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Grenzenlose Freude beim Public Viewing im Hof: Wiler feiern «ihre» Bundesrätin

Auch wenn Karin Keller-Sutter als Bundesrätin die gesamte Schweiz vertreten wird, beim Public Viewing im Hof zu Wil war der Jubel der Bevölkerung über den Wahlsieg «ihrer Karin» riesig.
Gianni Amstutz
Der Jubel nach der Verkündung der Wahl von Karin Keller-Sutter zur Bundesrätin. (Bild: Thomas Hary)

Der Jubel nach der Verkündung der Wahl von Karin Keller-Sutter zur Bundesrätin. (Bild: Thomas Hary)

Um 9.53 richten sich die Blicke im Hof zu Wil gebannt auf die Bildschirme. Jegliche Gespräche verstummen, als verkündet wird, dass die Resultate des ersten Wahlgangs für den Sitz von Johann Schneider-Ammann bekannt gegeben werden. Eine Frau sendet ein Stossgebet gen oben, andere zücken ihr Smartphone, um den Moment festzuhalten.

«Gewählt ist mit 154 Stimmen Karin Keller-Sutter.» Als Nationalratspräsidentin Marina Carobbio um 9.54 Uhr verkündet, dass die Ostschweizer FDP-Kandidatin die Wahl in den Bundesrat geschafft hat, gibt es beim Public Viewing in Wil kein Halten mehr. Jubelrufe, Applaus, Leute, die sich in den Armen liegen, Standing Ovations: Die Reaktion über die Wahl steht einem Torjubel beim Fussball in nichts nach.

Viele der Anwesenden sprechen von «unserer Karin», die jetzt, kurz vor 10 Uhr, zu «unserer Bundesrätin» geworden ist. Und dieses Gefühl widerspiegelt sich an diesem Morgen im Hof immer wieder. «Es freut mich sehr, dass wir mit Karin Keller-Sutter die erste Wiler Bundesrätin haben», sagt Claudio Altwegg, Präsident der FDP Wil, bei der KKS vor mehr als 26 Jahren ihre politische Karriere startete. Im Vorfeld der Wahl hat Keller-Sutter zwar wiederholt betont, dass sie als Bundesrätin die Interessen der ganzen Schweiz vertreten werde und nicht etwa jene der Ostschweiz oder gar der Stadt Wil, doch das interessiert in diesem Moment keinen der rund 80 Gäste im Hof.

Der Stolz darüber, dass es «eine von uns» geschafft hat, überwiegt. KKS ist – so wird es an diesem Morgen deutlich – für viele Wiler mehr als bloss eine Politikerin, die man aus den Medien kennt. Man sieht sie in der Fussgängerzone, wenn sie ihre Einkäufe erledigt, am Bahnhof auf dem Weg nach Bern oder im Wald auf einem Spaziergang mit ihrem Hund Picasso. Genau diese Greifbarkeit für die Bevölkerung sei es, die eine eigene Vertretung in der Landesregierung für die Ostschweiz wichtig mache, sagte Karin Keller-Sutter während des Wahlkampfs.

So gross der Jubel nach Bekanntwerden des Resultats war, daran gezweifelt hatte beim Public Viewing niemand. Der Grund, warum man sich versammelt hatte, war von Beginn an klar: Die Feier der Wahl von KKS. Egal, wen man fragte, hiess es:

«Dieses Mal wird es reichen.»

Claudio Altwegg sprach bereits am frühen Morgen von einem historischen Tag. Allerdings sei es kein Tag, wie er nur einmal pro Jahrhundert vorkomme. Damit spielte er darauf an, dass die FDP Wil bereits vor acht Jahren einen solchen Anlass organisierte. Damals reichte es für die Wilerin bekanntlich nicht.

