Grössenwahn in Bichwil: Fasnachtsparty der Superlative

An der Premiere einer neuen Fasnachts-Riesenparty in Bichwil nahmen über 800 Gugger teil.

Christoph Heer
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An der Premiere in Bichwil waren nebst 22 weiteren Guggen auch die Nuklear-Spränger aus Thal mit dabei.

An der Premiere in Bichwil waren nebst 22 weiteren Guggen auch die Nuklear-Spränger aus Thal mit dabei.

Bild: Christoph Heer

Es sind die einheimischen Gräppälä-Schränzer Bichwil-Oberuzwil, die mit der Grössenwahn eine neue Fasnachtsparty der Superlative ins Leben gerufen und ein erstes Mal auf die Beine gestellt haben. Und die Premiere kann sich sehen lassen. Für einen ersten Höhepunkt zeichnet die Kinderfasnacht am Samstagnachmittag verantwortlich. Mit dabei sind die Wiler Semphoniker, die Henauer Gugger und die Rontal Guugger aus Root (LU). Viele kleine Piraten, Cowboys, Biene Majas und Prinzessinnen feiern zu früher Stunde so, wie es später die Erwachsenen auch tun werden.

Später dann trifft man die Vereinspräsidentin der Gräppälä-Schränzer am Eingang. Gutgelaunt freut sich Carmen Wehrli über jeden einzelnen, neuen Ankömmling. Im Gange ist mittlerweile das Monsterkonzert auf den zwei kleinen Bühnen auf dem Hartplatz im Freien. «Zwei Jahre Planung liegen hinter uns, dementsprechend gross war die Freude, als es endlich losging. Wir wurden wir Vorfeld von derart vielen Guggenmusiken angefragt, dass wir einigen sogar eine Absage erteilen mussten. Das ist natürlich schade für die Betroffenen», sagt Wehrli.

Die Präsidentin blickt jedoch bereits nach vorne und verrät, dass es nicht die letzte «Grössenwahn»-Party gewesen sein soll. «Zuerst ziehen wir von dieser Premiere zeitnah ein Fazit. Für die Ausgabe 2021 steht jedoch das Datum bereits fest.»

Drei Stunden pure Guggenpower

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann jeder Fasnächtler froh sein, ein möglichst dickes, wärmendes Gewand sein eigen zu nennen. Ganze drei Stunden dauert nämlich das Monsterkonzert, an dem zwölf Guggenformationen mit über 600 Guggern teilnehmen. Die Zuschauer scheint die Kälte nicht zu kümmern. Mittanzen, Mitklatschen und Mitfeiern ist angesagt und das wärmt.

Schlag auf Schlag wechseln sich die Herisauer Ziegelhöttler mit den Wiler Bäretatze, den Schwarzenbacher Thuurvögel, den Henauer Gugger und allen anderen ab. Der Guggi Zunft aus Olten, den Stockberg Schränzer aus Siebnen, den Wiler Semphoniker oder den Nuklear Spränger aus Thal wird später in der Turnhalle oder dem grossen Zelt noch einmal zugejubelt. Dann aber immerhin in schön warmen Gefilden.

Guggenmusiken ohne Pause

Zahlreiche Kinder geniessen das Monsterkonzert an vorderster Front. Mit Ballonen und Konfettiportionen ausgestattet, frönen sie den Paukenschlägen und Trompetenklängen. Eine kleine Fasnächtlerin aus Schwarzenbach sagt:

«Ich finde die beiden Bühnen so cool, da gibt es gar nie Pausen.»

In der Tat lösen sich die Guggenmusiken ohne Pause ab und werden zudem vom Speaker begleitet. Auf der linken Bühne spielen die Wiler Bäretatze und gleichzeitig machen sich die Thuurvögel auf der rechten Bühne bereit: So muss ein Monsterkonzert sein. Wer jetzt denkt, mit einem Tag Grössenwahn sei es getan, der irrt.

Schon am Sonntag ging es weiter, da eröffnete der Fasnachtsgottesdienst den bunten Reigen an Aktivitäten, ehe am Nachmittag die Familienfasnacht – wieder mit Guggen aus der Region – den Abschluss einer äusserst erfolgreichen Grössenwahn-Fasnachtsparty bildete.