Grosses Kino im kleinen Dorf

Der Verein «Roadmovie» tourt mit einem mobilen Kino durch die ganze Schweiz. Am Montag machte er in Braunau Halt. Von dem Kinoabend waren Dorfbewohner wie auch Gemeinde- und Schulvertreter begeistert.

Belinda Halter
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Mit grossem Applaus wurde der Regisseur Christoph Schaub in Braunau empfangen. (Bild: hal.)

Mit grossem Applaus wurde der Regisseur Christoph Schaub in Braunau empfangen. (Bild: hal.)

Braunau. Es ist ein ungewohntes Bild in der Braunauer Turnhalle: An den Wänden hängen Filmposter und grosse Filmrollen sind auf eindrücklichen Geräten platziert. Damit entstand am Montag für einmal ein dorfeigenes Kino. Der Verein «Roadmovie» organisiert mit einem mobilen Kino Filmvorführungen in kleineren Gemeinden auf dem Land. Damit sollen laut Organisatoren Begegnungen zwischen Filmschaffenden und dem Publikum ermöglicht werden. So erwartete die Braunauer der viel gelobte Film «Giulias Verschwinden».

Es ist üblich, dass bei den «Roadmovies» immer jemand aus der Filmcrew dabei ist, sei das ein Kameramann oder ein Schauspieler. Aber der Regisseur gab nur zwei Dörfern die Ehre, eines davon: Braunau. Diese Möglichkeit wollten dann auch viele Bewohner nutzen. Und so fanden sich am Abend ungefähr 80 Personen in der Turnhalle ein.

Zuschauer bestens amüsiert

Obwohl Regisseur Christoph Schaub schon oft die Reaktionen auf seinen Film erlebt hat, war er gespannt auf dieses Mal. «Ein Film wird erst lebendig, wenn man ihn jemandem zeigt. Die positiven Reaktionen geben einem dann Energie für einen nächsten Film», meint Christoph Schaub. Und bis jetzt sei der Film immer gut angekommen. Obwohl das Thema «Älterwerden» schwer sei, sei es wichtig, dass man darüber lachen könne, so Schaub. Das viele Gelächter bestätigte, dass sich auch die Braunauer bestens bei dem Film amüsierten.

Ein begeisterter Zuschauer war auch Schulpräsident Thomas Bachmann. «Die Aussagen des Films sind sehr treffend und gut pointiert. Ausserdem finde ich es sensationell, dass der Regisseur einem so kleinen Publikum Rede und Antwort steht», sagt Bachmann.

Schüler im Filmfieber

Auch die Primarschüler hätten an den Vorbereitungen Spass gehabt, meint der Schulpräsident. Bei diesen stand nämlich der Nachmittag ganz im Zeichen des Films. In der Schule wurden nicht nur Filmplakate gestaltet und Kurzfilme geschaut.

Die jetzige dreiköpfige «Roadmovie»-Crew hat den Kindern zudem die Technik eines Trickfilms und die Geschichte des Films erklärt. Christoph Schaub äussert sich dazu positiv: «Ich finde es gut, dass die Kinder in das Projekt mit einbezogen werden.»

Überzeugter Gemeindeammann

Dass der Anlass beim Publikum so gut ankam, freute besonders Gemeindeammann David Zimmermann. Er sei mit der Besucherzahl sehr zufrieden und der Film habe ihm gut gefallen, so Zimmermann.

«Die Idee hinter der ganzen Sache ist, den Bewohnern zu zeigen, dass wir ihnen in Braunau etwas anbieten. Es sollen Möglichkeiten entstehen, dass die Leute im Dorf bleiben», sagt der Gemeindeammann.

Günstig, aber wertvoll

Die Filmkosten sowie die Übernachtungs- und Verpflegungskosten der Crew übernimmt die Gemeinde. Diese seien aber nicht gross. «Es ist ein günstiger, aber wertvoller Anlass für das Dorf», sagt David Zimmermann weiter. Deshalb werde man nach Möglichkeit den Kinoabend wiederholen.

Zuerst wolle er jedoch ein Feedback von den Zuschauern einholen. Zufolge der Lachtränen dürfte dieses aber nicht zu schlecht ausfallen.

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