Die beiden neugewählten Bundesrätinnen: Viola Amherd (links) und Karin Keller-Sutter. Bild: Anthony Anex / Keystone
Die neugewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter (2. von rechts) und Viola Amherd (3. von rechts) posieren mit dem Gesamtbundesrat. (Bild: KEYSTONE/POOL/Peter Klaunzer)
Der designierte Bundespräsident Ueli Maurer mit seiner Familie. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Viola Amherd, Mitte posiert mit der Walliser Regierung. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Viola Amherd winkt neben ihrer Weibelin dem Publikum entgegen. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Karin Keller-Sutter nach ihrer Wahl. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Die frisch gewählte FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter posiert mit ihrem Ehemann Morten Sutter (links) und Keller-Sutters Bruder Rolf Sutter mit dessen Ehefrau Maria. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Die neu gewählte CVP-Bundesrätin Viola Amherd posiert mit ihrer Cousine Denise Wasmer und ihrer Nichte Lia Amherd sowie mit Esther Waeber-Kalbermatten, Staatsrätin des Kantons Wallis. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Die neu gewählte Bundesrätin Karin Keller-Sutter umarmt ihren Ehemann Morten Sutter. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Sie haben die Wahl nicht geschafft: Der Nidwaldner Hans Wicki und die Urnerin Heidi Z'graggen auf dem Bundesplatz in Bern. (Bild: Niels Jost)
Die Nidwaldner empfangen Hans Wicki auf dem Bundesplatz in Bern. (Bild: Corinne Glanzmann, 05. Dezember 2018)
Die Nidwaldner empfangen Hans Wicki auf dem Bundesplatz in Bern. (Bild: Corinne Glanzmann, 05. Dezember 2018)
Bundesrätin Viola Amherd wird von ihren Fans auf dem Bundesplatz in Bern begrüsst. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Bundesrätin Viola Amherd wird von ihren Fans auf dem Bundesplatz in Bern begrüsst. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Sicherheits- und Medienleute umkreisen auf dem Bundesplatz in Bern die neugewählten Bundesrätinnen beim Bad in der Menge. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Urner Fans auf dem Bundesplatz. (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018)
Bundesratswahlen Bern. Die Urner begrüssen Heidi Z'graggen. Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018)
Bundesratswahlen Bern. Die Urner auf dem Bundesplatz. Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018)
Bundesratswahlen Bern. Die Urner auf dem Weg zum Bundeshaus. Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018)
Bundesratswahlen Bern. Die Urner begrüssen Heidi Z'graggen. Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018)
Die Bundesraete Ueli Maurer, links, und Simonetta Sommaruga freuen sich nach ihrer Wahl zum Bundespraesidenten respektive zur Bundesvizepraesidentin 2019 von der Vereinigten Bundesversammlung empfangen. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)
Die Stimmenzaehlerinnen und Stimmenzaehler erwarten die Stimmzettel, welche die Ratsweibelinnen und Ratsweibel auf den Tisch verteilen, waehrend der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/POOL/Karl-Heinz Hug)
Karin Keller Sutter frisch gewaehlte Bundesraetin nimmt ein Bad in der Menge nach den Bundesratswahlen. (Bild: KEYSTONE/Lukas Lehmann)
Bundesrat Ueli Maurer freut sich nach seiner Wahl zum Bundespraesidenten 2019 durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)
Die Bundesraete Ueli Maurer, rechts, und Simonetta Sommaruga werden nach ihrer Wahl zum Bundespraesidenten respektive zur Bundesvizepraesidentin 2019 von der Vereinigten Bundesversammlung empfangen. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)
Die neugewaehlte Bundesraetin Viola Amherd, rechts, neben einer Polizistin, winkt vor dem Bundeshaus nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die neugewaehlte Bundesraetin Viola Amherd spricht in einem mobilen TV-Studio nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die neugewaehlte Bundesraetin Viola Amherd, rechts, gibt ein Interview nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die unterlegene Bundesratskandidatin Heidi Z'graggen gibt in der Wandelhalle Interviews. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die neugewählte Bundesratin Viola Amherd spricht zu den Medien. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl mit Pascale Bruderer (SP/AG). (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Ein Blumenstrauss liegt für die frisch gewählte Bundesrätin bereit. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd im Restaurant «Äusseren Stand» in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
FDP-Anhänger jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Die neugewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter (2. von rechts) und Viola Amherd (3. von rechts) posieren mit dem Gesamtbundesrat. (Bild: KEYSTONE/POOL/Peter Klaunzer)
Fans der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter im Restaurant «Äusseren Stand» in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Karin Keller Sutter im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin. (Bild: KEYSTONE/Lukas Lehmann)
