enzler
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Bei schönem Wetter wird auf den Aussenplätzen des TC Flawil trainiert. Sonst steht die Tennishalle zur Verfügung. (Bild: Marco Enzler)

Bei schönem Wetter wird auf den Aussenplätzen des TC Flawil trainiert. Sonst steht die Tennishalle zur Verfügung. (Bild: Marco Enzler)

Vielen Vereinen mangelt es an Nachwuchs. Ein komplett anderes Bild präsentiert sich jedoch bei den Tennisclubs in der Region. Die ansässigen Tennisvereine berichten positiv über die Entwicklung ihrer Juniorenabteilungen. Erwin Bossart, Präsident des TC Flawil, sagt: «Über die letzten Jahre hinweg betrachtet sind wir zufrieden.»

Auch bei anderen Tennisvereinen tönt es ähnlich. Jakub Kusner, Juniorenobmann des TC Oberuzwil, freut sich ebenfalls über rege Teilnahme im Nachwuchsbereich. Mit rund 60 Junioren und drei Trainern sollte es an künftigen Spielern nicht fehlen. Zudem besuchen einige Kinder das Kids Tennis High School Programm, bei dem Spass und Freude im Vordergrund stehen.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch noch. Käthi Müller, Juniorenverantwortliche des TC Degenau, räumt ein, dass tendenziell weniger Kinder und Jugendliche ins Training kämen als noch vor fünf Jahren. Dennoch ist auch sie zufrieden. Besonders freut sie, dass «eigene» Junioren vermehrt in Aktivmannschaften integriert werden können.

Die gute Entwicklung ist kein Zufall

Dass sich die Vereine in einer so guten Lage befinden, ist allerdings nicht selbstverständlich und nur dank einem vielseitigen Vereinsleben möglich. Laut Erwin Bossart geht man beim TC Flawil beispielsweise aktiv auf die Kinder zu. Nebst einem guten Kontakt zu den Eltern, wie mit dem Eltern-Kind-Tennis, präsentiert man sich der Öffentlichkeit mit Anlässen wie dem Tag der offenen Tür oder der Teilnahme am Herbstmarkt. Zudem ermöglicht man den Schulen, den Turnunterricht statt wie gewohnt in der Turnhalle auch einmal auf dem Tennisplatz durchzuführen. Beim TC Degenau setzt man ebenfalls auf eine breite öffentliche Präsenz, sagt Käthi Müller. Und weiter:

«Wir müssen zeigen, dass es uns gibt. Viele Eltern denken oft gar nicht daran, dass auch der Tennisclub eine Alternative wäre.»

Um dieses Ziel zu erreichen, bietet der Degenauer Tennisverein Schnuppertrainings für Interessierte an, macht beim jährlichen Ferienpass mit und verteilt auch Flyer in der Schule.

Beim TC Oberuzwil beschränkt man sich dagegen auf einen Schnuppernachmittag im Frühling, der in Kooperation mit der IG Sport Region Uzwil durchgeführt wird. Bei diesem können die Kinder für eine Stunde das Tennisspiel ausprobieren, erklärt Jakub Kusner. Für Neueinsteiger gäbe es dann die Möglichkeit, während mehrerer Trainings reinzuschnuppern und mitzumachen.

Ein möglicher Grund für die aktuelle Popularität des Tennis könnten mitunter die erfolgreichen Schweizer Sportler sein. Während sich die einen eher mit Roger Federer und Stan Wawrinka identifizieren, dürfte für andere die Flawilerin Belinda Bencic als Vorbild dienen. «Sie sind für die Kinder sicher ein grosser Ansporn. Und wenn zu Hause im Fernsehen Tennis läuft, dann begeistert das auch die Kinder», sagt Erwin Bossart. Diese Ansicht teilt auch Käthi Müller vom TC Degenau:

«Wir hoffen, dass die Motivation nicht nachlässt – auch dank Talenten wie Bencic.»

Für die drei Vereine steht aber eines im Vordergrund: Die Kinder sollen in erster Linie Spass haben. «Wenn sie einmal Feuer gefangen haben, dann bleiben sie dem Tennis auch erhalten», sagt Erwin Bossart. Demgegenüber merke man sofort, wenn jemand nur ins Training kommt, weil die Eltern das so möchten. Und Jakub Kusner sagt: «Wir wollen Interessierte so gut wie möglich unterstützen. Ob Jung oder Alt, Hobby- oder Wettkampfspieler spielt für uns dabei keine Rolle.»

Junge Erwachsene fehlen den Clubs häufig

Während auf Juniorenstufe also kein akuter Mangel herrscht, weist Erwin Bossart auf eine andere Altersgruppe hin. Insbesondere junge Aktivmitglieder zwischen 20 und 30 Jahren würden dem Verein fehlen. Oft widme man sich in dieser Zeit dem Studium oder vertiefe sich beruflich an einem anderen Ort. Dann fehlen die Spieler dem angestammten Verein. Ein Grund zum Schwarzmalen ist dies für ihn jedoch nicht: «Einige ehemalige Junioren kommen später auch wieder zurück.»