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Grossandrang in der Alten Gerbi: Fankhauser lockt die Massen an

Der Bluesmusiker Philipp Fankhauser gab ein «Unplugged»-Konzert und die Fans aus nah und fern kamen in Scharen. «Ausverkauft» wurde ausgerufen – kein Wunder bei diesem Eintrittspreis.
Michael Hug
Philipp Fankhauser sorgte für ein ausverkauftes Haus. (Bild: Michael Hug)

Philipp Fankhauser sorgte für ein ausverkauftes Haus. (Bild: Michael Hug)

Wohl noch fast gar nie war die Alte Gerbi bei einem Konzert dermassen voll. Bei 300 Personen setzt die Feuerpolizei das Limit, doch voll ist die Gerbi dann noch nicht – zehn Prozent mehr gingen bestimmt noch. Exakt 290 Fans waren am Freitagabend drin im Konzertraum der Gerbi. Das war zu erwarten. Philipp Fankhauser ist ein nationaler Star und zieht an seine Konzerte auch mal 1000 Fans an oder mehr. Kein Wunder also, dass das Veranstalter-Team vom Stiftungsrat der Alten Gerbi schon vor dem Gig vermelden konnte: «Ausverkauft». Noch dazu bei diesem Preis: 44 Franken kostete das Ticket. Dumm, wer in Zürich oder Winterthur 70 Franken und mehr bezahlt.

Ein akustischer Abend

Für diesen Preis an diesem Ort war natürlich nicht Fankhauser mit seiner grossen Bandbesetzung zu erwarten. Das Konzert war ein «unplugged Gig», ein akustischer Abend mit der kleinen Besetzung mit zwei Gitarren, E-Piano, Bass und Schlagzeug. «Unplugged», fast unverstärkt, keine schreiende E-Gitarre, kein Background-Chor. Für die Gerbi hat es maximal gepasst. Fünf Musiker, eine kleine Bühne, ein Saal, in dem ausnahmsweise keine Festbänke standen wie an anderen Anlässen. Und es auch kein Süppchen gab – wie sonst üblich bei Gerbi-Konzerten. Wo hätte man das Süppchen denn abstellen sollen? Oder das Weinglas? Der Bierumsatz war für einmal höher als der vom Wein, der natürlich auch ausgeschenkt wurde. Ein Bierchen kann man auch im Stehen trinken.

Philipp Fankhauser überraschte zwar nicht mehr. Gar mancher und manche hat wahrscheinlich das «I’ll be around»-Konzert zu seiner gleichnamigen, im Jahr 2017 erschienenen CD, schon mal gesehen irgendwo in der Region. «Ich schätze, etwa die Hälfte sind nicht aus dem Dorf», meinte Catherine Erni vom Stiftungsrats-Team. Fankhauser tourt seit dem Erscheinen der CD in der ganzen Schweiz und war in der weiteren Region schon da und dort aufgetreten und wird es noch tun. Doch der Ruf des bekanntesten Schweizer Bluesers eilt im Voraus und sorgt für ausverkaufte Häuser. Vor drei Wochen dasselbe Bild in Wildhaus: 300 Fans im «Hirschen». Im November vergangenen Jahres war er im Wiler Stadtsaal: voll. Im Februar in der «Eintracht» zu Kirchberg: voll.

Doch dann überraschte er eben doch. Mit einer neuen Besetzung: Arden Hart am E-Piano und nicht mehr mit Angus Thomas am Bass. Fankhauser selbst hat für sein 17. Album alle Register gezogen. Einen Teil der Lieder aus «I’ll be around» stellte er am Freitagabend vor. Dazu ein paar ältere Songs aus seinem Repertoire. Das neue Album habe er in den USA aufgenommen, erzählte er. Die neuen Songs klingen irgendwie wie die alten und doch sind sie neu. Eine Mischung von Old-School-Akustik-Gitarren-Blues und Moderne. Ein Wehklagen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Obwohl auf dem Höhepunkt seiner Karriere mag der Thuner immer noch keine Freudensprünge vollführen: «Ich kann nicht vom Abrackern auf Baumwollfeldern singen, das entspricht mir nicht.» Er wirkte dennoch stets authentisch, wenn auch recht nachdenklich manchmal: «I fall so easy».

Im Geschwätz vergessen

Schade nur, dass sich der Star oft im Geschwätz vergass. Er hätte so viele Geschichten zu erzählen, aber er erzählte sie nicht. Zwischen den Stücken riss er eine Geschichte an und verlor sich dann im Palaver mit seinen Musikern. Teilweise wiederholte er das Gesagte in Englisch, das zwar mindestens die Hälfte im Saal verstand, aber damit bekamen sie dieselbe, meist belanglose Geschichte zweimal mit. Derartiges Geschwätz steckte auch die Zuschauenden an, worauf Catherine Erni in der Pause das Publikum bat, auf den Austausch von Erlebnissen aus den Osterferien während des Konzerts zu verzichten. Schwierig, das Publikum zur Ruhe zu mahnen, wenn die Musik so mitreissend ist.

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