Karin Keller-Sutter und Viola Amherd werden vereidigt. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Bundesratskandidat Hans Wicki zwischen Josef Dittli (FDP/UR) und Erich Ettlin (CVP/OW) während der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Karin Keller-Sutter (rechts) und Viola Amherd werden vereidigt. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Der unterlegene Bundesratskandidat Hans Wicki gratuliert Karin Keller-Sutter zu ihrer Wahl. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die frischgewählte Karin Keller-Sutter nimmt Gratulationen entgegen. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
In der Bar «Happy Day» in Wolfenschiessen: Wirt Sepp Durrer (links) und Markus Christen (FDP-Präsident). (Bild: Eveline Beerkircher)
Eine kleine Gruppe fiebert für Hans Wicki: In der Bar «Happy Day» in Wolfenschiessen. (Bild: Eveline Beerkircher)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter gibt ihre Stimme ab. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Fans aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola im Restaurant «Äusseren Stand» in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Fans aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola im Restaurant «Äusseren Stand» in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Grosser Jubel: Die Schüler vom Lycee-College Spiritus Sanctus in Brig verfolgen die Wahl von Viola Amherd via Grossleinwand. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Der Bundesratskandidat Hans Wicki (FDP, NW) wirft seinen Stimmzettel in die Urne. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Matthias Aebischer (SP/BE) diskutiert mit Bundesratskandidat Hans Wicki (FDP/NW). (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Viola Amherd, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Andrea Gmür (CVP/LU) fotografiert die neue Bundesrätin Viola Amherd, likns im Bild ist Konrad Graber (CVP/LU). (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Ratsweibel Nathalie Radelfinger (links) und Ivan Della Valentina machen sich mit den Wahlurnen bereit zur Ersatzwahl. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann verlassen den Saal. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)
Heidi Z'graggen verpasst die Wahl: Enttäuschte Gesichter am Public-Viewing in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)
Das Trio Martin Zgraggen, Marco Bay und Robi Lusser sorgt am Public-Viewing in Erstfeld für gute Stimmung. (Bild: Urs Hanhart)
Alle sind gespannt: Am Public-Viewing in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)
Noch herrscht Zuversicht am Public-Viewing in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)
Noch herrscht Zuversicht am Public-Viewing in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)
Impressionen aus dem Urner-Fanlager: Im Berner Restaurant «Vierte Wand» drücken die Urner Heidi Z'graggen die Daumen. (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018))
Impressionen aus dem Urner-Fanlager: Im Berner Restaurant «Vierte Wand» drücken die Urner Heidi Z'graggen die Daumen. (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018))
Impressionen aus dem Urner-Fanlager: Im Berner Restaurant «Vierte Wand» drücken die Urner Heidi Z'graggen die Daumen. (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018))
Impressionen aus dem Urner-Fanlager: Im Berner Restaurant «Vierte Wand» drücken die Urner Heidi Z'graggen die Daumen. (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 05. Dezember 2018))
Die Vereinigte Bundesversammlung verabschiedet die abtretenden Bundesräte. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei seiner Abschiedsrede im Nationalratssaal. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann bei ihrer Verabschiedung Nationalratssaal. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Bundesrätin Doris Leuthard wird von der Vereinigten Bundesversammlung verabschiedet. (Bild: KEYSTONE/Lukas Lehmann)
Mittlerweile sind auch die Nidwaldner Fans in Bern angekommen - sie geben sich siegessicher. (Bild Niels Jost)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard bei ihrer Verabschiedung im Nationalratssaal. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Eric Nussbaumer (SP/BL) und Christine Bulliard-Marbach (CVP, FR). (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard bei ihrer Verabschiedung durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Mit Landweibel angereist: Die Urner Delegation fiebert mit Heidi Z'graggen. (Bild Sven Altermatt)
Familie Wicki verfolgt auf der Tribüne gespannt die Wahlen. (Bild: Barbara Inglin)
Die beiden Favoritinnen: Die Walliserin CVP-Nationalrätin Viola Amherd (links) und die St.Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter im Nationalratssaal in Bern. (Bild: KEYSTONE/Marcel Bieri)
Karin Keller-Sutter im Nationalratssaal neben dem Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann im Nationalratssaal in Bern. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Stimmung im Nidwaldner Fanbus ist noch etwas verschlafen. Kein Wunder: Der Bus steckt auf der Strecke nach Bern im Stau. (Bild: Niels Jost)
Ankunft der Urner Fans in Bern. Jetzt regiert der Uristier! (Bild Florian Arnold)
Früh aufstehen: Der Fanbus von Altdorf nach Bern fährt pünktlich um 5.15 Uhr ab. (Bild Florian Arnold)
Früh aufstehen: Der Fanbus von Altdorf nach Bern fährt pünktlich um 5.15 Uhr ab. (Bild Florian Arnold)
Früh aufstehen: Der Fanbus von Altdorf nach Bern fährt pünktlich um 5.15 Uhr ab. (Bild Florian Arnold)
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Grosse Freude und bittere Enttäuschung – die Bundesratswahl in Bildern

