Grillmeisterschaften in Rickenbach: Eine wahrhaft heisse Sache

Vor dem Coop Breite in Rickenbach fanden am Samstag die Ausscheidungen zu den offiziellen Schweizer Meisterschaften im Grillieren statt. Dabei musste nicht nur das Fleisch überzeugen.

Christof Lampart
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Nicht nur am Grill, sondern auch daneben gab es für die Teilnehmer viel zu tun, konnten doch die Details – wie zum Beispiel die Beilagen – über die Qualifikation und Nichtqualifikation entscheiden. Bild: Christof Lampart

Nicht nur am Grill, sondern auch daneben gab es für die Teilnehmer viel zu tun, konnten doch die Details – wie zum Beispiel die Beilagen – über die Qualifikation und Nichtqualifikation entscheiden. Bild: Christof Lampart

Sommerzeit ist Grillzeit. Diese scheinbar unverrückbare Erfolgsformel wollen sich auch die Macher der Swiss Barbecue Association (SBA) an diesem heissen Samstag in Rickenbach zu eigen machen – schliesslich war die Hinterthurgauer Gemeinde bereits die 18. Station im Rahmen der nationalen Vorausscheidungen.

Und da die Begeisterung für die Fleischeslust der besonderen Art vor allem in ländlichen Kantonen sehr ausgeprägt ist, dürfte, so mutmasst der Platzchef, der Thurgau ein gutes Pflaster sein. Der Publikumszuspruch stimmte zumindest. Derweil marinieren die ersten Kandidaten ihr Wettbewerbsfleisch, ein Schweinsnierstück in Bioqualität.

Und das Auge isst doch mit

Martin Leibundgut ist die Freude am Tun anzumerken. Der junge Mann aus dem bernischen Koppigen brutzelt aktuell ein Schweinsnierstück im geschlossenen Grill; das Gemüse und der Reis «sind auch am werden», gibt sich der Emmentaler zuversichtlich. Zu was es ihm im Wettbewerb mit den anderen drei Herausforderern – das Grillieren scheint irgendwie nach wie vor eine Männersache zu sein – reichen wird, wagt er jedoch nicht vorherzusagen. «Ich denke, dass mein Essen die Jury überzeugen wird. Aber das heisst ja noch lange nicht, dass andere nicht noch besser sind.» Kaum zu Ende gesagt, widmet er sich rasch der Sosse, gibt es doch dafür gelungene Zusatzpunkte.

Das weiss auch der St. Galler Stevan Dranjok bestens, ist er doch nicht nur ein Routinier, sondern auch jüngst leidgeprüft. «Letztes Wochenende wurden wir an den Teammeisterschaften in Aarau Vierte, obwohl wir in der Königsteildisziplin, dem Fleisch, die Bestnoten erhielten; ich hoffe einfach, dass es dieses Mal deutlich besser läuft».

Der Geheimtipp des Städters: «Reduzieren aufs Maximum». Und natürlich muss das auf einen 45-Grad-Winkel ausgelegte Fleisch schön gemustert sein, wenn es wieder den Grill verlässt – schliesslich isst das Auge auch mit.

Dem ist sich auch Remo Eichenberger aus Märstetten bewusst; und ist deshalb «ziemlich im Schuss». Zwar weiss der Betreiber eines Imbiss-Standes in Bürglen – «ich habe für den Event heute extra mein Geschäft geschlossen –, dass er etwas am Grill zu leisten vermag, doch sind die Bedingungen nicht so, wie er es wirklich gerne hätte. Der Thurgauer übt leise Kritik:

«Ich bin es mir gewöhnt, dass ich für den Reis und fürs Gemüse verschiedene Kochschälchen habe. Hier muss ich alles in einem Gefäss kochen, wodurch ich improvisieren muss.»

Dennoch macht der Einsatz ihm grossen Spass. «Es hat sich nur schon gelohnt, dass ich hier mitgemacht habe».

Geschmack, Garstufe und Bissfestigkeit entscheidend

Er ist denn auch der Erste, welcher dem Bewertungstrio die verschlossene und anonymisierte Speise überreicht. Auf was achtet die Jury besonders? «Das Wichtigste ist der Geschmack, also ob es gut gewürzt ist, die Bissqualität und die Garstufe», zählt die Profipreisrichterin auf.

Weniger stark gewichtet werden die Originalität, die Präsentation und die Beilagen. Doch vernachlässigen sollte man sie nicht, denn eine nicht ganz super gelungene Beilage kann über den Sieg entscheiden. Und dann beginnt die Jury sehr, sehr aufmerksam zu essen. Womit für viele Teilnehmer der nervigste Teil des Tages begonnen hat: Das Warten aufs Urteil.

Grillieren und den Abfall liegen lassen: «Es ist eine Frage der Erziehung»

Wer den Abfall liegen lässt, dem ist es egal. Wer später bei der Benutzung der Grillstelle davon betroffen ist, den graust es. Von Abfall übersäte Grillstellen an idyllischen Orten sind zur unschönen Realität geworden. Ein Beispiel ist die Grillstelle Rosental. Sie befindet sich an der Grenze zur Gemeinde Wängi und wird von der Gemeinde Münchwilen unterhalten - zweimal pro Woche.
Hans Suter