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Flawiler Künstlerin stellt in New York aus: Internationaler Durchbruch dank einem Wettbewerb

2019 könnte das Jahr der Jennifer Gehr werden. Ihr Bild mit dem Titel «Das Geheimnis» steht in New York vor der Prämierung und ein Buch mit Anleitungen zu künstlerischem Schaffen befindet sich in der Pipeline.
Andrea Häusler
Jennifer Gehr in ihrem Kurslokal an der Wilerstrasse in Flawil. (Bild: Andrea Häusler)

Jennifer Gehr in ihrem Kurslokal an der Wilerstrasse in Flawil. (Bild: Andrea Häusler)

Staffeleien, weisse Leinwände, Gläser mit Pinseln, Farbtuben-Regale und Wände voller halbfertiger Bilder: Jennifer Gehrs Leben – zumindest ein grosser Teil davon – findet auf wenigen Quadratmetern an der Wilerstrasse 164 in Flawil Platz. Hier hat sie vor drei Jahren ein Atelier mit Kurslokal und Laden für Künstlerbedarf eröffnet. Seither läuft es für die 35-Jährige rund. Die Ölmalkurse, die sie für Kinder und Erwachsene anbietet, sind gut gebucht, die monatlichen «After-Work-Events» fast zu sehr nachgefragt. Jennifer Gehr, der gelernten Hörgeräteakustikerin aus Hannover, ist gelungen, was viele anstreben und doch nicht schaffen: von der Kunst zu leben.

Wenn sie «Passion» und «Liebe zur Sache» als elementare Bausteine ihres Erfolgs bezeichnet, dann nimmt man es ihr ab. Der Mörtel dazwischen jedoch ist ihre Kreativität, gepaart mit einer schier unstillbaren Neugierde und breit gefächerten Interessen. Es hat nichts mit Geschäftsstrategie zu tun, wenn sie auf mehrere Malstile setzt. «Ich mag das freie, abstrakte Malen in Öl oder Acryl genauso wie das fotorealistische Zeichnen von Porträts», sagt Jennifer Gehr. Denn Letzteres sei in Wahrheit mehr als das blosse Abbilden der Wirklichkeit ohne künstlerische Interpretation. Bereits die Gestaltung des Fotos, die Wahl der Perspektive und des Hintergrunds, lasse kreativen Raum. Die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen «Modell» ohnehin.

Der alte Mann und das Mädchen

Gerade die realistische Darstellung einer heimatlich anmutenden Szene war es denn auch, die Jennifer Gehr internationale Beachtung gebracht hat: Eine Heidi-Alpöhi-Szene, welche der innigen Beziehung zwischen ihr und ihrem verstorbenen Grossvater nachempfunden ist. Das Bild hatte sie für die Teilnahme am Ölmalwettbewerb des Salmagundi Art Clubs in New York City, 5th Avenue angefertigt und zeigt den Urnäscher Hansueli Neff mit seiner Enkelin Katja Wohlgensinger vor dem Säntispanorama.«Das Geheimnis», so der Titel des Werks, ist Gehrs Interpretation des Wettbewerbthemas «Schönheit, Wahrhaftigkeit und Güte».

Preisgeld von 10000 Dollar für das Siegerbild

In diesen Tagen ist das Bild im Format 100x80cm in den USA eingetroffen. Als eines jener Wettbewerbswerke, die es in den Final geschafft haben und an der Vernissage vom 24. November von einer Jury bewertet und prämiert werden. 10000 Dollar beträgt das Preisgeld für das Siegerbild. Dass dieses an den Beitrag aus der Schweiz gehen könnte, schliesst Jennifer Gehr zumindest nicht mehr gänzlich aus. Die Selektion ihres Bildes hat sie beflügelt, ihr Selbstvertrauen gegeben. «Damit wurde mit aufgezeigt, dass scheinbar Unmögliches tatsächlich möglich werden kann.»

Zur Vernissage in die USA

Jennifer Gehr wird zur Vernissage über den grossen Teich reisen. «An jeder Ausstellung ergibt sich Neues, werden positive Samen gesät», sagt sie. Gelegenheiten zum Kontakteknüpfen wird es zuhauf geben. Immerhin haben es von den vielen hundert eingereichten Bildern aus aller Welt deren dreissig oder vierzig in den Final geschafft. Preisgelder gibt es übrigens für die besten drei. Hinzu kommen Sonderpreise.

Das Bild "Das Geheimnis", das es in den Final geschafft hat. (Bild: PD)

Das Bild "Das Geheimnis", das es in den Final geschafft hat. (Bild: PD)

Die Teilnahme am Wettbewerb des Salmagundi Art Clubs, einem der ältesten Art Clubs in New York, war Gehrs erste an einem internationalen Ausschreiben. «Aber nicht letzte», wie sie sagt.

Ein Buch voller Inspiration und konkreten Anleitungen

Vorderhand hat jedoch ein anderes Projekt Priorität. In Zusammenarbeit mit dem Fischer Verlag in München gibt Jennifer Gehr ein Buch heraus. Dieses soll Malinteressierte inspirieren und mit anfängerfreundlichen Anleitungen zum ersten eigenen Kunstwerk führen. Geplant sind Step-by-Step-Anleitungen zu 12 bis 15 Sujets, aber auch technische Informationen sowie Materialkundliches.

Das Buch hätte bereits im Frühjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen. Des Kunstwettbewerbs wegen wurde der Herausgabetermin jedoch auf Herbst verschoben. Die beiden Projekte parallel zu verfolgen wäre Jennifer Gehr zu viel gewesen: «Mir ist es wichtig, den Moment zu geniessen. Findet zu vieles gleichzeitig statt, fehlt dieser Raum. Man befindet sich in der Zukunft, nicht mehr im Jetzt.»

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