WELTMEISTERSCHAFT
Projekt Faustball in Serbien: Platz fünf und Publikumsliebling an der WM in Österreich

Die Familie Hagen aus Oberuzwil will Faustball in Serbien populär machen. Mit der Nationalmannschaft wurde an der Weltmeisterschaft in Österreich Platz fünf erreicht und somit die Zielvorgabe erfüllt. Zudem gab es Sympathiepunkte.

Sara Stojcic
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Die Spielerinnen der serbischen Nationalmannschaft freuen sich über einen Sieg in der Vorrunde.

Die Spielerinnen der serbischen Nationalmannschaft freuen sich über einen Sieg in der Vorrunde.

Bild: Facebook

In Österreich wurden in den vergangenen Tagen die Fäuste geballt. Bei der Faustball-WM in Grieskirchen ist die serbische Nationalmannschaft mit Familie Hagen aus Oberuzwil angereist. Für sie lief es zunächst sehr gut: In der Vorrunde gab es lauter souveräne Siege - und somit den Gruppensieg. Im Viertelfinal traf Serbien auf Chile, das einzige Team von ausserhalb Europas. Gegen die Südamerikanerinnen konnten die Serbinnen nicht reüssieren und es setzte eine 1:3-Niederlage ab. Trainer Edi Hagen sagte hinterher: «Chile war der Favorit. Beim Spiel zeigte sich die Unerfahrenheit unserer Spielerinnen.» Er fuhr fort:

«Chile spielt schon viel länger Faustball als die serbische Mannschaft.»

Der Traum von einer Medaille war somit geplatzt. Doch das Turnier ging weiter mit den Klassierungsspielen. Am Freitag gegen Belgien und am Samstag gegen Tschechien gab es deutliche Siege, womit schliesslich der fünfte Platz in der Schlussrangliste resultierte. Eben diesen fünften Platz hatte Trainer Edi Hagen vor dem Turnier als Ziel für die diesjährige WM vorgegeben.

Jeden Morgen zum Coronatest

Trotz dem Aus im Viertelfinale hatte die serbische Mannschaft Grund zum Feiern. Hagen sagte:

«Wir waren der Publikumsliebling bei den Zuschauern.»

Die Leute seien begeistert gewesen von der Freude und dem Teamgeist der serbischen Mannschaft. Das mache ihn stolz, so Hagen. Es waren zwar Zuschauer zugelassen, jedoch getrennt von den Spielerinnen. «Wir durften nicht zum Publikum gehen», so Hagen. «Ausserdem mussten wir alle jeden Morgen einen Covid-Test machen», erklärte der Trainer. Jede Mannschaft hatte ihr eigenes Zelt und eigene Verpflegung. Garderoben gab es keine, geduscht wurde in der Unterkunft.

Sie wollen Faustball nach Serbien bringen

Die Familie Hagen ist faustballverrückt. Cassandra Hagen, die Tochter, spielt in der serbischen Nationalmannschaft der Frauen. Vater Edi Hagen ist Trainer dieses Teams und Slavica Hagen Delegationsleiterin. Ihr grosses Ziel: Die Sportart in Serbien populär machen. Im Land am Balkan gebe es viele gute Volleyballerinnen, so Edi Hagen. Diese möchten sie zum Wechsel zum Faustball animieren. Das sei auch für die serbischen Spielerinnen von Vorteil. Denn in die Faustball-Nationalmannschaft zu kommen, sei einfacher als im Volleyball, so Slavica Hagen.

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