Grosser Auftritt in Kanada

Anfang März sicherte sich Anja Stiefel mit dem SC Reinach im kleinen Final der NLA mit dem 4:3-Sieg die Bronzemedaille. Nun wartet mit der WM in Kanada das nächste Eishockey-Abenteuer auf die Züberwangerin.

Dominik Moser
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EISHOCKEY. Beim Bronzemedaillen-Spiel mit ihrem Verein Anfang März waren es etwas mehr als 100 Zuschauer, welche die Partie in der Kunsteisbahn im beschaulichen Reinach verfolgten. Knapp einen Monat später wird sich Anja Stiefel mit dem Schweizer Nationalteam auf einer ungemein grösseren Eishockey-Bühne wiederfinden. Die 22-Jährige nimmt mit der Schweiz vom 2. bis 9. April an der Eishockeyweltmeisterschaft in Ottawa (Kanada) teil. Der Schauplatz dieser WM heisst «Scotiabank Place». Das Stadion fasst über 19 000 Zuschauer und ist üblicherweise die Spielstätte des NHL-Teams der Ottawa Senators.

Neue Gesichter

Im Vergleich zum letztjährigen WM-Aufgebot hat sich das Gesicht der Frauen-Nationalmannschaft ziemlich verändert. Nicht weniger als acht WM-Neulinge stehen im Kader vom Coaching-Staff um René Kammerer und Daniel Meier. Umso wichtiger sind für die Coaches Spielerinnen, welche schon Erfahrungen an Grossanlässen sammeln konnten. Für Anja Stiefel ist dies bereits die fünfte Teilnahme an einer WM. Trotz ihres jungen Alters zählt sie bereits zu den erfahrenen Spielerinnen im Team.

Ambitionierte Ziele

Die Schweizer Frauen-Nati hat sich auch für dieses Turnier wieder hohe Ziele gesteckt. «Wir möchten unseren Erfolg der letztjährigen WM in den USA unbedingt bestätigen.»

Die Schweizerinnen gewannen vor einem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des Schweizer Fraueneishockeys eine Medaille und rückten dank diesem Erfolg in der Weltrangliste auf Rang vier vor. Noch nie war die Schweiz in der Weltrangliste besser klassiert. Dies ist nicht ganz selbstverständlich, zumal die Schweiz im Vergleich zu anderen Nationen im Fraueneishockey eher mit bescheidenen Mitteln auskommen muss.

Aufgrund der besseren Position in der Weltrangliste spielt die Schweiz erstmals in der Topgruppe und trifft dabei auf so hochkarätige Gegner wie Weltmeister Kanada, Vizeweltmeister USA und Finnland. Auf jenes Finnland, das sie an der WM 2012 im Kampf um Platz drei bezwungen hat.

Wollen die Schweizerinnen ihren Platz unter den Top vier verteidigen, müssen sie sich gegen ihre direkten Konkurrenten durchsetzen. Dazu zählt auch Auftaktgegner Finnland. Anja Stiefel rechnet sich für diese Partie gute Chancen aus: «Eine Wiederholung des Erfolgs vor Jahresfrist liegt drin. Klar, es muss viel zusammenpassen, damit wir gegen Nationen wie Finnland oder Schweden gewinnen können. Aber allgemein denke ich, liegt die Verteidigung der Bronzemedaille im Bereich des Möglichen.»

Die ambitionierte Stürmerin wird alles daran setzen, in der Schweizer Offensive für die nötige Durchschlagskraft zu sorgen.

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