Historischer Moment für die Stadt Wil

Der Champagner wird vorsorglich bereits lange vor dem Auszählen der Stimmen verteilt. (Bild: Thomas Hary)

Der Champagner wird vorsorglich bereits lange vor dem Auszählen der Stimmen verteilt. (Bild: Thomas Hary)

Doch die Vorzeichen hatten sich komplett verändert. War Karin Keller-Sutter 2010 noch Aussenseiterin, trat sie dieses Mal in der Rolle der Kronfavoritin an. Selbst ein Sieg erst im zweiten Wahlgang wäre eine veritable Überraschung gewesen. Diese ungebrochene Zuversicht zeigte sich nicht zuletzt darin, dass der Champagner bereits während des Auszählens der Stimmen gebracht wurde. Auch die Medienschaffenden gingen vorsorglich in Stellung, um Bilder von den Jubelnden einzufangen – und sollten nicht enttäuscht werden.

Es sei für Wil ein historischer Moment, wie Claudio Altwegg betonte. Bestätigt wurde dies auch vom anwesenden Stadtarchivar Werner Warth. Vor KKS habe es lediglich eine Wiler Bundesratskandidatur gegeben. Im 19. Jahrhundert nominierten ein paar Wiler kurzerhand einen Kollegen von ihnen als Bundesratskandidaten – jedoch ohne Erfolg, was Warth zur Aussage brachte:

«Die Wahl einer Wilerin in die Landesregierung ist etwas niemals Dagewesenes.»

Im Hof interessiert nur KKS

Bei der Wahl von Viola Amherd sind die Tische erst spärlich besetzt. (Bild: Thomas Hary)

Bei der Wahl von Viola Amherd sind die Tische erst spärlich besetzt. (Bild: Thomas Hary)

Zwar galt es vor der Ersatzwahl für den Sitz von Johann Schneider-Amman noch den CVP-Sitz im Bundesrat neu zu besetzen, doch das schien niemanden wirklich zu interessieren. Nicht einmal Vertreter der Wiler CVP. Deren Fraktionspräsident im Stadtparlament, Christoph Gehrig, verabschiedete sich zwischenzeitlich ins Büro und kehrte erst zur Entscheidung über den FDP-Sitz zurück. «Wen die CVP wählt, interessiert mich heute nicht wirklich. Ich bin hier wegen des Heimspiels», sagte er. Parteigrenzen schienen an diesem Tag für einmal keine Rolle zu spielen. So spendierte Daniel Schönenberger, Präsident der SP Wil, den FDP-Vertretern die erste Flasche Champagner.

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