Grüne stellen sich gegen Schulrat

Die Grünen Prowil lehnen den Vorschlag des Wiler Schul- und Stadtrats ab, den elfköpfigen Schulrat durch einen fünfköpfigen Schulrat zu ersetzen. Die Partei beantragt heute im Stadtparlament, ab dem Jahr 2017 eine neunköpfige Schulkommission einzusetzen.

Hans Suter
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WIL. Ab der nächsten Legislatur wollen die Grünen Prowil eine Schulkommission, die aus neun Personen besteht: der Vorsteherin oder dem Vorsteher des Departements Bildung als Präsidentin bzw. Präsident, sechs Personen, die durch die Fraktionen gemäss Schlüssel des Parlamentspräsidiums vorgeschlagen werden und nicht Mitglieder des Parlaments sein müssen, einer Vertretung der Schulleitungen und Person aus der Schulverwaltung (Fachperson Pädagogik).

Klare Rollenverteilung

«Der Wechsel vom Schulrat zur Schulkommission bezweckt eine Klärung der Rolle des Schulrats, indem dieser den anderen stadträtlichen Kommissionen wie Planungs-, Integrations- und Kulturkommission angeglichen und entsprechend Schulkommission benannt wird», schreiben die Grünen Prowil in einer Medienmitteilung. Zudem soll die konkrete Aufgabenzuteilung nicht in der Gemeindeordnung, sondern in der Schulordnung geregelt werden. Die Führungsverantwortung würde nach dem Willen der Grünen Prowil weiterhin beim Stadtrat liegen, während die Schulkommission eine strategisch beratende und unterstützende Funktion wahrnähme. Als verlängerter Arm der Exekutive soll sie die Verbindung zu Parlament, Schulverwaltung und Schulen herstellen. «Da alle Parlamentsfraktionen in der Schulkommission vertreten sind, wie es auch in der Planungskommission dar Fall ist, kann der Stadtrat den Rückhalt für bildungspolitische Vorhaben abschätzen und die wesentlichen politischen Ansichten frühzeitig einbeziehen», sagt Grüne-Prowil-Fraktionschef Guido Wick. «Heute sind die meisten Schulratsmitglieder parteilos, weshalb der Schulrat parteipolitisch betrachtet im luftleeren Raum schwebt.»

Schulleitung stärken

Die Fokussierung der Schulkommission auf strategische Themen wie Schulraumplanung, Schulentwicklung, Investitionen und Erarbeitung von Richtlinien eröffnet in den Augen der Grünen Prowil die Möglichkeit, im operativen Bereich den Schulleitungen mehr Freiraum und Verantwortung zu überlassen, «was der Idee der geleiteten Schulen entspricht», wie Guido Wick betont.

Stadtrat anderer Meinung

Der Stadtrat unterstützt die Empfehlung des Schulrats, den bisher elfköpfigen Schulrat durch einen fünfköpfigen zu ersetzen. Als Vorteile nennt er die arbeitsfähige Grösse, das Eliminieren von Parallelstrukturen durch entsprechende Anpassung des Schulorganigramms, das Erhalten der politischen Verankerung der Schule im Volk sowie die Gewährleistung der Aufsicht der Schule. Als Nachteil wird genannt, dass es sich bei diesem vom Volk gewählten Schulrat weiterhin um ein Laiengremium handeln würde.

Neue Gemeindeordnung

Im Zuge der erfolgten Fusion der Politischen Gemeinden Wil und Bronschhofen erhält die vereinigte Stadt Wil spätestens per 1. Januar 2017 eine neue Gemeindeordnung. Dazu gehört auch der Schulbereich. Alle grundlegenden Entscheidungen müssen bereits vor dem Herbst 2016 feststehen, weil dann die Behörden für die Legislatur 2017–2020 gewählt werden.